Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge
Kontakt Spenden Abo Newsletter
Sie sind hier: Startseite Projekte südnordfunk

südnordfunk

Aus Print mach mehr - iz3w on Air! So die Devise der iz3w-Zeitschriftenredaktion. Mit dem südnordfunk sendet das iz3w in einer monatlichen Magazinsendung bei Radio Dreyeckland Inhalte, Debatten und Stimmen aus dem globalen Süden.

südnordfunk: Reinhören, mitmachen, einschalten, senden!

Aus Print mach mehr- iz3w on Air! Mit dem südnordfunk informiert das iz3w als monatliche Magazinsendung bei Radio Dreyeckland über ausgewählte Debatten der nord-süd-politischen Zeitschrift aus Freiburg.

 

SEDEZEITEN

Livesendung: Jeden ersten Dienstag im Monat um 16 Uhr auf 102,3 MHz. Wiederholung bei Radio Dreyeckland am darauffolgenden Freitag um 11 Uhr. Die monatliche Magazinsendung - iz3w on Air!

PODCAST

Der südnordfunk lässt sich bequem über die Soundcloud abonnieren oder durch einen Podcastfinder (App) in die eigene Podcast-Liste auf dem Smartphone integrieren.

sued-nord-funk-anzeige

Aus Print mach mehr - so die Devise der iz3w-Zeitschriften-Redaktion. Mit dem südnordfunk sendet das iz3w eine monatliche Magazinsendung. Mit ausgewählten Inhalten und Debatten der nordsüd-politischen Zeitschrift iz3w.

Hört rein in den Jingle!

Sendezeiten bei Freien Radiosendern

Jeden zweiten Freitag im Monat bei Freies Radio Stuttgart um 18 Uhr
► Jeden letzten Dienstag im Monat bei der Wüsten Welle in Tübingen jeweils um 10 Uhr
Jeden 3. Donnerstag bei Radio Corax Halle um 19 Uhr
► Jeden 2. Sonntag im Monat bei Radio F.R.E.I. in Erfurt um 18 Uhr
► Jeden 2. Sonntag im Monat um 16 Uhr bei coloRadio Dresden

► Jeden dritten und vierten Samstag im Monat bei Radio Flora in Hannover jeweils um 16 Uhr
► Jeden zweiten Montag im Monat bei Radio Unerhört Marburg um 19 Uhr
► Jeden zweiten Dienstag im Monat beim Querfunk in Karlsruhe um 16 Uhr
► Jeden zweiten Dienstag im Monat bei Radio ARA in Luxembourg um 18:30 Uhr
Jeden 2. Freitag im Monat um 19 Uhr bei Freies Radio Neumünster
► Donnerstags alle 4 Wochen in der geraden Kalenderwoche / Radio Free FM Ulm um 18 Uhr
► Mittwochs um 15 Uhr beim StHörfunk in Schwäbisch Hall
► Unregelmäßige Sendezeit bei Radio Z in Nürnberg

Mittwochs beim bermuda.funk (Mannheim und Heidelberg) ab 16 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung

der Stiftung Zusammenarbeit und Entwicklung in Baden Württemberg  (SEZ) und dem Förderprogramm entwicklungspolitische Bildung (FEB) des BMZ.

Logo von Engagement Global - Förderer des südnordfunkLogo der Stiftung Zusammenarbeit und Entwicklung Baden-Württemberg

Die Erde fiebert

Visual Storytelling Gerechtigkeit und Aktionismus in der Klimapolitik

In diesem visuellen Storytelling schaut der südnordfunk auf Aspekte der Klimakämpfe aus dem Globalen Süden.

 

Gerechtigkeit und Aktionismus in der Klimapolitik


# 78 Chile ist aufgewacht - ein Jahr Revolte

Der südnordfunk #78 beschäftigt sich mit einem Rückblick auf die Revolte in Chile, die vor einem Jahr begann. Im Oktober des letzten Jahres gingen über Wochen hinweg Million von Menschen landesweit auf die Straßen. Sie fordern mehr soziale Gerechtigkeit und vor allem die Abschaffung der Verfassung, die noch aus der Zeit der Militärdiktatur stammt. Fotos: Nicole Kramm

südnordfunk vom 3. November 2020 auf Radio Dreyeckland

Die ganze Sendung anhören

 

Die chilenische Revolte im geschichtlichen Kontext

evadir_metro.jpeg

Chile galt- aus eurozentrischer und westlicher Perspektive- jahrzehntelang als „Vorzeigeland Lateinamerikas“. Die Proteste, die letztes Jahr im Oktober losgetreten wurden haben das Land kräftig durchgerüttelt. Doch woher kommt diese Wut, die sich scheinbar so plötzlich auf den Straßen entladen hat? Wir blicken auf die Anfänge und den Auslöser der Proteste, nämlich auf die geplante Fahrpreiserhöhung für den öffentlichen Personennahverkehr. Bei einem Rückblick auf die Geschichte des Landes betten wir die Aufstände anschließend in einen größeren Kontext ein. Ein Beitrag von Theresa Weck und Luciano Ibarra.

 

Charakter und Organisation der chilenischen Proteste

panuelos verdes

Die Proteste in Chile sind außergewöhnlich, weil sie von breiten Teilen der Bevölkerung getragen und von unterschiedlichen Gruppen organisiert werden. Sie sind damit hierarchiearm und konzentrieren sich nicht auf eine*n Protagonist*in. Was die einzelnen Gruppen auf die Straße treibt, was sie fordern und welche Rolle die Sozialen Medien bei der Organisation und Dokumentation der Proteste spielen. Ein Beitrag von Theresa Weck und Luciano Ibarra.

 

Repression während der chilenischen Proteste

Repression

Die Regierung Sebastian Piñeras ging brutal gegen die Proteste vor. Das Militär wurde erstmals seit dem Ende der Militärdiktatur vor 30 Jahren auf die Straße geschickt. Die Polizei ging rücksichtslos gegen die Demonstrierenden und alle Beteiligten der Proteste vor. Es gab Tote und zahlreiche Verletzte. Betroffene erzählen. Ein Beitrag von Theresa Weck und Luciano Ibarra.

 

Das chilenische Verfassungsrefendum

mujeres3.jpeg

Zumindest eine Forderung hat bei der Regierung Sebastian Piñeras Gehör gefunden, nämlich die nach einem Verfassungsreferendum. Die chilenische Verfassung stammt immer noch aus der Zeit der Militärdiktatur und wurde nie von der chilenischen Bevölkerung legitimiert. Die für April geplante und wegen der Corona-Pandemie verschobene Abstimmung fand nun Ende Oktober statt, mit einem (scheinbar) klaren Ergebnis. Ein Beitrag von Theresa Weck und Luciano Ibarra.

