Martina Backes

ist Redakteurin im iz3w und schreibt zu Tourismus, Klimakrise, Entwicklungspolitik, Agrarthemen, Ernährungs(un)sicherheit im internationalen Kontext und aus der Region Ostafrika.

Veröffentlichungen:

Unterm Radar blickt auf unterbelichtete und vernachlässigte Nachrichten aus dem Globalen Süden
Illustration: Anni Eble

Strahlenopfer

Beim Gedenken an die eine historische Atom­katastrophe wird leicht vergessen: Nuklear­tests, Uran­abbau und Endlager­desaster sorgen für heutige und künftige Strahlen­opfer, atomare Ambitionen befeuern den Langzeit­gau.

Nachahmung der Kulisse von Moskau direkt vor dem Pool
Perfekte Kulisse für die Videoinstallation »Ultra All Inclusive« der Künstlerin Ida Kammerloch: Das Kremlin Palace Hotel in Antalya | Foto: Rosaly Magg

Tourismus und Klassen­frage

Reisen gilt als Freiheit und Erholung – doch Tourismus war immer eine Klassenfrage, verbunden mit sozialer Ungleicheit. Der Artikel analysiert Luxus, Massentourismus und koloniale Kontinuitäten. Warum realisieren sich Urlaubsprivilegien immer auch auf Kosten anderer?

verlassenes Haus mit einem Tag, das viele Häuser in der Innenstadt Lissabons zeigen: »Hier könnten Menschen wohnen« A- aqui podia viver gente
Lissabon Innenstadt 2011 - Häuser stehen leer oder werden zu teuren Ferienwohnungen umgebaut. Auf der Hauswand steht »Hier könnten Menschen wohnen« | Foto: bildertexten

Ein missglückter Deal ...

Es fing an mit dem goldenen Visum. Investoren­kapital zieht in den historischen Stadtkern von Lissabon. Es folgt der Tourismus, während der Leerstand an Wohnungen steigt. Der Kapitalboom hat dem Stadtbild Lissabons und vielen Einwoh­ner*innen geschadet.

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Häuserwand mit der Aufschrift Wohin die Wolken ziehen - jede gezeichnete Wolke steht für ein Land
Riace im Frühsommer 2024 - Wohin die Wolken ziehen | Künster*in: unbekannt - Foto: bildertexten

»Città Futura«: Es war einmal ein italienisches Bergdorf

Riace, ein Bergdorf in Kalabrien, wird dank einer Kommunalpolitik der Zuwanderung erst zum Vorbild der Solidarity City Bewegung auf dem Lande, dann zum Ort mit Zukunft in einer strukturschwachen Region.

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Portrait von Hilda Nakabuye bei der Rede vor dem Mikrofon
Hilda Nakabuye von FFF Uganda spricht beim 10. Globalen Klimastreik von Fridays for Future am Brandenburger Tor in Berlin im März 2022 | Stefan Müller/Fridays for Future

»Der Kampf für Klima­gerechtig­keit ist ein globaler Kampf«

Die Klima­aktivistin Hilda Nakabuye im Interview über Gender­perspektiven auf die EACOP und Klima­gerechtig­keit in Uganda

Eine Person mit Erdölbeschmierten Händen hält ein Schild, auf dem steht »Stop EACOP«.
Für Umweltgerechtigkeit protestierende Aktivistin in Uganda | Foto: Photothèque AT CC BY-NC-SA 2.0 DEED

Gut vernetzt

Uganda und Tansania haben mit dem Bau­start zur Ost­afrika­nischen Rohöl­pipe­line Fakten zur Förderung der Fossil­industrie geschaffen. Gleich­zeitig wächst der inter­nationale zivile Wider­stand gegen die boomende Erdöl­förderung in Ost­afrika.

Vor dem Ostafrikanischen Gerichtshof und anderen Gerichten werden zur Zeit einige Klimaklagen verhandelt (Symboldbild).
Natural Justice Kenya ist eine der vier klagenden NGOs, die darauf hoffen, über eine Klage den Bau der EACOP stoppen zu können. Nachgestelltes Motiv einer Verhandlung von der Organisation mit Hauptsitz in Südafrika. | Quelle: Natural Justice

EACOP: Mit Klima­klagen gegen die Fossil­industrie

Die Klage gegen EACOP vor dem Ost­afrikanischen Gerichts­hof ist eine von vielen Klima- und Umwelt­klagen mit dem Ziel, der Fossil­industrie in Afrika Einhalt zu gebieten.

Die Lichter einer Tankstelle von TotalEnergies in Gundelfingen bei Nacht
Total Tankstelle in Gundelfingen bei Freiburg | Foto: Mondo79 CC BY 2.0

Schwarzes Gold aus Ostafrika

Im April ist offizieller Baustart einer Ölpipe­line vom Albertsee in Uganda bis zum Indischen Ozean in Tansania. Die Regierung von Uganda erhofft sich davon den Aufstieg vom Agrar­land zum Petro-State.

