Grünes Kupfer?
Öko-territoriale Konflikte des Kupferbergbaus in Peru
Der Abbau von Rohstoffen, unter anderem aus Lateinamerika, soll eine nachhaltige und ‚grüne‘ Wirtschaft sicherstellen, gleichzeitig bringt er schwerwiegende sozialökologische Probleme. Mit einer Ausweitung des Kupferbergbaus ist eine Verschärfung sozialer Konflikte und eine Fortsetzung ungleicher Geschlechterverhältnisse zu erwarten.
Über die Hälfte aller sozialökologischen Konflikte in Peru stehen in Verbindung mit Bergbau. Laut der Bergbaubeobachtungsstelle OCMAL (Observatorio de Conflictos Mineros de América Latina) sind 14,7 Prozent der territorialen Gesamtfläche Perus für den Abbau von Mineralien wie Gold, Silber, Zink und Kupfer konzessioniert.
Kupfer stellt das wichtigste Exportgut für die peruanische Wirtschaft dar. Gleichzeitig ist Peru nach Chile, mit 23,6 Prozent, zweitgrößter Kupferexporteur weltweit und daher ein wichtiger Handelspartner für die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Neben China (65,7 Prozent) und Japan (12,8 Prozent) gehört auch Deutschland, beispielsweise durch die Arubis AG in Hamburg, zu den Hauptabnehmern von Kupferkonzentrat.* Die Nachfrage nach Kupfer ist im Kontext der Energiewende zu betrachten, denn für die Abkehr von fossilen Rohstoffen und dem Ziel einer Klimaneutralität bis 2050, wie es im European Green Deal vorgesehen ist, werden massiv mehr Rohstoffe benötigt. Bereits heute beruht unser alltägliches Leben auf einem hohen Kupferverbrauch. Prognosen zufolge wird der Kupfergehalt eines durchschnittlichen PKWs in den nächsten Jahren beispielsweise von 20 auf 40 Kilogramm steigen. Für die Kabel eines Windrads werden 800 Kilogramm Kupfer benötigt. Laut der European non-ferrous metals association wird der Anstieg der Kupfernachfrag