# 77 Die Wucht der Klimakrise

Mit Maske und Abstand erinnerten die Klimastreiks im September weltweit an die Wucht der Klimakrise und die lahmende Klimapolitik. Neue Erkenntnisse über den Zustand des Planeten und des Klimas zeigen, es braucht mehr Tempo beim Klimaschutz. Indes kämpfen viele Menschen im Globalen Süden meist still und leise, aber stetig, an der Klimafront, denn es geht um ihre Existenz. In der Casamance im Süden des Senegal hat ein Dorf dem Salz den Kampf angesagt, das aufgrund des Klimawandels die Böden für den Reisanbau vergiftet.

Sendezeit

Dienstag, den 6. Oktober um 16 Uhr im Raum Freiburg auf 102,3 Mhz & weltweit über den Livestream von rdl.de

Wiederholung am Freitag, den 16. Oktober um 11 Uhr

Ganze Sendung #77 nachhören oder downloaden


 

REPORTAGE

Nicht nur die Kerosinen rauspicken - Statements von den Klimastreiks

Demoschild gegen das Klimawandelleugnen

Klimaproteste in Freiburg / © bildertexten

Hunderttausende protestierten vergangenen September für eine bessere Klimapolitik - in rund 150 Ländern. Mit den Slogans „Maske auf – Emissionen runter“ und unter dem Hashtag „Kein Grad Weiter“ positioniert sich die Klimabewegung inmitten der Corona Pandemie. Trotz strenger Auflagen gab es weltweit an über 3.500 Orten Klimaaktionen der Fridays4Future-Bewegung. Was denken die Aktivist*innen über Klimagerechtigkeit?

 

SCHLAGLICHTER

Die Wahrheit sagen – neue Erkenntnisse aus klimarelevanten Studien

Weltkugel im Park in Bonn - wie geht es dem Planeten?

Der Planet bei Bonn / © bildertexten

Tell the Truth! Sag(t) die Wahrheit. Die Umweltbewegung Extinktion Rebellion, die unter dem Hashtag #RebellionWave Straßenproteste und Blockaden gegen die Blockierer der Klimapolitik angekündigt haben, fordern die nackte Wahrheit über die Wucht der Klimafolgen und sofortiges Handeln der Politik. Wir fassen in den Schlaglichtern die Ergebnisse einer Auswahl neuer Studien über den Zustand des Klimas zusammen.

FEATURE

Wenn das Salz kommt – Kein gutes Klima für Vertriebene

In der Casamance heben die Dorfbewohner im Watt Gräben aus. So entstehen Fischteiche als Schutzzone, die das Meersalz und die Flut in dem einzigartigen Delta kontrollieren und die Reisfelder schützen sollen.

Im Watt in der Flussmündung der Casamance / © bildertexten

Die Anzahl der Personen, die als Klimaflüchtlinge bezeichnet werden, steigt. Das gilt insbesondere für Regionen mit gewaltsamen Konflikten oder einer chronisch unsicheren Ernährungslage. Laut dem Institut für Wirtschaft und Frieden aus den USA sind 31 Staaten nicht widerstandsfähig genug, um die ökologischen und politischen Veränderungen der kommenden Jahrzehnte aufzufangen. Es bestehe die Gefahr, dass die Bewohner*innen dieser Länder gezwungen sein werden, umzusiedeln oder zu fliehen. Betroffen sind mehr als eine Milliarde Menschen.

Eher selten hört man von Kriegsvertriebenen, die nach der Rückkehr in ihre Herkunftsdörfer mit dem Klimawandel konfrontiert werden. In der Casamance, dem südlichen Senegal, suchen tausende Rückkehrende nicht nur den Frieden. Ihre Existenzsorgen drehen sich täglich auch um die Frage, wie sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Ein Wettlauf mit der Zeit. Ein Feature von Martina Backes

In der Casamance versalzen die Reisfelder.

Versalzene Reisfelder im Dorf Youtou in der Casamance © bildertexten

Außerdem:

Die Erde fiebert. Gerechtigkeit und Aktionismus in der Klimakrise

Mit diesem visuellen Storytelling schaut der südnordfunk auf Aspekte der Klimakämpfe im Globalen Süden.


 


# 76 Mehr als nur Star Trek - Science Fiction im Globalen Süden

Welche utopischen oder dystopischen Gesellschaftsentwürfe werden von Künstler*innen aus Ländern des Globalen Südens erdacht? Im Südnordfunk # 76 widmen wir uns dem Afrofuturismus, schauen uns die Sci-Fi-Szene in Indien an und erfahren, welche Bedeutung der Film "Born in Flames" für die feministische Science Fiction hat.

südnordfunk vom 1. September 2020 auf Radio Dreyeckland

Die ganze Sendung anhören

 

Space is the Place – Vom Afrofuturismus zur Afro-Science-Fiction

20200901spaceisthepl104061.jpeg

Was steckt hinter dem Konzept des US-amerikanischen “Afrofuturismus” und was ist sein emanzipatorischer Gehalt? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zur Science-Fiction afrikanischer Künstler*innen? Über diese und weitere Fragen sprachen wir mit Diana Haußmann. Sie ist Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten frankophone und afrikanische Gegenwartsliteratur. Ein Interview von Katrin Dietrich.

 

“Wir wollen Science-Fiction aus seiner anglophonen Hülle herauslösen”

20200901wirwollensci104065.jpg

Das Konzept der Science-Fiction hat in der indischen Erzählkunst eine lange Geschichte. Wir sprachen mit dem Kulturwissenschaftler Bodhisattva Chattopadhyay über antike indischen Epen und Zeitausdehnung, über die Apocalypse, über Dystopien und Utopien, Geoengeneering und Futurama, über Termiten und Bärtierchen, über Destillanzüge und Frank Herberts Dune, über indigene und Afrofuturismen, sowie last but not least die unheimlich reichhaltige, traditionsreiche und vielsprachige Science-Fiction in Indien. Ein Beitrag von Meike Bischoff.

 

Born in Flames - feministische Science Fiction

borninflames.jpg

Born in Flames - Ein Klassiker der feministischen Filmgeschichte, ein pseudodokumentarischer feministischer Science-Fiction-Film von Lizzie Borden aus dem Jahr 1983. Der Film spielt in den USA als eine sozialistische Demokratie zehn Jahre nach einer Revolution. Auch in dieser angeblich gerechteren Gesellschaft sind Sexismus und Rassismus weiterhin im alltäglichen Leben fest verankert. Doch dagegen regt sich feministischer Widerstand. Ein Beitrag von Radio Corax über den Film und seine Hintergründe.

