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266 | Esoterik in der Kritik

Im Kreis der EinGeweihten

Esoterische Welterklärungen werden vielfach als Teil des 'vorzivilisatorischen' und 'vormodernen' Zeitalters angesehen. Verortet werden sie in jenem Raum, der Synonym für das Archaische und Unverdorbene ist: der globale Süden. Das esoterische Heilslehren- und Warenangebot besteht daher wesentlich aus Importschlagern wie Schamanismus oder Feng Shui. Die Welt steht den EsoterikerInnen offen, sie praktizieren Multi-Kultur. Der exotistische Blick auf's Fremde war der Esoterik schon von Anfang an eigen: durch das Motiv des Überschreitens von Grenzen und des positiven Erlebens von Differenz reiht sie sich ein in eine lange Kette von Kolonialismus, Exotismus und Fernreisen.

Das Hauptanliegen des Themenschwerpunktes ist, die Esoterik als Erscheinung der postmodernen kapitalistischen Zentren auszuweisen. Denn es ist kein Zufall, dass sich die Menschen im Jemen oder auf den Philippinen kaum an dieser New-Economy-Religion orientieren. Die Esoterik spiegelt die Ideologie des Neoliberalismus: Die Situation von VerliererInnen wird als selbstverschuldet, als Karma gedacht. Und das regt unsolidarische Gesellschaftsentwürfe an, die das herrschende Elend grausam zuspitzen würden. Wenn auch mit einem seligen Lächeln.

Inhaltsübersicht

S.21 Editorial zum Themenschwerpunkt

 

Schwerpunkt: Esoterik in der Kritik

S.22 Zwischen Gott- und Selbstvertrauen
Interview mit Wolfgang Eßbach über Religion und Esoterik

S.25 Mit den Geistern geht's zum Glück
Zur Geschichte der Esoterik  |   von Lars Müller

S.26 »Jedem das Seine«

Interview mit C. Goldner und F. Beck über Antisemitismus in der Esoterik

S.29 Progressive Harmonie
Ein Besuch im indischen Esoterik-Projekt Auroville  |   von Steffen Schülein

S.30 Sinn sells
Der Esoterikboom ñ eine Folge der irrationalen Rationalität  |   von Maria Wölflingseder

S.32 Die mit der Wolfsfrau tanzen
Die Frauenbewegung und die Esoterik  |   von Andrea Schwendemann

S.34 Ganzheitlich falsch
Über das Verhältnis von Materialismus und Esoterik  |   von Winfried Rust

 

S.3 Hefteditorial: Gewöhnung an den Kriegszustand


Politik und Ökonomie

S.4 Kommentar: Last Exit USA?
In der Irak-Debatte kommt es zu Fehleinschätzungen  |   von Gerhard Hanloser

S.5 Türkei: Ihr Platz ist die Mitte
Die Islamisten setzen auf EU-Integration  |   von Jan Keetman

S.6 Israel: Auf verlorenem Posten
Die Linke hat keine Chance gegen rechte Politik  |   von Stefan Vogt

S.8 Irak: Die Nation und ihre Feinde
Warum es die Opposition so schwer hat  |   von Aras Fatah

S.10 Marokko: Die Partei mit der Petroleumleuchte
Islamisten profilieren sich als Partei der Armen  |   von Bernhard Schmid

S.12 Philippinen: Kriminelle sind Kriminelle
Der »Krieg gegen den Terror«  |   von Niklas Reese

S.14 Russland: Der Südwesten im 'Nordost'
Repression gegen TschetschenInnen  |   von Gisela Neunhöffer

S.15 Sozialforen
Promis statt Praxis  |   von Markus Wissen
Von der Realität überholt  |   von Andreas van Baaijen

S.16 Kongo: Ein bisschen Frieden
Die staatliche Souveränität soll gekittet werden  |   von Ruben Eberlein

S.19 Rwanda: Das Grauen vor Gericht
Chance für ein friedliches Weiterleben?  |   von Lisa Ott


Kultur und Debatte

S.37 Antikolonialismus: Die Kultur des bewaffneten Kampfes
Eine Erinnerung an Amilcar Cabral  |   von Henning Melber

S.40 Literatur: Innere Diaspora
Interview mit dem kubanischen Schriftsteller Carlos A. Aguilera

S.43 Literatur: »Sogar der Tod steht dir gut«
Jorge Francos neuer Roman 'Rosario Tijeras'  |   von Tina Goethe

S.44 ff Rezensionen, Tagungen & Kurz belichtet

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