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Sie sind hier: Startseite Zeitschrift Ausgaben 314 | Zentralasien postsowjetisch Editorial zum Themenschwerpunkt

Editorial zum Themenschwerpunkt

1989 ff.

Die historische Wende von 1989 ff. und der Siegeszug des kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells haben nirgendwo größere Auswirkungen gehabt als in den Staaten und staatsähnlichen Gebilden, die aus der Sowjetunion hervorgingen. Über Russland und die osteuropäischen Länder ist hierzulande inzwischen einiges Wissen verbreitet, und sie durften zu einem erheblichen Teil sogar der EU und der NATO beitreten. Die zentralasiatischen Länder Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan sind hingegen auf unserer Mental Map weitgehend eine terra incognita geblieben.
Ein Zufall ist das wohl kaum. Zentralasien war die Peripherie des zaristischen Russlands und dann der (Ex-)Sowjetunion. Hier herrschte jahrzehntelang der russische Kolonialismus, und nach der Oktoberrevolution wurden der dort lebenden Bevölkerung erneut Gesellschafts- und Politikmodelle aufoktroyiert, die in Russland entstanden waren. Nach dem Systemwechsel von 1991 waren es dann westliche Vorstellungen von Demokratisierung und Wirtschaftsliberalismus, die eine glorreiche Zukunft versprachen. Es kann kaum verwundern, dass dies weitgehend schief ging.
Unser Themenschwerpunkt fragt nach den vielfältigen Problemen, die die diversen Systemwechsel
in Zentralasien hervorbrachten, und die massiv die Gegenwart bestimmen.

die redaktion

314 | Zentralasien postsowjetisch
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