# 75 Die langen Schatten des Kolonialismus

Haiti war das erste Land in Lateinamerika, das sich durch einen Aufstand der Sklav*innen von der Kolonialherrschaft Frankreichs befreite. Doch die Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1804 hatte einen hohen Preis. Frankreich verlangte eine Entschädigungssumme von 150 Millionen Francs von dem Inselstaat in der Karibik – Eine riesige Summe, die die Steuern in Haiti bis ins 20. Jahrhundert nach oben und die öffentlichen Ausgaben langfristig nach unten trieb. Für den Südnordfunk # 75 im August haben wir mit der Literatur- und Geschichtswissenschaftlerin Marlene Daut über die Auswirkungen der französischen Kolonialherrschaft gesprochen. Außerdem schauen wir auf die Überschneidungen von Rassismus und Klassismus in Deutschland, koloniale Muster in der Berichterstattung der Tagesschau und das Erstarken des Hindunationalismus in Indien.

südnordfunk vom 4. August 2020 auf Radio Dreyeckland

Die ganze Sendung anhören

 

Wie Haiti zu einem der ärmsten Länder der Welt wurde

haitiindpendance.png

Anfang des 19. Jahrhunderts war Haiti der erste unabhängige Staat in ganz Lateinamerika. 1791 begann der Weg zur Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich mit einem Aufstand von Sklav*innen. Über 20 Jahre später, im Jahr 1804 wurde aus der französischen Kolonie Saint-Domingue der Staat Haiti - und der Kampf der Sklav*innen zur ersten erfolgreichen Rebellion Versklavter in der Geschichte. Doch Frankreich hat das lange nicht akzeptiert und verlangte eine Entschädigung von 150 Millionen Francs von dem Inselstaat. Wir sprachen mit Marlene Daut über Frankreichs koloniale Praktiken in Haiti. Sie lehrt an der University of Virginia und hat mehrere Bücher und Artikel zur Haitianischen Revolution veröffentlicht. Ein Beitrag von Adèle Cailleteau.

 

Wenn der Globale Süden kein Thema ist

Fernseher.jpg

Wer abends um acht pünktlich vor dem Fernseher sitzt und die Tageschau einschaltet, hat oft das Gefühl: Die wirklich wichtigen Dinge auf der Welt passieren in Europa, den USA und dem Nahen Osten. Politische Ereignisse aus den Ländern Lateinamerikas und Afrikas sind viel seltener eine Nachricht wert. Der Germanist Ladislaus Ludescher wollte diesen Eindruck in Zahlen messen und hat deswegen eine Langzeitstudie gemacht. Dafür hat er 10 Jahre Tagesschau und andere Leitmedien ausgewertet und sich angeschaut, welche Länder wie oft Thema sind. Die Ergebnisse sind deutlich: Gemessen an der Bevölkerungszahl kommen Europa, die USA und der Nahe Osten überproportional oft in der Tagesschau vor. Die Länder Lateinamerikas und Afrikas und die Südpazifikregion werden dagegen vernachlässigt. Im Interview mit Radio Corax erklärt Ladislaus Ludescher zuerst, welche Folgen diese verzerrte Repräsentation hat.

Die Studie "Vergessene Welten und blinde Flecken -über die mediale Vernachlässigung des Globalen Südens" findet ihr hier.

 

"Individualisierung macht Diskriminierung unsichtbar"

Individualsociety.jpg

Wenn Schwarze Menschen arm sind, erleben sie andere Formen der Diskriminierung als arme weiße Menschen oder reiche Schwarze. Diese Diskriminierungen sind durch globale Machtstrukturen wie Kolonialismus und Kapitalismus gewachsen. Und haben ganz konkrete Auswirkungen- zum Beispiel in Deutschland. Wir haben uns von der Politikwissenschaftlerin Dimitra Dermitzaki vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung erklären lassen, was die Intersektion von Rassismus und Klassismus bedeutet und welches Ausmaß sie in Deutschland hat. Ein Interview von Antonia Vangelista.

 

War's das mit Indiens säkularem Pluralismus?

film03.jpg

Das indische Parlament verabschiedete im Dezember letzten Jahres ein neues Staatsbürgerschaftsgesetz, den Citizenship Amendment Act (CAA), welcher Migration von Menschen verschiedener Religionen und Ethnien aus umliegende Staaten erleichern soll, Muslime*a aber ausdrücklich ausklammert. Knapp zwei Millionen indische Muslime*a fürchten nun, von der hindunationalistischen BJP Regierung staatenlos gemacht zu werden. Dagegen gab es riesige Proteste, die im Februar bei den Ausschreitungen in Delhi einen brutalen Höhepunkt erreichten: dutzende Menschen – vor allem Muslime – wurden vom hinduistischen Mob getötet. Der Gesetzesvorstoß hat systematische pogromartige Angriffe auf die muslimische Bevölkerung wieder befeuert. Inzwischen haben mindestens acht indische Bundesstaaten angekündigt, das Gesetz nich zu implementieren.

Lalit Vachani, Wissenschaftler, Dozent an der Uni Göttingen und Dokumentarfilmer, sieht das Land in eine autoritäre, hindunationalistische Richtung wandern. Die Regierungspartei BJP kommt aus der Tradition der hindunationalistischen Organisation RSS. unter verschärften Bedingungen, wie der Ausgangssperre aufgrund der Gesundheitskrise nach dem ersten Lockdown am 4. März sieht Vachani antimuslimischen Rassismus weiter anwachsen Ein Beitrag von Meike Bischoff.

# 74 Rechte Gewalt - alltäglich und unsichtbar

Gewalt ist das grundlegende Element rechter Ideologien weltweit. Jeden Tag werden Minderheiten, linke Aktivist*innen und andere Menschen, die nicht in rechte Weltbilder passen, ermordet, angegriffen oder bedroht. Diese Gewalt ist häufig nicht sichtbar: Rassistische Denkmuster machen die Opfer selbst für die Übergriffe verantwortlich, staatliche Institution nehmen rechte Gewalt nicht ernst oder sind sogar selbst in sie verwickelt. Im Südnordfunk # 74 im Juli blicken wir unter anderem auf die Verbindungen zwischen Regierung und rechten Paramilitärs in Kolumbien, die für die zunehmenden Morde an Aktivist*innen Sozialer Bewegungen verantwortlich sind. Außerdem berichtetet die Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky über Antiziganismus in Ungarn und die Rolle der Orbán Regierung.

südnordfunk vom 7. Juli 2020 auf Radio Dreyeckland / 102,3 MHz

Sendung jetzt nachhören


"Ich kann nicht atmen"

Wandbild_Portrait_George_Floyd_von_Eme_Street_Art_im_Mauerpark_Berlin.jpg

Anfang Juni sind in Deutschland zenhntausende Menschen gegen strukturellen Rassismus auf die Straße gegangen. Nach dem erneut ein schwarzer Mensch, George Floyd, in den USA durch Polizeigewalt gestorben ist, scheint das Thema endlich mehr Sichtbarbkeit auch in Deutschland zu bekommen. Ein Ende des rassistischen Normalzustandes, wie ihn migrantische Menschen beschreiben? Nein!, argumentiert das Editorial der aktuellen iz3w-Ausgabe. ► Ein Kommentar zur Rassismusdebatte in Deutschland von Larissa Schober.

