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Sie sind hier: Startseite Zeitschrift Ausgaben 316 | Südafrika abseits der Fußball - WM Im Anflug auf Südafrika - Was das Ende der Apartheid und die Fußball-WM miteinander zu tun haben

Im Anflug auf Südafrika - Was das Ende der Apartheid und die Fußball-WM miteinander zu tun haben

von Reinhart Kößler

Der erste Anblick des Post-Apartheid-Staates wird sich den meisten Gästen der Fußballweltmeisterschaft aus der Luft bieten. Das ist eine echte Chance: Schon ein kurzer Blick aus der Vogelperspektive auf die Siedlungsstruktur rund um Kapstadt oder Johannesburg verrät mehr über das heutige Südafrika, als es der Blitzbesuch in den Stadien und Innenstädten vermag.

Erstmals wird 2010 mit der Fußballweltmeisterschaft eines der beiden größten globalen Sportereignisse auf dem afrikanischen Kontinent stattfinden. Dieser Umstand ruft im Westen ein ganzes Spektrum von Assoziationen auf. Ob es darum geht, dass derartige logistische und technische Anstrengungen auch einem afrikanischen Land zugetraut werden, oder aber um die Zweifel, ob »die das wirklich schaffen« – immer schwingt die Tatsache, dass wirtschaftliche und technologische Kompetenzen und Möglichkeiten nach wie vor auf der Welt extrem ungleich verteilt sind, im Vorfeld der WM in der öffentlichen Kommunikation mit.
Zugespitzt gesagt geht es hier auch um die symbolische Überwindung (post-)kolonialer Diskriminierung und rassistischer Vorurteile. Dem globalen Süden wird Inkompetenz unterstellt, und Afrika erscheint vielen als Inbegriff des Elends und des Chaos. Damit wird die Vorstellung transportiert, nach dem Abzug der Weißen – oder im Fall Südafrikas nach dem Ende der rassistisch begründeten Minderheitsherrschaft – gehe dort nichts mehr. Manche warteten im Vorfeld der WM offen oder insgeheim auf eine Bestätigung ihrer Vorurteile. Doch seit die Generalprobe, der Confederations Cup 2009, erfolgreich verlaufen ist, bezweifelt niemand mehr ernsthaft, dass Südafrika es schaffen wird. Allenfalls ein gelegentliches Raunen und das Gerücht, die Hotelkapazitäten würden vielleicht nicht ausreichen und WM-TouristInnen müssten in Massenquartiere ausweichen, halten sich hartnäckig.

