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Der Begriff „Dritte Welt“

Oft werden wir gefragt, warum wir den Begriff „Dritte Welt“ noch immer im Namen führen. Er sei doch vollkommen aus der Mode gekommen, eine homogene „Dritte Welt“ gebe es längst nicht mehr, und außerdem sei der Begriff hierarchisierend. Selbst in unserem eigenen Alltagssprachgebrauch kommt der Begriff kaum noch vor.

Und dennoch gibt es keine bessere Bezeichnung für das, was andere verkürzend den „globalen Süden“ oder den „Trikont“ nennen – oder gar mit der herablassenden Bezeichnung „Entwicklungsländer“ kategorisieren. Denn historisch betrachtet ist die „Dritte Welt“ ein fortschrittlicher Begriff. Entstanden in Frankreich während der 1950er Jahre, nimmt der Begriff Bezug auf den „Dritten Stand“, der sich in der Französischen Revolution von der feudalen Unterdrückung befreit hat. Weltweit popularisiert wurde „le tiers-monde“ vom antikolonialen Theoretiker Frantz Fanon. Er setzte in seinem Hauptwerk „Die Verdammten dieser Erde“ die Dritte Welt mit den Kolonisierten und Unterdrückten dieser Welt gleich. In den 1960er Jahren kam eine weitere Bedeutung auf: Die Dritte Welt wollte einen eigenständigen Dritten Weg gehen zwischen autoritärem Realsozialismus und ausbeuterischem Kapitalismus.

Diese oft vergessenen herrschaftskritischen Bedeutungen haben wir im Sinn, wenn wir den Dritte-Welt-Begriff gegenüber den heute üblichen Euphemismen wie „Eine Welt“ bevorzugen.

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