 

"Manche Menschen trauen sich kaum mehr vor die Tür"

Hanau_Heumarkt_2020_Gedenken_am_Tatort.jpg

Rechte Gewalt ist oft unsichtbar für Menschen, die sich mit dem Phänomen nur auseinandersetzen müssen, wenn sie nach einem rechten Anschlag wie zuletzt in Hanau die Zeitung aufschlagen. Alltäglich und eine ständige Bedrohung ist sie für diejenigen, die nicht ins rechte Weltbild passen: Migrant*innen, People of Color, queere Menschen, linke Aktivist*innen. Die Perspektive der Betroffenen kommt in der Gesellschaft dabei viel zu wenig vor. Das erklärt Sara Haupenthal im Interview. Sie leitet das Projekt CURA – Opferfonds Rechte Gewalt bei der Amadeu Antonio Stiftung. Mit dem Fonds werden Betroffene finanziell unterstützt. ► Das Interview führte Lisa Westhäußer.

 

Bäuerlicher Aktivismus und rechte Morde in Kolumbien

FarallonesdeCalli.jpg

In Kolumbien besteht eine regelrechte Allianz zwischen Staat, rechten bewaffneten Gruppen und kapitalistischen Interessen. Seit Jahrzehnten ermorden rechte Paramilitärs gezielt Aktivist*innen aus sozialen Bewegungen. Die Paramilitärs setzen dabei die Interessen von Drogenbaronen und Großgrundbesitzern durch. Interessen, die auch der aktuelle Präsident Duque vertritt. Duque lässt die Morde an den Aktivist*innen einfach so geschehen. Opfer dieser Morde werden Aktivist*innen, die sich für Menschenrechte einsetzen, für den Zugang zu Land und gegen große Bergbauprojekte, an denen häufig auch europäische Firmen beteiligt sind. Auch Jorge Enrique Oramas kämpfte gegen ein Bergbauprojekt im Departamento Valle de Cauca im Südwesten Kolumbiens. Er wurde Mitte Mai ermordet. Mutige Landrechtsaktivistinnen begehren auf gegen die staatlich gewollte rechte Gewalt. ► Ein Beitrag von Claudia Patricia Ghitis.

 

Staatliche Schikane und strukturelle Diskriminierung

Mahnmal_Budapest.jpg

Antiziganismus, der strukturelle Hass und die strukturelle Diskriminierung von Sinti und Roma nimmt in ganz Europa zu. In Ungarn, wo Romnja und Roma seit Jahrhunderten leben, ist der Antiziganismus einerseits ein kulturelles Erbe, das nicht „aufgearbeitet“ wurde. Anderseits wird er seit 2010 von der Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orbán stark begefeuert. Die strukturelle Diskriminierung der Romnja und Roma wird dabei verschärft durch die so genannte „Roma-Strategie“ der Regierung aus dem Jahr 2011. Nicht selten fordert der tiefsitzende Antiziganismus in der Gesellschaft Opfer und Romnja und Roma werden von paramilitärischen Organisationen ermordet. ► Ein Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky über Antiziganismus in Ungarn.

# 73 Der Globale Süden im Zweiten Weltkrieg

Der Südnordfunk vom Juni 2020 erinnert an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren und an das Schicksal von Kolonialsoldaten, denen nach der Niederschlagung des Naziregimes jede Anerkennung und teilweise auch ihre Entlohnung verweigert wurde. Die Beiträge befassen sich mit dem unbeabsichtigten Kriegseintritt Indiens, einem Massaker an senegalesischen Kolonialsoldaten und der Ausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg".

südnordfunk vom 2. Juni 2020 auf Radio Dreyeckland

Die ganze Sendung anhören


"Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" - Wanderausstellung

Afrikanische_Kolonialsoldaten_der_britischen_Streitkraefte_beim_Training.jpg

Kolonialsoldaten aus den Maghrebstaaten hatten im April 1945 einen wesentlichen Anteil an der Befreiung Badens vom Nationalsozialismus. Soldaten aus Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika kämpften im Zweiten Weltkrieg gegen den deutschen und italienischen Faschismus und den japanischen Großmachtswahn. Teils freiwillig, teils mit Gewalt wurden diese Kolonialsoldaten von den Alliieerten einberufen. Aber auch die faschistischen Achsenmächte rekrutierten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter.

Ein Gespräch mit Karl Rössel, Mitarbeiter des Rheinischen JournalistInnen-Büros und Kurator der Wanderausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg",

Die Wanderausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" haben wir 2010 in Freiburg gezeigt. Seither ist sie um die Welt gewandert, zum Beispiel nach Gambia und Südafrika. Vom 1. Juli bis Oktober 2020 wird sie in der norddeutschen Gedenkstätte Lager Sandbostel gezeigt.

 

 

Die Rolle Indiens im Zweiten Weltkrieg

thediplomat_20160917_190806.jpg

Der 2. Weltkrieg brach aus, als Indien sich mitten im Unabhängigkeitskampf gegen die Kolonialmacht Großbritannien befand. 1939 erklärte der britische Vizekönig Lord Linlithgow den Kriegseintritt Britisch-Indiens auf Seiten des Empire, ohne die gewählten indischen Volksvertreter zu konsultieren. So wurde das Land ungewollt mit in den Kampf gegen Nazi-Deutschland und dessen Verbündete Italien und Japan gezogen.

Wir sprachen mit der Historikerin Dr. Maria Framke. Sie verfasste ihre Promotion zum Thema "Wahrnehmungen und Aneignungen von Faschismus und Nationalsozialismus in Indien zwischen 1922 und 1939". Seit 2015 ist sie am Lehrstuhl für Europäische und Neueste Geschichte der Uni Rostock tätig und schreibt zur Zeit an ihrer Habilitation zum Thema „South Asian Humanitarianism in armed conflicts, 1899-1949“.  Ein Interview von Greta Panschar.

 

Wiedergutmachung für das Massaker von Thiaroye

22photoMbapSenghor_0.jpg

M'bap Senghor war 32 Jahre alt, als er bei dem Thiaroye-Massaker vom französischen Militär ermordert wurde. Nachdem er als Kolonialsoldat für Frankreich im Zweiten Weltkrieg gekämpft hatte, wurden er und seine Gefährten ohne jegliche Zeichen der Anerkennung aus dem Kriegsdienst entlassen und nach Senegal zurückgeschickt. Viele erhielten nicht einmal ihren Gefangenlohn oder eine Entschädigung für ihre Soldatendienste. In Dakar angekommen und dann im Durchgangslager von Thiaroye eingesperrt, verlangten M'bap Senghor und andere Soldaten, was ihnen zustand. Anstatt sie zu bezahlen, tötete die französische Armee sie. In der offiziellen, aber falschen Erzählung war die Rede von einer Meuterei, die niedergeschlagen werden musste. Erst vor fünf Jahren erkannte der französische Präsident Hollande zum Teil das Unrecht der französischen Armee an. Der Sohn von M'bap Senghor, Biram Senghor, und die Historikerin Armelle Mabon haben rechtliche Schritte eingeleitet, um Zugang zur Wahrheit zu erhalten. Ihre Forderungen: die Exhumierung der Leichen und Zugang zu den Archiven.  Ein Beitrag von Adèle Cailleteau.

Hier geht es zum Artikel mit dem gleichen Thema, der in der iz3w 378 erschienen ist.