Zum Anpfiff bereit

Die Anstrengungen, die in Südafrika auf dem Weg zur WM unternommen wurden und werden, sind enorm. Sie manifestieren sich zunächst im Aus- und Neubau großer, mit neuester Technologie ausgestatteter und teils architektonisch spektakulärer Stadien. Diese sind, nicht anders als vier Jahre zuvor in Deutschland, für die Austragung von wenigen, teils nur ein oder zwei, Fußballspielen vorgesehen. Hinzu kommen vor allem aufwändige Infrastrukturmaßnahmen. Die seien notwendig, um die erwarteten Touristenströme aufnehmen zu können, die nicht nur zur WM, sondern dadurch angeregt auch nach 2010 kommen sollen. Gebaut oder bis auf das doppelte Fassungsvermögen erweitert werden die internationalen Flughäfen in Johannesburg, Kapstadt und Durban. Insgesamt werden elf Flughäfen für das Großereignis vorbereitet.
An den Austragungsorten wird massiv in die Verkehrsinfrastruktur investiert, am spektakulärsten wohl mit dem für Südafrika innovativen Gautrain, einer Schnellbahn, die den Flughafen von Johannesburg mit der Stadt sowie mit den relevanten Stadien und mit der Regierungshauptstadt Tshwane (Pretoria) verbinden wird. So soll das Straßen- und Autobahnsystem entlastet werden, das gerade im wirtschaftlichen Herzland, der Provinz Gauteng, regelmäßig hoffnungslos verstopft ist. In all diesen technologischen Großprojekten manifestiert sich symbolhaft eine stoßartige Modernisierung des Landes.
Offiziellen Schätzungen zufolge erfordern die Infrastrukturmaßnahmen etwa zwei Drittel der mit rund 3,7 Milliarden Dollar veranschlagten Kosten für die WM. Mit alledem läge dieses »Sportereignis« in Südafrika im langfristigen globalen Trend, solche Großereignisse als Chance für schlagartige Verbesserungen der Infrastruktur zu nutzen. Ähnliches gilt für die Kostenexplosion: Würde man zu Beginn ehrlich Rechenschaft ablegen und wäre die Differenz der veranschlagten und tatsächlichen Kosten vorher bekannt, würde sich vielleicht niemand darauf einlassen.
Doch beim Anflug auf Südafrika, sei es nach Kapstadt oder Johannesburg, können die Gäste zumindest für einen kurzen Moment aus ganz anderer Perspektive auf Südafrika blicken. Sie müssen dafür, statt sich etwa vom einzigartigen Panorama des Tafelbergs beim Anflug auf den Kapstädter Flughafen faszinieren zu lassen, die Vogelperspektive nutzen und den Blick nur direkt nach unten richten. Zu sehen ist hier ein Wohngebiet, von dem sie abgeschottet bleiben werden, wenn sie erst einmal gelandet sind: die Cape Flats, die informellen Siedlungen in der großen Ebene östlich des Tafelberges. Hierhin hat vor vierzig, fünfzig Jahren das Apartheidsregime alle diejenigen verfrachtet, die im Stadtzentrum nicht länger erwünscht waren und aufgrund der rassistischen Kategorisierung dort auch nicht mehr wohnen durften.
Langa, Gugulethu, Mitchell’s Plain, Khayelitsha – auch diese Namen sind zumindest denen wohl vertraut, die in den 1970er und 1980er Jahren die Kämpfe gegen die Apartheid verfolgt und unterstützt haben. Wer vom Flughafen auf der Stadtautobahn in die Stadt gefahren wird, könnte also anhand der Wegweiser, die das Auto passiert, zu der Erkenntnis kommen, dass dies keine Mythen, sondern höchst reale Orte sind. Was der Blick von oben beim Anflug hätte zeigen können: es sind großteils Gegenden, deren BewohnerInnen auch 15 Jahre nach dem offiziellen Ende der Apartheid noch immer am unteren Ende der Skala in einer Gesellschaft leben müssen, die bei der sozialen Ungleichheit zur Weltspitze gehört. Der Gini-Index, ein Maß zur Darstellung der Ungleichverteilung in einer Gesellschaft, hat in Südafrika seit Ende der Apartheid noch zugenommen und liegt nun deutlich über 0,6. Zum Vergleich: der theoretische Maximalwert beträgt 1, der Wert für Deutschland liegt knapp unter 0,3.
Von der Autobahn aus verstellen neu errichtete Apartmentblocks den Blick auf das, was dahinter recht zielbewusst verborgen wird. Selbst wer zwischen den WM-Spielen die Angebote des längst etablierten Township-Tourismus nutzt, wird nicht unbedingt die widersprüchliche Realität kennenlernen, in der nach wie vor die Mehrheit der städtischen SüdafrikanerInnen lebt. Die zweistündigen bis eintägigen Townshiptouren präsentieren häufig eine für die Fremden sorgfältig bereinigte, vielleicht gar romantisierende Version lokaler Lebensverhältnisse (zum Township-Tourismus siehe iz3w 291).

