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390 | Pakistan

Der zähe Kunststaat

Um Mitternacht am 14. August 1947 wurde Pakistan zum unabhängigen Staat. Es war kein vielversprechender Anfang. Die Trennung von Indien hatte blutige Massaker gegen die jeweils ,Anderen‘ zur Folge – Hunderttausende ließen ihr Leben. Seither ist viel geschehen. Pakistan ist das fünftgrößte Land der Welt. Aus dem ‚Land für die Muslime‘ säkularer Prägung in der Anfangszeit wurde der ‚Militärstaat‘ Islamische Republik Pakistan. Dieser brachte zahlreiche islamistische Militante hervor, unter anderem die Taliban. Innenpolitisch ist Pakistan am ehesten eine (vom Militär) gelenkte Demokratie mit signifikanten Menschenrechtsmängeln. Trotzdem finden regelmäßig freie Wahlen statt, es existieren verbriefte Verfassungsrechte und es gibt immer wieder Erfolge zivilgesellschaftlichen Engagements.

Pakistan ist konservativ, autoritär und zäh, aber auch äußerst wirkungsmächtig. Eine extrem junge Bevölkerung treibt das Land in eine schwer imaginierbare Zukunft: In diesem Heft blicken wir unter anderem auf die Entstehungsgeschichte Pakistans, die Folgen der Klimakrise für das Land, die Lebensrealitäten queerer Menschen und das Verhältnis von Militärstaat und Religion.

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Inhaltsübersicht

Russlands Medien schießen mit
Hefteditorial

Themenschwerpunkt: Pakistan

Nach Mitternacht
Editorial zum Themenschwerpunkt

Ein System von Schieflagen
Eine Bastelanleitung für P.A.K.I.Stan in sieben Schritten
von Jakob Rösel
Zur Langfassung des Artikels

Die erste islamische Republik
Pakistans ungeklärtes Verhältnis zur Religion
von Simon Wolfgang Fuchs

Der demokratische Dreh
Im Parlament und auf der Straße geht es hoch her
von Theodor Rathgeber

Gletscherschmelze und Monsun
Pakistans Umgang mit der Klimakrise
von Mome Saleem

»Wo sollen wir hin?«
Lilith Raza über Lebensrealitäten queerer Menschen

Urbanisierung seit fünftausend Jahren
Das heutige Städtewachstum in Pakistan ist enorm
von Wolfgang-Peter Zingel

»Ich bin keine Heldin, ich gehe meiner Arbeit nach«
Interview mit Haya Fatima Iqbal über Dokumentarfilme

 

Politik und Ökonomie

Mexiko: Forensikerinnen wider Willen
Die Suche nach Verschwundenen
von Patricia Saavedra Tovar

Somalia: Farce und Fassade
Die Regierung agiert ohne Legitimation
von Markus Virgil Höhne

Kenia: »Die Auslagerung von Umweltverschmutzung ist keine Lösung«
Interview mit der Umweltaktivistin Phyllis Omido

Syrien: Die potenzierte Katastrophe
Covid-19 trifft auf ein zerstörtes Gesundheitssystem
von Adopt a Revolution

Zentralasien: Schwieriger Balanceakt
Was der Ukrainekrieg für die Region bedeutet
von Peter Korig

Russland: Einiges Russland
Der Putinismus als völkische Ideologie
von Heinz Gess


Kultur und Debatte

Film I: Sehnsucht nach einem besseren Leben
Die Berlinale zeigt afrikanische Dokumentarfilme zu Migration
von Isabel Rodde

Film II: Mutiger Widerstand
»Myanmar Diaries« gewinnt den Berlinale-Dokumentarfilmpreis
von Isabel Rodde

Restitution: Mangi Meli – Rufe aus dem Depot
Ein tansanischer Enkel sucht die Gebeine seines Großvaters
von Victor Maria Escalona

Kolonialismus: Tief im Westen
Wuppertal und der deutsche Kolonialismus
von Oliver Schulten


Rezensionen

Yanick Lahens: Sanfte Debakel
Leben und Überleben in Haiti

Fatma Aydemir: Dschinns
Geister sind das kleinste Problem

Andy Robinson: Gold, Öl und Avocados
Die neuen offenen Adern Lateinamerikas

Eugenie Wirz: Care-Arbeit und Familie transnational
Rekonstruktionen sozialer Netzwerke ukrainischer Arbeitsmigrantinnen

Olga Shparaga: Die Revolution hat ein weibliches Gesicht. Der Fall Belarus
Feministisch gegen Lukaschenko

Erik Marquardt: Europa schafft sich ab
Wie die Werte der EU verraten werden und was wir dagegen tun können

Richard Rohrmoser: Antifa. Portrait einer linksradikalen Bewegung
In Zivilgesellschaft aufgelöst


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