 

Vernissage der Ausstellung "Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg"

3www2_Plakat_th.jpg

2010 war die Wanderausstellung "Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg" im Centre Culturel Francais in Freiburg zu Gast. Sie erzählt von einem finsteren Kapitel der Kriegsgeschichte, das im deutschsprachigen Raum bisher wenig beleuchtet wurde. Ein Beitrag mit Impressionen und Erklärungen zur Vernissage, die im November 2010 stattfand. Auch der Ausstellungsmacher Karl Rössel kommt zu Wort und berichtet über Idee und Entwicklung seiner Ausstellung.

# 72 Repression statt Schutz - autoritäre Maßnahmen in der Corona-Krise

Weiterhin hält uns die Pandemie in Atem und wir beschäftigen uns wieder mit den Auswirkungen der Pandemie im Globalen Süden. Diesmal liegt unser Fokus darauf, welche autoritären Maßnahmen Regierungen ergreifen, um gegen oppositionelle und soziale Bewegungen vor zu gehen - ganz im Zeichen des Schutzes vor dem Virus.

südnordfunk vom 5. Mai 2020 auf Radio Dreyeckland / 102,3 MHz

Sendung jetzt nachhören


Ein starker Mann gegen Corona – Erdogans Selbstinszenierung in der Krise

Bild_Istanbul.jpg

„Mehr Menschen realisieren, wie wichtig kritische Stimmen in der Türkei sind“, sagt Erol Önderoğlu von Reporter ohne Grenzen zur Corona-Krise in der Türkei. Und das, obwohl die Regierung unter Präsident Erdoğan alles tut, um das Bild der vereinten Nation mit einem starken Mann an der Spitze in der Gesundheitskrise zu etablieren. Dabei schreckt sie auch nicht davor zurück, Lokaljournalist*innen, Oppostionspolitiker*innen und selbst einfache Arbeiter, die ihre wirtschaftliche Situation in der Krise in Sozialen Medien anprangern, ins Gefängnis zu stecken. ► Ein Beitrag von Lisa Westhäußer.

 

Wie die Corona-Pandemie die Protestbewegung in Chile verändert

DerCoronavirusistnichtsotodlichwiederchilenischeStaatFotoSophiaBoddenberg1.jpeg

Von Oktober bis Mitte März gab es massive Proteste auf Chiles Straßen. Im Dezember erklärte Präsident Pinera den Ausnahmezustand – die Menschen protestierten weiter. Mitte März wurde nochmals der Ausnahmezustand erklärt, diesmal wegen Corona. Einige Assembleas Territoriales, die dortigen Nachbarschaftsversammlungen, rufen selbst dazu auf, zu Hause zu bleiben. Seitdem Corona Chile erreicht hat, ist die Straße nicht mehr Katalysator für die Unzufriedenheit der Bevölkerung. Die Bewegung findet andere Protestformen. Maria Paz Villalobos und Sophia Boddenberg berichten von einer Protestbewegung, deren Ausdrucksformen sich seit Corona verändert haben, die auf jede Rede von President Pinera mit Calledelasos, Topfschlagen, an den Fenstern antwortet, sich online weiterhin vernetzt und über ihre Forderungen und Strategien reflektiert. ► Ein Interview.

 

Putsch und Pandemie in Bolivien

IMG_4697_0.jpg

Einen Vormittag die Woche darf jeder und jede raus um sich zu versorgen - nur ist die Frage, mit welchem Geld, in einer Gesellschaft, in der 70% der Menschen im informellen Sektor arbeiten. Mit der derzeitigen totalen Ausgangssperre fehlen den meisten Menschen ihre Einkünfte. Viele hungern. Staatliche Hilfe oder Ausnahmeregelungen, damit es nicht zur Unterversorgung kommt, gibt es nicht. Nun wird die gesamte Bevölkerung kriminalisiert. "Wir haben hier in Wirklichkeit keine Quarantäne sondern einen Belagerungszustand", sagt Adriana Guzmán. Sie verkauft Kunsthandwerk in La Paz und engagiert sich bei der Bewegung gemeinschaftlicher antipatriarchaler Feminismus. Sie spricht über die Pandemie als Deckmantel für eine Ausweitung der Repression und eine fortschreitende Militarisierung der bolivianischen Gesellschaft unter der selbsternannten rassistisch-fundamentalistisch-christlichen De-facto-Regierung von Präsidentin Jeanine Añez, die sich letztes Jahr an die Macht putschte und den gewählten Präsidenten der MaS (sozialistische Bewegung), Evo Morales, ins Exil nach Mexiko zwang. ► Ein Interview von Meike Bischoff.

Corona-Regeln gegen prodemokratische Proteste in Hong Kong

49384615858_786b105681_o.jpg

Studierende, Anwält*innen, Gerwerkschaftler*innen- viele verschiedene Menschen in Hong Kong sind seit Juni vergangenen Jahres gegen chinesischen Einfluss, Polizeigewalt und für Demokratie auf die Straßen gegangen. Kaum eine der Forderungen wurden seitdem erfüllt. Trotz Einschüchterungen und vielen Verhaftungen haben die pro-demokratischen Parteien bei den Lokalwahlen im November einen beeindruckenden Wahlsieg eingefahren. Aktuell hat sich das Coronavirus auch in Hong ausgebreitet, wodurch der Alltag zum Ausnahmezustand wird. Die Pandemie in Hong Kong ist für Polizei und Regierung ein willkommener Vorwand, um Proteste zu verbieten und Aktivist*innen zu verhaften. Wir haben mit dem Aktivisten und Lokalpolitiker Kam-lung Sam Yip über die aktuellen Proteste und die politischen Auswirkungen der Corona-Pandemie in Hong-Kong gesprochen. ► Ein Interview von Antonia Vangelista.

# 71 Ausnahmezustand weltweit

Der aktuelle Ausnahmezustand aufgrund des Corona-Virus ist für den Globalen Norden verheerend und trifft ihn unvorhergesehen. Die Situation und das Ausmaß ist bisher einmalig. Im Globalen Südens sind Epidemien viel alltäglicher. Trotzdem schaffen es diese Gesundheitskrisen kaum in unsere Nachrichten.

südnordfunk am 7. April 2020 auf Radio Dreyeckland / 102,3 MHz

Sendung jetzt nachhören


Zum Umgang mit Infektionskrankheiten im Globalen Süden

copy2_of_beitragpia_Quelle_wikipedia.org_CynthiaGoldsmith.JPG

Während sich in Europa und alles um Corona und die möglichen Folgen für die Bevölkerung dreht, sind Epidemien und Gesundheitskrisen andernorts viel alltäglicher. Auch, wenn sie eigentlich leichter vermeidbar wären. In der Demokratischen Republik Kongo starben innerhalb des letzten Jahres mehr als 6000 Menschen an den Masern. Und gegen Masern existiert eigentlich eine Impfung. Mitbekommen haben wir hier im Globalen Norden wenig von diesem Krankheitsausbruch. Das ist nur ein Beispiel, über die unterschiedlichen Reaktionen, wie mit Krankheiten im globalen Norden und dem globalen Süden umgegangen wird. Andreas Wulf von medico international erklärt uns mehr zu den Hintergründen. ► Ein Interview von Pia Masurczak.