Zementierte Vergangenheit
Das Erbe der Apartheid ist teils buchstäblich in Beton gegossen. Es manifestiert sich in Straßen und Siedlungsstrukturen, die darauf angelegt waren, Privilegierte von Diskriminierten abzuschotten – also von jenen, die von bürgerlichen Rechten ebenso wie von Aufstiegschancen oder Eigentum ausgegrenzt waren, es sei denn, sie wurden als Hausbedienstete benötigt. Ähnliches gilt nach wie vor für den Zugang zu Land. In der heute stark urbanisierten Gesellschaft Südafrikas mag der Landzugang nicht mehr die gleiche zentrale Rolle spielen wie noch vor Jahrzehnten. Dennoch steht die extrem ungleiche Landverteilung für das Erbe der Enteignung der afrikanischen Gemeinschaften und die Folgen der massenhaften Deportation unter der Apartheid. All das kann bereits erkennen, wer aufmerksam aus dem Flieger schaut und den Blick auf winzige Parzellen und Hütten richtet, säuberlich getrennt von den schier endlosen Feldern, den Vierteln mit großzügigen Straßen und den Gärten mit den Swimmingpools, die in der Sonne glitzern.
Nun ist es nicht so, als habe sich in Südafrika seit dem Ende des regierungsamtlich verankerten Rassismus nichts geändert. Doch trotz Black Empowerment und der Herausbildung einer »Blackoisie«, trotz spürbarer Verbesserungen bei der Infrastrukturversorgung der Townships mit Wasser, Elektrizität und Telefon sind die gesellschaftlichen Strukturen erschreckend stabil geblieben. Wenngleich auch am wohlhabenden Pol des sozialen Spektrums nun eine Reihe schwarzer Gesichter zu sehen ist, wurde die krasse soziale Ungleichheit vor allem beim Hausbau zementiert. Getreu den Vorgaben der Wirtschaftsorthodoxie sorgte der ANC nach 1994 vor allem für die Öffnung der südafrikanischen Märkte und eine gute Zahlungsbilanz. Geradezu ein Fanal war dabei die schnelle Beerdigung des noch im Wahlkampf propagierten, auf gesellschaftliche Strukturveränderungen zielenden Recovery and Development Programme (RDP) zugunsten der GEAR-Strategie (Growth, Employment and Redistribution), die sich weitgehend an neoliberalen und monetaristischen Vorgaben ausrichtete. In der Folge expandierten südafrikanische Konzerne international. South African Breweries kaufte beispielsweise Pilsner Urquell auf. Einzelhandelsketten, Telekommunikationsunternehmen, Nahrungsmittelkonzerne, Bergwerkskonzerne, teils aber auch Finanzdienstleister expandierten neben ihrer global ausgerichteten Strategie auch auf dem afrikanischen Kontinent in Länder, die ihnen bis 1994 weitgehend verschlossen geblieben waren.
Im eigenen Land stellt sich die gesellschaftliche Wirklichkeit jedoch anders dar. Die Beschäftigungszahlen stagnieren, und die Arbeitslosenquote stieg ebenso wie die Zahl derer, die auf mehr oder weniger legale Weise im informellen Sektor ihr Überleben organisieren müssen. Die registrierte Arbeitslosigkeit liegt inzwischen bei deutlich über 30 Prozent. Die lang etablierte Textil- und Bekleidungsindustrie erlag größtenteils dem Ansturm chinesischer Billigimporte. Öffentlich kommuniziert wird von diesen Zuständen in der Regel aber nur die hohe Kriminalitätsrate. Sie spielte auch in den Diskussionen über die WM eine Rolle. Zwei Sachverhalte werden hierbei gerne unterschlagen: Erstens sind seit dem Ende der Apartheid wohlhabende, zuvor weiße Wohngegenden nicht mehr hermetisch abgeriegelt – und deren EinwohnerInnen damit mehr mit Kriminalität und Gewalt konfrontiert als zuvor. Zweitens werden weiterhin deutlich mehr Arme zu Kriminalitätsopfern als Reiche. Letztere haben sich in ihre Gated Communities und die Glitzerwelt der ebenfalls sorgfältig abgeschirmten Shopping Malls zurückgezogen, sie genießen dort den Schutz privater Sicherheitsdienste.

