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Sie sind hier: Startseite Zeitschrift Ausgaben 285 | Entwicklungspolitik für den Markt Peggy Antrobus: The global women's movement

Peggy Antrobus: The global women's movement

Origins, issues and strategies. Zed Books, London 2004, 204 Seiten, 17,50 US-Dollar. Kerr, Johanna/ Sprenger, Ellen/ Symington, Alison (eds.): The future of women's rights - Global visions and strategies. Zed Books, London 2004, 224 Seiten, 25 US-Dollar

Rezension: Feminismus im Netz

Zehn Jahre nach der Weltfrauenkonferenz in Peking dokumentiert The future of women's rights - Global visions and strategies den Diskussionsstand über Frauenrechte und fragt nach Zukunftsperspektiven für die internationale Frauenbewegung. Gemeinsam erarbeiteten zwei Frauen-Netzwerke das Buchkonzept, die Association for Women's Rights in Development (AWID) und Mama Cash. Während AWID vor allem die rechtliche Situationsverbesserung von Frauen in Ländern des Südens anstrebt, vergibt Mama Cash Kredite für innovative Basisgruppen, die an Strukturveränderungen arbeiten. So bilden juristische und ökonomische Perspektiven die verbindende Klammer, die alle dreizehn Beiträge des Bandes vereint.

Die Autorinnen aus Afrika, Asien und Lateinamerika bieten kritische Problemanalysen und entwerfen Strategien zur Bewältigung neuer globaler Herausforderungen wie Frauen- und Menschenrechte, nachhaltige Entwicklung, Biopolitik, Fundamentalismus oder bewaffnete Konflikte. Der Sammelband legt dar, wie sich diese Strukturprobleme länder- und regionalspezifisch ausprägen. Gerade weil sie die Auswirkungen von Globalisierungsproblemen in Indien, Iran, Nicaragua oder Nigeria aus geschlechtsspezifischer Sicht benennen und trotzdem nicht den Blick für übergreifende Fragestellungen verlieren, ist die Lektüre anregend.

Peggy Antrobus, eine der bedeutendsten Vertreterinnen der zentralamerikanischen Frauenbewegung und Gründerin des Frauen-Netzwerkes DAWN, lässt in Ihrem Buch The global women's movement - Origins, issues and strategies dreißig Jahre internationale Frauenbewegung Revue passieren. Ihr persönlicher Rückblick zeigt auf, wie Frauenorganisationen aus Ländern des Südens mit politischen Forderungen die UN-Konferenzen seit den 1970er Jahren prägten. Dabei standen Frauenrechte, soziale Gerechtigkeit und Kritik an eurozentrischen Modernisierungskonzepten im Mittelpunkt. In insgesamt zehn Kapiteln beleuchtet die guayanische Wirtschaftswissenschaftlerin und Pädagogin die Ursprünge, Charakteristika und Trends internationaler Frauenzusammenschlüsse. Entlang eines zeitlichen Längsschnitts setzt sie Zäsuren, wobei die Weltfrauen-, die Menschenrechts- und Umweltkonferenzen wichtige Meilensteine bilden. Demnach gab es bislang keine homogene Bewegung. Vielmehr bildeten sich immer wieder programmatische Allianzen, von denen viele aufgebrochen sind, nachdem sie ein gemeinsames Ziel erreichten.

Peggy Antrobus benennt auch ideologische Differenzen zwischen Frauen aus Europa und Ländern des Südens, wobei sie vorrangig die feministischen Positionen des Netzwerkes DAWN mit denen von US-Amerikanerinnen und Europäerinnen kontrastiert. Anders als diese hat DAWN bereits in den 1980er Jahren frauenpolitische Forderungen mit der Analyse weltwirtschaftlicher Ungleichheiten konzeptionell verbunden. Als Ausblick postuliert die Autorin, dass die internationale Frauenbewegung ihre Autonomie wahren und Differenzen zwischen Frauen konstruktiv aufarbeiten sollte. Außerdem sei es Aufgabe aller Aktivistinnen, innovative feministische Strategien für gesellschaftliche Veränderungen zu entwerfen.

Rita Schäfer

285 | Entwicklungspolitik für den Markt
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