 

Tourismus-Stopp in Nordafrika

Marokko_Tourismus_foto_SError.jpg

Marokko hat Mitte März seine Grenzen zu den europäischen Zentren der Epidemie wie Frankreich oder Italien dicht gemacht, ebenso zu seinen Nachbarländern. Eine Ausgangssperre wurde eingeführt, die unter anderem durch das Militär kontrolliert wird. Diese strengen Maßnahmen sollen dabei helfen, die Pandemie zu verlangsamen, um die schwachen medizinischen Kapazitäten des Landes so wenig wie möglich zu belasten. Dadurch wird der Tourismus auf unabsehbare Zeit total gestoppt, obwohl er ein vitaler Sektor der marokkanischen Wirtschaft ist. ► Ein Beitrag von Adèle Cailleteau.

 

Sicherheitsmaßnahmen in Kamerun

beitragkamerun_quelleprivat.jpeg

Experten sind sich einig: Wenn sich das Coronavirus auf dem Afrikanischen Kontinent weiter ausbreitet, könnte dies für viele Menschen dramatische Folgen haben. Die Gesundheitssysteme sind geschwächt und die meisten Menschen leben von Tag zu Tag. Dazu kommen noch die politischen Spannungen in manchen Ländern wie etwa in Kamerun. Das westafrikanische Land gehört mittlerweile zu den drei Ländern in Afrika, die am meisten vom Coronavirus betroffen sind. Hier haben die Menschen mehr Angst von den Sicherheitsmaßnahmen wie etwa eine mögliche Ausgangsperre als vom Virus selbst. ► Ein Beitrag über die Lage im Land von Rufine Songue..

# 70 Feministische Kämpfe weltweit

Passend zum FLINTQ*-Monat März sprechen wir im südnordfunk im März über internationale feministische Solidarität mit Aktivist*innen aus Nepal, Fidschi, Südafrika und Mexiko.

südnordfunk am 3. März 2020 auf Radio Dreyeckland / 102,3 MHz

Sendung jetzt nachhören


Women's Global Strike

copy_of_20200303_Streikbeitrag_0.jpg

If women stop, the world stops. Überall auf der Welt wollen Frauen* dies zeigen: Am 8. März gehen sie nicht ihrer bezahlten Arbeit nach und streiken auch zuhause. Unter der Kampagne Women’s Global Strike organisieren feministische Gruppen weltweit Streiks, Infoveranstaltungen und Kulturangebote und politisieren so ihren Kampf. Maryann Lockington berichtet von ihren Kämpfen in Fidschi und Renu Adhikari Rajbhandari verdeutlicht ihre Perspektive aus Nepal. Beide verweisen darauf, dass Frauen* stärker als Männer* vom Klimawandel betroffen sind. Verschiedene Frauen*stimmen leiten den Beitrag mit einem Auszug aus dem politischen Aufruf des Women’s Global Strike ein. ►Ein Beitrag von Marleen Beisheim und Adèle Cailleteau.

 

Vom Kampf um Land und Rechte - Indigene Frauen in Süd-Mexiko

Mexico_Colem.JPG

Seit vielen Jahren gibt es politische Kämpfe von ländlichen Frauen*rechtsbewegungen in Süd-Mexiko. Viele Frauen*, die sich auf dem Land organisieren, kämpfen auch um das Recht auf Land und ein autonom bestimmtes Leben vor Ort. Das Kollektiv Colem besteht seit 1989 und wurde als Antwort auf mehrere Vergewaltigungen in der Stadt San Cristóbal gegründet. Es begleitet indigene Frauen* auf dem Land vor Gericht, die keine Mittel hätten, ein*e Anwält*in zu bezahlen. Martha Figueroa, eine der Anwält*innen bei Colem klagt unter anderem vor dem Interamerikanischen Gerichtshof in Washington, wenn Mexiko sich weigert, Verletzungen von Frauen*rechten zu verfolgen. Sie weiß auch, weshalb in den Landrechtsbewegungen in Mexiko so viele Frauen* organisiert sind und wie die Defensoras , die Menschenrechtsverteidiger*innen arbeiten. ► Ein Beitrag von Anika Meckesheimer und Eva Gutensohn.

 

Geschlechtergerechtigkeit in Südafrika

nomarussiamitplakat.jpg

Im weltweiten vergleich schneidet Südafrika in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter relativ gut ab - zumindest, wenn man sich den Gender Gap Report ansieht. Gleichzeitig gibt es weltweit wenige Länder, in denen es so häufig zu sexualisierter Gewalt an Frauen* und weiblich gelesenen Personen kommt. Die Geschichte des Landes ist außerdem strukturell eng verstrickt mit institutionalisiertem Rassismus, sodass besonders Women of Colour und schwarze Frauen* in prekäre Lebensverhältnisse abgedrängt werden. Wir verschaffen uns einen Überblick über die Situation von Frauen* und weiblich gelesene Personen und feministische Arbeit in Südafrika. ► Ein Beitrag von Theresa Weck.

# 69 Humanitäre Hilfe und Panafrikanismus

südnordfunk am 4. Februar 2020 auf Radio Dreyeckland / 102,3 MHz

südnordfunk nachhören oder downloaden

 

Humanitäre Hilfe in der Zentralafrikanischen Republik

mobileklinik.JPG

Die Zentralafrikanische Republik gilt als eines der ärmsten Länder der Welt und als Konfliktgebiet. Seit Jahren liefern sich hier konkurrierende Milizen erbitterte Kämpfe. Mittlerweile kontrollieren Rebellengruppen und Milizen rund zwei Drittel des Landes. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist von humanitärer Hilfe und Nothilfe abhängig. Vor allem der Nordosten des Landes wurde von den ehemaligen Regierungen konsequent vernachlässigt. Aufgrund der fehlenden Infrastruktur ist es gerade dort schwierig, die Grundversorgung zu stemmen. In einem von Rebellen kontrollierten Gebiet ermöglicht es ein kleines Team mit einer mobilen Klinik Malariakranke zu versorgen. ►Eine Reportage von Martina Backes.

 

Panafrikanische Literatur gegen Stereotypisierungen

linterieurdelanuit10105264432.jpg

Der afrikanische Kontinent wird in Filmen, in Medien und auch in der europäischen Literatur mit vielen Stereotypen dargestellt – Armut, Bürgerkriege, Krankheiten, usw. Afrikanische Schrifsteller*innen ermöglichen in ihren Büchern jedoch, ein realitätsnäheres Image vom afrikanischen Kontinent und seiner Vielfalt zu kreieren.

Im Interview zeigt die Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Diana Haußmann anhand mehrerer Romane der kamerunisch-französischen Schriftstellerin Léonora Miano, inwiefern die Literatur die Möglichkeit gibt, neue Diskurse über Afrika zu schaffen und dem Spannungsfeld, das aus der Auseinandersetzung mit westlichen, kolonialen und exotistischen Fremdzuschreibungen entsteht, zu entkommen. ► Ein Interview von Adèle Cailleteau und Marleen Beisheim.