Gegen die Ausgegrenzten
Anfang der 1990er Jahre erlebte Südafrika eine beispiellose gesellschaftliche Mobilisierung, die schließlich das Apartheidregime an den Verhandlungstisch zwang. Die Menschen, die jahrzehntelang gekämpft hatten, um dies zu erreichen, haben sich allerdings mehr davon erhofft – vor allem die große Mehrheit, die den Aufstieg nicht geschafft hat. Viel intensiver als etwa im benachbarten Namibia artikulieren daher heute Gewerkschaften, Einwohnerorganisationen in der Tradition der Civics – der Basisorganisationen, die den Kampf der 1980er Jahre entscheidend geprägt haben – oder spontane Bewegungen den Protest. Erinnert sei an die Streiks auf den Stadion-Baustellen in der ersten Jahreshälfte 2009 oder an die häufigen Widerstandsaktionen gegen die Räumung von Wohnraum. Diese Räumungen geschehen zwar nicht mehr aufgrund des Group Areas Act, das unter Apartheid jeder rassisch bestimmten Gruppe scharf abgegrenzte Wohngebiete zuwies. Heutzutage liegt die Ursache in Profitmaximierung und Bodenspekulation. Aber nicht ganz selten reagieren Betroffene mit eben jenen Aktionsformen, die sie während der Apartheid eingeübt haben. Es gibt Versammlungen, Demonstrationen und den eindrucksvollen Demonstrationstanz Toyi Toyi, um etwa gegen Zwangsräumungen vorzugehen.
ANC-Gewaltige, die jetzt in gewisser Weise auf die andere Seite geraten sind, reagieren darauf schon einmal mit Empörung und beklagen, hier seien Handlungsrituale von anderen angeeignet worden, die sie als ihre ureigenen ansehen. Man kann dies auch als eindrucksvollen Beleg dafür interpretieren, dass Bewegung und Partei sich ein Stück weit voneinander entfernt haben. Die Wahlerfolge des ANC hat dies allenfalls marginal geschmälert.
Allerdings kann der Sturz des Präsidenten Thabo Mbeki Ende 2008 als wichtiger politischer Einschnitt und als Ausdruck zunehmender sozialer Spannungen gesehen werden. Er ging auf die Enttäuschung vieler ANC-Kader zurück, vor allem des mit dem ANC noch immer in der Triple Alliance mitregierenden Gewerkschaftsverbandes COSATU und der Kommunistischen Partei SACP. Die Problematik zeigte sich ein gutes halbes Jahr später in ihrer ganzen Schärfe in der darauf folgenden Installierung Jacob Zumas an der Staatsspitze. Zumas Aufstieg beruhte ganz wesentlich darauf, dass der neue Kandidat vor allem als Politiker auftrat, der die kleinen Leute versteht, der ihre Sprache spricht und sie zumindest symbolisch ernst nimmt. Während Mbeki bei den wenigen Besuchen in seinem Heimatdorf stets Englisch sprach, stilisiert Zuma seinen Weg vom barfüßigen Hirtenjungen zum Präsidenten und seine Identität als »100 Percent Zulu Boy«, mit allen Konsequenzen einschließlich breit veröffentlichter Polygamie. Ob die etablierte südafrikanische Linke – allen voran COSATU und SACP – ihrerseits gut beraten war, Zuma als Gegenfigur zu dem elitär und technokratisch auftretenden Mbeki zu unterstützen, ist fragwürdig – auch abgesehen von der mühsam abgebogenen Verurteilung wegen Vergewaltigung und noch immer nicht aufgeklärten, schweren Korruptionsvorwürfen.
Die heutigen Streiks und lokalen Konflikte in verschiedenen Townships unterstreichen, dass die gesellschaftlichen Konflikte virulent bleiben und sich vermutlich weiter zuspitzen. Dennoch: Die Leute scheinen ihrem neuen Präsidenten noch etwas zuzutrauen. Mitte Oktober 2009 brannten im Township Sakhile im östlichen Witwatersrand Autoreifen als Protest gegen die Korruption der Gemeindeverwaltung und die schlechten kommunalen Dienstleistungen. Auch hier artikulierte sich Frustration in Formen, die aus den Kämpfen der 1980er Jahre bekannt sind, freilich auch an die dunklen Seiten der Township-Kämpfe erinnern. Der Appell der Protestierenden richtete sich unmittelbar an den Präsidenten: Der sollte kommen und wie versprochen gegen Korruption und Ineffizienz selbst Hand anlegen. Wenige Wochen zuvor hatte ein ähnlicher Besuch Zumas in der Provinz Mpumalanga zur Einrichtung einer Telefon-Hotline für die BewohnerInnen geführt, die Basisnähe und Empathie des Präsidenten beweisen sollte. Es ist schwer vorstellbar, dass derartige symbolische Politik es längerfristig vermag, die Unzufriedenheit und den Protest einzudämmen.
Es gibt keinerlei Anlass, die bisherigen Protestausbrüche zu romantisieren oder gar zu unterstellen, es werde Druck in Richtung auf eine fortschrittliche politische und gesellschaftliche Wendung erzeugt. Denn die xenophoben Übergriffe im Frühjahr 2008, die teils pogromartige Züge annahmen, sprechen eine andere Sprache. Erst Mitte November 2009 wurden wieder Flüchtlinge aus Zimbabwe von ihren südafrikanischen Nachbarn aus ihren Häusern verjagt. 2008 waren die Opfer ebenfalls Flüchtlinge aus Zimbabwe und auch aus Somalia. Betroffen waren aber auch lang etablierte MigrantInnen-Gruppen aus Nigeria oder der Demokratischen Republik Kongo. Ihre Anwesenheit ist Ausdruck der Krisen in ihren Heimatländern ebenso wie des wirtschaftlichen Übergewichts Südafrikas auf dem Kontinent – und damit auch der Anziehungskraft, die das Land trotz aller eigenen Probleme nach wie vor ausübt. Manche KommentatorInnen verwiesen darauf, dass sich in den xenophoben Gewaltexzessen die Enttäuschung über das Ausbleiben adäquater staatlicher Leistungen ausdrücke. Auf diese glauben viele SüdafrikanerInnen Anspruch zu haben, nachdem sie das Apartheidregime in aufopferungsvollen, jahrelangen Kämpfen besiegt haben.

