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Über das normale Maß hinaus

Leserinnenbrief von Renate Schiebel zum Interview mit Gertrud Selzer
Ich muß ein paar Zeilen sagen zum Interview mit Frau Gertrud Selzer von ERNA, das ich an sich sehr interessant finde und begrüße vom Engagement und allem was bereits bewegt wurde.
Was Frau Selzer zum Schluß des Interviews über den Fairen Handel und die im Fairen Handel Aktiven sagt, die ja v. a. ehrenamtlich arbeiten mit unterschiedlicher Motivation, ist eine Unverschämtheit. Es ist natürlich richtig, dass Sie ihre Meinung äußern kann, aber Sie müssen das nicht drucken, v. a. in einem Heft, wo so viel über den Fairen Handel geschrieben wird und das durchaus positiv.
Wie kann sie von den armen Kleinbauern sprechen, die wir brauchen, um uns an unserer Hilfstätigkeit zu laben!!!!! Der Faire Handel will gerechte Handelsbeziehungen schafften und Fakt ist, dass es viele arme Kleinbauern in den Entwicklungsländern gibt. Leider ist es nur ein geringer Teil, der vom Fairen Handel profitiert und dadurch bessere Lebensbedingungen hat. Es sind genau die Kleinbauern weltweit, die die Erdbevölkerung ernähren, nicht die Melkställe mit Melkrobotern, die es auch in Zukunft geben wird, das ist wohl jedem klar.
Über den deutschen Weltladendachverband gab es in den letzten Jahren die Kampagne "Öko und Fair ernährt mehr", da wurde für interessierte Läden viel Aufklärungsarbeit zu Hintergrundinformationen geleistet. Meint Frau Selzer wirklich, niemand im Weltladen weiß, was Sojaanbau in Brasilien nach sich zieht und wer dieses Soja frißt????
Dass Weltläden sich über das normale Maß hinaus engagieren, scheint ihr unvorstellbar. Das ist sicher nicht die Regel, aber zumindest bei uns der Fall und ein Anfang. Wir suchen die Verbindung zur heimischen Landwirtschaft, weil wir sehr wohl wissen, dass sie und der Faire Handel zusammen gehören. Wir wollen, dass der heimische Landwirt sich Gedanken macht, ob der Kaffeebauer oder die Teepflückerin, deren Produkt er trinkt, von ihrem Einkommen überleben können, ohne EU-Fördertöpfe und staatliche Subventionen!!!
Die Stadt Sonthofen im Oberallgäu, wo ich als Hauptamtliche Geschäftsführerin von 3 Weltläden arbeite, veranstaltet als Fair Trade Stadt jährlich einen "Bio- Regional-Fairen Markt". Wir wollen, dass dort gezielt heimische Produkte, Lebensmittel wie Kunsthandwerk, neben Produkten aus dem Weltladen angeboten werden und gerade für kleine heimische hersteller wie Imker, Sennereien oder Handwerker eine Werbeplattform bieten.
338 | Fairer Handel
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