 

Aktives Erinnern in panafrikanischer Musik

20191211_1816491.jpg

Afrika hat zahlreiche Helden und Unabhängigkeitskämpfer. Viele von ihnen sind jedoch in Vergessenheit geraten. Einer von ihnen ist Ruben Um Nyobé. Er war panafrikanischer Visionär und kämpfte für die Freiheit Kameruns. Allerdings wird wenig über ihn berichtet – auch in Kamerun. Blick Bassy, Sänger und Songwriter aus Kamerun, möchte dias ändern. Mit dem Titel seines vierten Albums „1958“ bezieht er sich auf das Jahr, in dem Ruben Um Nyobé ermordet wurde und macht es zu einer Hommage an den vergessenen kamerunischen Unabhängigkeitskämpfer. Am am 29. November gab der Musiker ein Konzert im Django-Raum in Straßburg. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie seine Musik zur Rekonstruktion des kollektiven Gedächtnisses beiträgt. ► Ein Interview von Rufine Songué.

# 68 Dear White People - Check Your Privilege

südnordfunk # 68: Dear White People - Check Your Privilege. Ein Freiburger Symposium.

südnordfunk am 7. Januar 2020 auf Radio Dreyeckland / 102,3 MHz

südnordfunk nachhören oder downloaden

 

Dear White People - Check Your Privilege

dearwhitepeople.jpg

Schon zu Beginn des letzten Jahres erspann die Veranstaltunsreihe Dear White People in Freiburg über einen Monat lang Visionen einer postrassistischen Gesellschaft. Nun beginnt auch dieses Jahr mit der Fortsetzung - diesmal unter dem Titel Dear White People vol. 2 - Check your Privilege. Vorträge, Panels, Installationen und Filmvorführungen thematisieren Critical Whiteness, Intersektionalität und Dekolonisierung von Entwicklungspolitik – diskursiv, ästhetisch und erlebnisorientiert.

Die Veranstalter*innen Isabelle Ihring und Johanna Dangel sprachen mit dem südnordfunk über den Fokus und die Relevanz einer solchen Veranstaltung - nicht nur in Freiburg. Ein Interview von Eva Gutensohn.

 

Kritisches Weißsein - Begriff und Notwendigkeit

schwarzwei.jpg

Seit Jahrhunderten wurde das gesellschaftliche Problem des Rassismus mit Blick auf die Betroffenen besprochen. Ohne Wirkung. Daher ist es notwendig, ein anderes Gespräch zu führen und zwar mit dem Blick auf diejenigen, die Vorteile davon haben, dass es Rassismus gibt – also weiße Menschen. Der Schwarze Aktivist Tsepo Andreas Bollwinkel erklärt im Interview, was der Brgriff Kritisches Weißsein heißt und warum sich weiße Menschen mit ihrem Weißsein beschäftigen sollen.

Am 11. Januar wird Tsepo Andreas Bollwinkel im Rahmen des Symposiums auch einen Kurzworkshop in Freiburg zum Thema geben. Ein Interview von Adèle Cailleteau.

 

Die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland - Über die Anfänge

migrantischecommunitieskrieitscheshandeln.png

Wie eine Wüste – so beschreibt Mario Santiago Freiburg für schwarze Menschen in den 70er Jahren. Neue Räume außerhalb rassistischer Systeme, neues Wissen, neue Austauschmöglichkeiten und Netzwerke – darum ging und geht es der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland. Mitte der 80er startete sie ihre Arbeit auch in Freiburg.  Ein Beitrag von Anna Trautwein.

# 67 Biafra - der lange Schatten des Krieges

südnordfunk am 3. Dezember 2019 um 16 Uhr auf 102,3 MHz

Wir beschäftigen uns mit dem Sezessionskrieg in Biafra, den Verflechtungen zwischen Missionaren, Hilfswerken und Medien und die Macht der Bilder beim Thema Hunger in Biafra

Sendung jetzt nachhören


Im Juli 2018 ging ein breites Bündnis von Menschenrechtsorganisationen unter dem #EndMassacres in Nigeria auf die Straße. Auch die spalterischen Zuspitzungen in den Bundesstaaten auf dem ehemaligen Gebiet Biafra erfüllten mache Aktivist*innen mit Sorge.

Im Juli 2018 ging unter dem Hashtag  #EndMassacres ein breites Bündnis von Menschenrechtsorganisationen  in Nigeria auf die Straße. Auch die spalterischen Zuspitzungen in den Bundesstaaten auf dem ehemaligen Gebiet Biafra erfüllten mache Aktivist*innen mit Sorge.

Biafra – ein vergessener Krieg?

2020 jährt sich das Ende des nigerianischen Bürgerkrieges zum 50. Mal. Am 15. Januar 1970 endete der Biafra-Krieg – oder, wie andere sagen, die Sezession. Nach 30 Monaten militärischer Auseinandersetzungen zwischen den Streitkräften der Zentralregierung Nigerias und denen der als abtrünnig bezeichneten Ostregion des Landes kapitulierte Biafra, das zuvor monatelang durch eine Blockade eine schwere Versorgungskrise erlitt.

Über die Zahl der Opfer gibt es bis heute keine gesicherten Erkenntnisse. Die meisten Schätzungen gehen von rund zwei Millionen Toten aus. Dabei starben die meisten Menschen nicht an den direkten Folgen der militärischen Kämpfe, sondern am Hunger.

Der Konflikt war und ist in vielerlei Hinsicht ein Lehrstück der Geschichte.

Zum einen war es der erste Sezessionskrieg im postkolonialen Afrika. Zudem war es die erste Hungersnot, die täglich in die Wohnzimmer der Europäer übertragen wurde. Eine zivile Luftbrücke versuchte, die Menschen in Biafra vor dem Hungertod zu retten - es kam zu einer der größten humanitären Hilfsaktionen nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Hunger wurde zum Medienereignis und Mittel der Kriegsführung beziehungsweise der Propaganda. Für die Hilfsorganisationen wurden die drastischen Bilder von hungernden Kindern zum festen Bestandteil der Spendenwerbung.

Welche Lehren wurden aus dem Krieg gezogen? Haben Medien und Hilfsorganisationen – in der Absicht, zu helfen, am Ende den Krieg verlängert? Wie hat Biafra das europäische Bild vom afrikanischen Kontinent geprägt?