Wishful Thinking
Die Fußball-WM wird durch diese gesellschaftlichen Probleme vermutlich wenig beeinträchtigt werden. Die Begeisterung über das Großereignis im eigenen Land ist weit verbreitet. Und auch diejenigen, die allenfalls auf die Rolle von Zaungästen beschränkt sein werden, sind zumeist stolz, dass Südafrika es schafft, dieses anspruchsvolle Großereignis zu realisieren. Man darf gespannt sein, ob und wie diese durchaus massenhafte Faszination aufgenommen wird, ob das Ritual des Public Viewing verallgemeinert und bis in die Townships getragen oder auf die Inseln des Konsums und der abgeschotteten Glitzer-Urbanität eingeschränkt wird. Von dort können als Unruhestifter Verdächtige ohne große Schwierigkeiten ausgeschlossen werden, denn genau für einen solchen Ausschluss sind diese Inseln geschaffen.
Die BesucherInnen der WM, die aufgefordert werden, zwischen den gebuchten Spielen vielleicht einen Abstecher in die Nationalparks zu machen und wilde Tiere zu bestaunen, wird dies alles vermutlich kaum stören. Das muss kein Ausdruck von Zynismus sein, sondern ist in erster Linie Folge der systematischen Ausschließung des einen Pols sozialer Ungleichheit aus der Sicht des anderen. Wenn nicht gerade einmal der Blick vom Panorama des Tafelberges nach unten gleitet.

Reinhart Kößler arbeitet am Arnold Bergstraesser Institut, Freiburg und ist Mitglied der Redaktion der Peripherie sowie im Vorstand der Informationsstelle Südliches Afrika (ISSA) e.V., Bonn.

316 | Südafrika abseits der Fußball - WM
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