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Sie sind hier: Startseite Zeitschrift Ausgaben 350 | Anti-Rassismus im Süden Entgrenzt & grenzüberschreitend

Entgrenzt & grenzüberschreitend

Editorial zum Dossier

Die Fotos auf dem Titelbild des Dossiers zeigen Opfer des Genozids in Ruanda. Erklärungsversuche für Gräueltaten wie dieser sprechen gerne von entgrenzter Gewalt. Tatsächlich ziehen Ausgrenzung, Diskriminierung, Xenophobie und Rassismus gewaltsam Grenzen zwischen Menschen und machen doch selber vor keinen Grenzen halt. Schon deshalb kann ihnen nur mit grenzüberschreitender Solidarität begegnet werden.

Unser Dossier zu Anti-Rassismus im Süden zeigt anhand einiger Beispiele, wie Menschen Gewalt erfahren, einfach weil sie konstruierten Kategorien zugeordnet werden. Dabei verflechten sich historische und aktuelle Formen der Fremddefinition und Ausgrenzung, der institutionalisierten Gewalt und gewaltvollen Sprache. Jede verübte Gewalt im Hier und Jetzt hat eine (Vor-)Geschichte.

Beim Stichwort Rassismus stellt sich umso mehr die Frage nach seiner Definition. Sollte Rassismus als historisch und global wandelbares Phänomen betrachtet werden? Oder kann er nur im Zusammenhang mit dem kolonialen, also europäischen Rassismus verhandelt werden? Eine Frage, die sich auch unsere InterviewpartnerInnen in der nachfolgenden Debatte stellen – ohne ein klares Ergebnis zu erzielen. Vielleicht ist die Frage nach der exakten Definition außerhalb des akademischen Raums aber auch nebensächlich?

Wichtig ist in jedem Fall, dass sich Menschen weltweit vernetzen und gegen Diskriminierung solidarisieren. Das Aufzeigen der vielseitigen Kämpfe und Initiativen gegen unterschiedliche Formen von Menschenfeindlichkeit im Globalen Süden ist der Ausgangspunkt unseres Dossiers. Auch, damit die antirassistische Bewegung hierzulande von ihren Erfahrungen lernen kann...

die redaktion

 

 

»God is not working on Sundays!«

Die eindrücklichen Fotos von Leona Goldstein bebildern nicht zum ersten Mal die iz3w. Bereits für das Dossier Flucht & Asyl in der Ausgabe 341 hat die 1976 geborene Journalistin, Fotografin und Filmemacherin ihre Bilder zur Verfügung gestellt. Für die Fotoserie im vorliegenden Dossier bereiste Goldstein Ruanda. 20 Jahre nach dem Genozid hat sich nicht nur die Wirtschaft des Landes vorwärts entwickelt.

Insbesondere die Rolle von Frauen in Politik und Gesellschaft hat einen grundlegenden Wandel durchlaufen. Frauen im heutigen Ruanda stellen im Parlament die Mehrheit, sie arbeiten in sozialen Netzwer-

ken und kämpfen für Versöhnung und Gleichberechtigung. Die Bilder von Goldstein reflektieren diesen Kampf und zeigen zugleich die schmerzvolle Aufarbeitung des Genozids. Über die Frauen Ruandas hat Goldstein auch einen Dokumentarfilm gedreht: »God is not working on Sundays!« (Ruanda 2015, 84 min.). Der Filmtitel verweist auf den Appell der Frauen, nicht auf äußere Kräfte zu warten, sondern ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Mehr zur Arbeit von Leona Goldstein unter www.leonagoldstein.de

 

 

Das Dossier wurde gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ
und aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst.

350 | Anti-Rassismus im Süden
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