Filmstill aus »Call me Kuchu« (2012): David Kato und seine Mutter, Lydia Mulumba Nalongo
Filmstill aus »Call me Kuchu« (2012): David Kato und seine Mutter, Lydia Mulumba Nalongo | Foto: Katherine Fairfax Wright (2010)

»Die Gefahren folgen dir auf dem Fuß«

Mit Repression und Strafrechtsver­schärfungen geht Uganda gegen Homo­sexuelle vor. Bei wiederholten Ver­stößen droht sogar die Todes­strafe. Der Jurist Sean Shibolo Awali, Gründer der ugan­dischen Organisation TRIUMPH, hält das für ver­fassungswidrig.

Luftaufnahme der Küstengemeinde Anlo Beach in Ghana, Blick auf die teils überfluteten und zerstörten Häuser der Fischer
Klimakrise in Anlo Beach, Ghana. Zahlreiche Meerwärts gelegene Häuser wurden 2021 durch eine Sturmflut zerstört oder unbewohnbar | Foto: Coastal Management, Cape Coast

Wenn das Meer kommt

Anlo Beach ist eine von vielen Fischergemeinden an der Westafrikanischen Küste, die vom Klimawandel betroffen sind. Im November 2021 wurden Häuser von einer Sturmflut weggespült.

Erntearbeiter bearbeiten Biomasse in Indonesien
Hohe Nachfrage für Biosprit und Lebensmittel: Erntearbeiter mit Früchten der Ölpalme in Indonesien | Foto: Lucy McHugh/CIFOR CC BY-NC-ND 2.0 DEED

Landkonflikte vorprogrammiert

Die Energiewende braucht »grünen« Strom: Bio­masse ist ein begehrter Rohstoff, der häufig aus dem Globalen Süden stammt. Die Klima­bilanzen der Bio­masse sind häufig miserabel und es droht eine Ver­schärfung von Kämpfen um Land.

Graffiti zeigt Erde und spielt auf das Einhalten des 1,5 Grad Ziels an Klimakrise
Klimakrise - wichtige Kipppunkte - Wandgemälde von Extinktion Rebellion im Mai 2022 in Freiburg | Foto: bildertexte

Same procedure as every year?

Es fehlt ein Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Energien wie Gas, Kohle und Erdöl. Für Millionen Menschen bleibt die Klimakrise vor allem im Globalen Süden eine tödliche Gefahr. Was ist vom Klimagipfel zu erwarten?

Frauen in Militärdress und mit Gewehr bei der Ausbildung, Schwarzweißfoto von 1974
Ausbildung von Kämpferinnen in Tigray 1974 E.C. (1982) | Foto: Frauenvereinigung von Tigray.

Pioneers of Change?

In der Region Tigray scheint das Recht auf geschlechtliche Gleichberechtigung auf dem Vormarsch. Schon seit den 1960ern kämpften hier viele Frauen für die TPLF. Sexismus existiert aber weiterhin in der äthiopischen Provinz, von der fehlenden Repräsentation in politischen Gremien bis zu sexualisierter Gewalt. Die gesellschaftliche Position ehemaliger Kämpferinnen ist prekär.

Banner in Mek'elle, der Hauptstadt vn tigray zum 35. Jahrestag des Beginns der Kämpfe der TPLF gegen das Derg Regime
Wir werden das Vermächtnis unserer Märtyrer nicht verraten! Banner in der Hauptstadt der Region Tigray, Mekelle, anlässlich des fünfunddreißigsten Jahrestages des Beginns des Kampfes | Abbildung aus »Revolutionary struggles and girls' education: At the frontiers of gender norms in North-Ethiopia« von Thera Mjaaland.

»Jetzt haben wir wie die Männer Gewehre«

In den 1980ern bot der Befrei­ungs­kampf in Tigray gegen das Derg Regime Frauen Gelegen­heit, ihre aktive Rolle im bewaff­neten Wider­stand mit dem Streben nach Gleich­berech­tigung zu verbinden. Wie griff die TPLF im jüngsten Bürger­krieg auf das Bild dieser Kämpfer­innen zurück?

Gräberareal mit dem Hinweisschild "Please don't walk through the mass grave!"
Gräberareal mit Hinweisschild | Foto: Nick M | CC BY-NC-SA 2.0

Voyeurismus und Dark Tourism – was ist das eigentlich?

Orte, an denen Verbrechen verübt wurden oder Katastrophen eintraten, werden mehr und mehr zu touristischen Attraktionen. Was ist Dark Tourism – und warum wächst dieses Segment?

Bildquelle

zwei Schauspieler*innen des Films in einer entspannten Szene in Nairobi
Filmstill aus dem kenianischen Spielfilm »Rafiki« | Motiv: Afrobubblegum 2019

Im Futur gedacht

»Rafiki« ist ein Durchbruch, nachdem zuvor der Film »The Stories of our Lives« eines schwul-lesbischen Künstlerkollektivs in Kenia verboten worden war.

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