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Sabiha Sumar – Politisches Kino aus Pakistan

Die pakistanische Filmemacherin Sabiha Sumar kommt mit zwei Filmen ins Koki. Eine Veranstaltung von Kommunales Kino und informationszentrum 3. welt (iz3w) zum 50-jährigen Jubiläum.
Was
  • Film
Wann 13.03.2018 um 19:00 bis
18.03.2018 um 22:00
Wo Kommunales Kino Freiburg, Urachstraße 40 79102 Freiburg
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Sabiha Sumar, die einzige unabhängige Regisseurin Pakistans, setzt sich seit Jahren mit der Benachteiligung der Frauen in fundamentalistischen Gesellschaften auseinander und ist bekannt für ihre politischen und mutigen Filme. 1961 geboren in Karachi, Pakistan, studierte Sabiha Sumar 1980-85 Film und Politische Wissenschaften am Sarah Lawrence College in New York und Internationale Beziehungen an der Universität Cambridge. Ihr erster Spielfilm Khamosh Pani – Silent Waters (2003) wurde beim Filmfestival Locarno mit dem Goldenen Leoparden als bester Film ausgezeichnet, es folgten zahlreiche weitere Preise bei internationalen Festivals. Silent Waters ist der erste pakistanische Spielfilm von einer Frau. Die Regisseurin hatte ursprünglich eine Dokumentation im Sinn: über die Frauenverschleppungen im Jahr 1947, als sich Pakistan vom indischen Subkontinent abtrennte. Zeitzeugen, die zudem offen vor der Kamera über die Morde, Vergewaltigungen und Verschleppungen im Namen der (männlichen) ›Ehre‹ berichten wollten, waren jedoch nicht zu finden. So entschloss sich Sumar, einen Spielfilm zu drehen, der im Kern von der wahren Geschichte handelt und dessen Hauptfigur Ayesha auf der Vergangenheit einer Zeitzeugin beruht.

Sabiha Sumar ist auch als Produzentin und in der Filmausbildung tätig.

Neben ihrem Spielfilm zeigen wir Sumars neuesten Dokumentarfilm (2017) „Azmaish. A Journey through the Subcontinent“, der letztes Jahr in Locarno Weltpremiere hatte und sich dem indisch-pakistanischen Verhältnis widmet.

Di 13.3., 19:00, zu Gast: Regisseurin Sabiha Sumar, Moderation: Steffen Schülein (iz3w)

Azmaish. A journey through the subcontinent

Pakistan 2017 | 80 min | OmeU |

Regie: Sabiha Sumar, Drehbuch: Sabiha Sumar, Julai Rose, Sachithanandam Sathananthan

Indien und Pakistan entstanden 1947 in einem komplexen Verhältnis von ideologischer Abgrenzung und uralten gemeinsamen Wurzeln. 70 Jahre später hat Pakistan noch immer mit feudalen Strukturen und religiösem Fundamentalismus zu kämpfen; in Indien ist ein radikaler Hindu-Nationalismus unter Präsident Modi an die Macht gekommen. Gemeinsam mit der indischen Schauspielerin Kalki Koechlin bereist Regisseurin Sabiha Sumar beide Länder. Die streitbaren Freundinnen treffen auf religiöse Eiferer, selbstgefällige Eliten, selbstbewusste Frauen und Verteidiger der Liberalität. So zeichnen sie ein komplexes Bild der Nachbarstaaten, die sich oft ähnlicher sind als ihnen bewusst zu sein scheint und zeigen neue Perspektiven für ein friedliches Miteinander.

Di 13.03., 21:00, zu Gast: Regisseurin Sabiha Sumar, Moderation: Steffen Schülein (iz3w)

WIEDERHOLUNG: So 18.3., 19:30

 

Silent Waters (Khamosh Pani)

Pakistan 2003 /  OmU /  99 Min.

Regie: Sabiha Sumar /  Kamera: Ralph Netzer / mit: Kirron Kher, Aamir Malik, Arshad Mahmud, Salma Shahid u.a.

Die pakistanische Regisseurin Sabiha Sumar zeigt im 2003 in Locarno preisgekrönten Film Silent Waters, wie sich unter Zia-ul-Haq Gewalt und Extremismus in der pakistanischen Gesellschaft ausbreiteten. Der 17-jährige Saleem ist arbeitslos, hat viel Zeit, weiß aber nichts mit sich anzufangen. Unterbezahlte Jobs will er nicht, schon gar nicht als Bauer auf Feldern schuften. Da tauchen einige Islamisten im Dorf auf, die tatkräftige Männer suchen ... Wäre der Pakistaner zu einem anderen Zeitpunkt geboren, wäre seine Geschichte sicher eine andere. Doch sie spielt 1979.

Zwei Jahre zuvor hat General Zia-ul-Haq die Macht übernommen und die Islamisierung eingeleitet. Und mit der Militärdiktatur geht die liberale Ära zu Ende. Diese Umbruchzeit thematisiert Silent Waters, der erste Spielfilm einer pakistanischen Frau.

Nach dem 11. September 2001, der Pakistan schlagartig als Unterschlupf und Ausbildungszentrum von Terroristen ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit rückte, liefert Sabiha Sumar einen hochaktuellen Film. Sie erzählt, wie Gewalt, Radikalisierung und Intoleranz in ihrem Herkunftsland Einzug hielten. Dabei lenkt sie den Blick auf die Basis, das kleine Dorf Chakhi, ein Mikrokosmos für die dramatischen Entwicklungen.

Silent Waters ist ein Kunstwerk, vor allem beweist Sumar darin eine gekonnte psychologisierende Inszenierung ihrer Figuren. Einfühlsam stellt sie dar, wie die islamistische Ideologie wirkt; als Verführung und als zerstörerisches Gift. Gezeigt werden die Mechanismen von Gruppenzwängen und das für Saleem unerträgliche Schamgefühl. (qantara)