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September 2014

Entwaffnend - Friedensinitiativen weltweit.

102,3 mhz I Livestream rdl.de I 2. September I 16 Uhr

Entwaffnend - Friedensinitiativen weltweit.

Wenn gewaltsame Konflikte eskalieren oder staatspolitische Machthaber über Frieden verhandeln, steht das groß in den Schlagzeilen. Weniger bekannt hingegen ist die tägliche Friedensarbeit ziviler AkteurInnen an der Basis: in Dörfern, Schulen, in der Nachbarsschaft und Wohnzimmern der Kämpfenden, mit TäterInnen und Opfern. Was bedeutet es, Frieden in den Köpfen zu schaffen?

In der Casamance im Süden des Senegal engagieren sich Frauenorganisationen gewaltfrei für den Frieden # in Kolumbien betreiben Basisinitiativen mit Gewaltopfern aktiv Friedensarbeit #  in Dakar singt die Songwriterin Guereti Badji für das Ende der Gewalt in der Casamance # in Deutschland bereichert das Theater der Unterdrückten die anti-rassistische Bildungsarbeit.

Kolumbien: Theaterarbeit für den Frieden

Kolumbien_FriedensarbeitBeitrag: Mit den Friedensverhandlungen der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos, der im Juni wiedergewählt wurde, ist viel von Hoffnung die Rede. Doch nach dem nunmehr über 60 Jahre währenden bewaffneten Konflikt lastet die gewalttätige Vergangenheit Kolumbiens schwer auf der Gegenwart: Die Verbrechen sind kaum aufgearbeitet und das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen ist gravierend. Nach wie vor werden Menschen vertrieben, Aktivist_innen werden bedroht und ermordet.

Die Nutznießer des bewaffneten Konfliktes und die Interessen transnationaler Unternehmen sind mächtig, die Verstrickungen von Politik und Paramilitärs groß. Der Alltag der Menschen wird von Armut, sozialer Ungleichheit und lokalen Gewaltakteuren bestimmt. Wie Theaterarbeit angesichts dieser Realität Veränderung „von unten” bewirken kann, zeigen zwei Beispiele aus Medellín und Bogotá.

Senegal: Kasumai Casamance - der Frieden kommt von unten.

suednordfunk_Casamance_FriedenReportage: In der Casamance engagieren sich seit vielen Jahren die Frauen für den Frieden und berufen sich dabei auf die Resolution 1325. Diese ruft Konfliktparteien dazu auf, die Rechte von Frauen zu schützen und Frauen gleichberechtigt in Friedensverhandlungen, Konfliktschlichtung und den Wiederaufbau einzubeziehen.

Um ihrem Recht Nachdruck zu verleihen, organisierten die Mitglieder der Plattform der Frauenorganisation für den Frieden in der Casamance letzten Januar eine Friedenskarawane.

Kasumai FM - das Freie Radio für den Frieden in der Casamance

südnordfunk_Kasumai_FMReportage: Schweigen und Wegsehen in der Hoffnung, dass es aufhört. Das ist eine verbreitete Strategie vieler Menschen, die in Konflikte verstrickt werden, die Gewalt im Krieg erfahren. Eine Lösung ist es nicht. Der Freie Sender Radio Kasumai FM in Ziguinchor im Süden des Senegal wurde von Frauen gegründet, die das Schweigen und Zusehen satt hatten, die sprechen wollten.

Die mächtigen Akteure – das sind primär der senegalesische Staat, die im Krieg verwickelten Nachbarländer Gambia und Guinea-Bissau sowie die Rebellengruppen – konnten oder wollten den Konflikt bisher nicht lösen. Indes leisten die Betroffenen, die in diesem bewaffneten Konflikt gar nicht mitspielen, täglich Friedensarbeit. Das Freie Radio Kasumai FM, das im kommenden Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, ist dafür ein Beispiel.

# Musik: Guereti Badjia - Songs für den Frieden

Guerethy_Fatou_BadjiMusik: Die Songwriterin und Sängerin Guerethy Fatou Badji kommt aus der Casamance. Wir trafen sie in Dakar bei der Probe in einem Kulturzentrum. Dort stellte sie uns die Geschichte ihrer selbst geschriebenen Lieder vor. „Wir sagen nein zu diesem Krieg. Wir wollen keinen Krieg mehr. Und wir haben noch nie Krieg gewollt“ ist einer ihrer beliebtesten Songs.

Deutschland: Theater der Unterdrückten


Interview: „Ich verachte autoritäres Theater und mache Theater der Unterdrückten, Theater nicht als Propaganda, nicht als etwas Unumstößliches. Auch didaktisches Theater ist autoritär, denn es geht davon aus, dass der Künstler mehr weiß und kann, als der Zuschauer wissen kann und darf." Das schrieb Augusto Boal1979 in Paris. Boal musste vor der Diktatur in Brasilien fliehen, weil seine Form des Theaters, das Theater der Unterdrückten, als Bedrohung galt. 1964 putschte in Brasilien das Militär, das neue Regime unter Marschall Humberto Castelo Branco unterdrückte die linke Opposition.

Sergio Etchichury, Theaterpädagoge aus Brasilien, lebt in Berlin. Ein Jahr lang arbeitete er mit Augusto Boal zusammen. Sein "Theater der Unterdrückten" löst die Trennung zwischen ZuschauerInnen und SpielerInnen auf. Es lädt alle ein, die Realität zu gestalten, und zum Beispiel die Rolle der Mächtigen in einer von Rassismus, Sexismus und Homophobie geprägten Gesellschaft in Frage zu stellen oder gar sie in konkreten Situationen zu entmachten. Wir sprachen mit Sergio Etchichury über seine Rolle als Theaterpädagoge – in der anti-rassistischen Bildungsarbeit in Deutschland.

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