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373 | Erinnerungskultur

Vergeben und vergessen?

Erinnern und Gedenken haben in den letzten Jahrzehnten einen Wandel erfahren. Mancherorts wird schon vom postheroischen Gedenken gesprochen. In Deutschland ist das selbstkritische Gedenken an den Nationalsozialismus fast zur Staatsraison geworden. Doch die Erfolge autoritärer Bewegungen bleiben nicht ohne Konsequenz. Rechte Politiker in Deutschland fordern eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“. In Ungarn oder Polen dementieren die heutigen Regierungen heftig, dass es auch im eigenen Land NazikollaborateurInnen gab. Der Kampf um die Erinnerung wird immer wieder neu ausgetragen.

Ob Erinnerungskultur die Raison d'Être eines Staates wie in Ruanda ist oder von Kulturschaffenden von unten gegen Widerstände durchgesetzt wird, wie in Indonesien: sie ist für ein friedliches Miteinander unabdingbar. Deshalb werfen wir in unserem Themenschwerpunkt einen genauen Blick auf das kollektive Erinnern, von Argentinien bis Simbabwe. Wir fragen: Was heißt eigentlich Erinnern? Wer erinnert was und zu welchem Zweck? Und was wird bewusst „vergessen“?

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Inhaltsübersicht

Hefteditorial: Skandal im Sperrbezirk

 

Themenschwerpunkt: Erinnerungskultur

Editorial zum Themenschwerpunkt:
Gedenken in Zeiten der Erinnerungskultur

Memory Boom
Über die Schwierigkeiten der Erinnerungskultur
von Larissa Schober

Alle wollen Opfer sein
Geschichtsrevisionismus in Ex-Jugoslawien
von Krsto Lazarević

»Geschichte wird von den Siegern geschrieben«
Geschichtsklitterung in Ungarn 75 Jahre nach dem Holocaust
von Karl Pfeifer

Verordneter Patriotismus
In der VR China ist Erinnerung ein Regierungsinstrument
von Nora Sausmikat

Lieder gegen das Verstummen
Kreatives Erinnern an die antikommunistischen Massaker in Indonesien
von Anett Keller

30.000 Verschwundene
Erinnern wird in Argentinien von sozialen Bewegungen getragen
von Alix Arnold

Hierarchie der Helden
An wen erinnert wird, entscheidet in Simbabwe die Regierungspartei
von Rita Schäfer

»Never Again«
Staatliche Erinnerungskultur im post-genozidalen Ruanda
von Annika Lüttner

In unseren Geschichten
Antikoloniale Erinnerungen im französischen Rap
von Anna Laiß

»Unsere Mütter, unsere Väter«
Erinnerungskultur und Film im postnazistischen Deutschland
von Georg Seeßlen

 

Politik und Ökonomie

Welche Revolution?
Die algerische Protestbewegung will keine Militärherrschaft, sondern Befreiung
Kommentar von Nedjib Sidi Moussa

Gestorben wird ja nur in Syrien
Die westliche Politik hat sich zum Komplizen von Assad gemacht
Kommentar von Jan-Niklas Kniewel

Sudan: »Just fall, that´s all«
Einblicke in die Protestbewegung im Sudan
von Mario Wolf

Kolumbien: Aufbruch ins Ungewisse
Die Demobilisierungszonen der FARC in Kolumbien
von Melissa Melanie Schröer

Süd-Süd: Im Hinterhof der USA
Chinas Träume von Neuen Seidenstraßen in Lateinamerika
von Uwe Hoering

Honduras: Bananenrepublik 2.0
Honduras´ Weg in die politische und humanitäre Krise
von Kristin Büttner und Daniela Dreißig

 

Kultur und Debatte

Black America: Soul City
Die Utopie einer Stadt ohne Rassismus in North Carolina
von Kathi King

Literatur: Grenzüberschreitungen
Afrikanische AutorInnen über die Migration von Menschen und Ideen
von Rita Schäfer

Kolonialismus: »Die koloniale Gewalt kehrt zurück«
Interview mit Wu Ming über den italienischen Kolonialismus


Rezensionen

Andrea D´Atri: Brot und Rosen.
Geschlecht und Klasse im Kapitalismus

Lea Susemichel und Jens Kastner: Identitätspolitiken
Konzepte und Kritiken in Geschichte und Gegenwart der Linken

Black Earth Rising
Fernsehserie zum Genozid in Ruanda

Rainer Werning und Jörg Schwieger (Hg.): Handbuch Philippinen
Gesellschaft – Politik – Wirtschaft - Kultur

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