 

Der lange Schatten des Krieges „Nigeria gegen Biafra“

Biafra-Nigeria

Was war dem Krieg vorausgegangen, wie kam es zu der einseitigen Unabhängigkeitserklärung der nigerianischen Ostprovinz? Wie haben die postkolonialen Machtverhältnisse den Kriegsverlauf beeinflusst? Und was - außer den Bildern von Hunger und Hilfe - ist vom Krieg in Biafra in Erinnerung geblieben? Ein Rückblick auf einen Meilenstein der postkolonialen Geschichte zwischen Europa und Afrika. Ein Rückblick. Beitrag hören

 

Über die Verflechtung zwischen Missionaren, Hilfswerken und Medien im Biafra-Krieg

Biafra war es die erste Hungersnot, die täglich in die Wohnzimmer der Europäer übertragen wurde. Nachdem der Krieg lange im Abseits der Aufmerksamkeit lag, schafften irische Missionare es, die Medien zu mobilisieren. Ihr Einfluss auf die Wahrnehmung des Krieges hat so manchen Blick für die komplexen Hintergründe verstellt.  Während Biafra den Krieg verlor, gewannen die Wohltätigkeitsvereine starken Zulauf. Wir sprachen mit dem irischen Historiker Kevin O’Sullivan.

Interview Teil 1:   Medien und Missionare

Interview Teil 2:  Wohltätigkeit und Solidarität

Kevin O’Sullivan analysiert in seinem Buch Irland, Africa and the End of Empire, wie kleine und mittlere Staaten wie Irland, Kanada, die Niederlande und die nordischen Staaten den afrikanischen Kontinent zur Gestaltung ihrer Position im internationalen System genutzt haben. Es geht um die Auswirkungen Afrikas auf die irische Außenpolitik, die Verbindung zwischen afrikanischer Dekolonisierung und irischer postkolonialer Identität und die Missionare, Helfer*nnen, Diplomat*innen, Friedenstruppen und Anti-Apartheid-Demonstrant*innen. Denn sie bilden das Herzstück des irischen Verständnisses von der Dritten Welt.

 

Spenden gegen den Hunger? Biafra und die Macht der Bilder

Biafra in den Medien

In Folge der Berichterstattung über den Biafra Krieg gründeten sich in Westdeutschland Dutzende “Biafra-Gruppen” und “Biafra-Komitees”, die Spenden sammelten, Briefe an Abgeordnete schrieben und Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Insbesondere die Bilder aus Biafra von ausgemergelten Kindern mit aufgeblähten Bäuchen riefen Mitleid, Empörung und eine klare Parteinnahme für die Sezessionisten aus Biafra hervor.

Bis heute gilt das Schlagwort “Biafra” als Synonym für hungernde Kinder – über die komplexen Hintergründe des Konfliktes wurde damals in Europa indes wenig berichtet. Im Interview erläutert Carolin Philipp von glokal e.V., wie und warum die Biafra-Bilder eine solche Wirkmächtigkeit entfalten konnten. Beitrag hören

# 66 Widerstand in Chile und Brasilien

# Chile ist aufgewacht – über die aktuellen Proteste # Indigener Widerstand gegen Landnahme in Brasil # Klage gegen EU wegen Menschenrechtsverletzungen im Mittelmeer

südnordfunk am 5. November  2019 um 16 Uhr auf 102,3 MHz / Wiederholung in Freiburg am Freitag den 8. Oktober um 11 Uhr / Livestream: rdl.de

Ganze Sendung hier nachhören oder downloaden

 

Chile ist aufgewacht - über die aktuellen Proteste

Massenproteste in Chile

Unter dem Slogan „Chile ist aufgewacht“ gehen in Santiago und anderen großen Städten Chiles rund eine Million Menschen gegen die Politik der Regierung Sebastián Piñeras auf die Straße. Diese antwortet mit Repression und versucht durch minimale soziale Reformen zu befrieden. Der Südnordfunk betrachtet die Hintergründe und den Charakter der Proteste. Beitrag hören

 

Indigener Widerstand in Brasilien

Kämpferinnen der indigenen Gruppe der Munduruku

Ein Gespräch mit einer indigenen Vertreterin der Munduruku, Alessandra Korap über indigenen Widerstand im Amazonas. Sie berichtet über den Landraub indigener Terrotirien durch staatliche und private Bauvorhaben und davon, wie sich die Rechte Indigener unter Bolsonaro verändert haben. Interview hören

 

Menschenrechtsklage gegen die EU

Libysche Küstenwache

Am Wochenende hat Italien ein Abkommen mit Libyen verlängert, das die Zusammenarbeit mit der sogenannten libyschen Küstenwache regelt. Ob das menschenrechtskonform ist, wird verschiedentlich angezweifelt. Deshalb verklagen zwei Anwälte die EU vor dem Internationalen Strafgerichtshof. Ihr erster Vorwurf: Italien und die EU machen sich in ihrer Kooperation mit der aus Milizen bestehenden Küstenwache im Rahmen der Mission Sophia strafbar. Ihr zweiter Vorwurf: Mit der Mission Sophia war nachweislich kalkuliert, dass mehr Menschen im Mittelmeer sterben. Maren Streibel hat einen der beiden Anwälte, Omer Shatz, getroffen. Beitrag hören

# 65 Proteste in Haiti, Ägypten, Sudan

Auf den Straßen und in den Herzen - Proteste gegen Gewalt, Korruption und Misswirtschaft: # Massenproteste in Ägypten # Übergangsregierung im Sudan # Energiekrise in Haiti #

südnordfunk am 1. Oktober 2019 um 16 Uhr auf 102,3 MHz / Wiederholung in Freiburg am Freitag den 4. Oktober um 11 Uhr / Livestream: rdl.de

Ganze Sendung hier nachhören oder (öffenen und mit Rechtsklick) downloaden


 

Streetart Khartum

Bild: Street Art in Khartoum / Sudan im Wandel

Sudan: Wie stehen die Chancen für den Frieden im Sudan?

Fast drei Monate sind vergangen, seit die Proteste gegen die Militärführung im Sudan gewaltsam niedergeschlagen wurden. Doch die Protestbewegung gab nicht auf. In der sudanesischen Hauptstadt Khartum ist inzwischen das Kabinett der neuen Übergangsregierung vorgestellt worden. Das aus Militärvertretern und ZivilistInnen bestehende Gremium soll eine gut dreijährige Übergangsphase leiten, das Ziel sind Neuwahlen. Wie stehen die Chancen für den Frieden und für demokratische Strukturen im Sudan?

Was erhoffen sich die Menschen von den politischen Veränderungen?  Warum stehen sie dem Militär misstrauisch gegenüber? Und wie haben die Ereignisse das politische Bewusstsein im Land geprägt? Darüber sprach der südnordfunk mit Aisha Hassan, die in Sudans Hauptstadt Khartoum lebt und arbeitet.

Interview Teil 1 und Teil 2 hören


 

Egypt Proteste Arabischer Frühling

Bild: Street Art in Kairo / Ägypten aus dem Arabischen Frühling

Ägypten: Neue Massenproteste auf den Straßen

Rund acht Jahre nach dem Arabischen Frühling, der auf dem Tahrir Platz in Kairo begann, steht das Land erneut auf. Seit dem 20. September machen Massenproteste in den ägyptischen Städten deutlich: Das Regime al-Sisi ist weithin unerwünscht. Wo werden die Proteste hinführen? Und wo steht das Militär?

Wir fragten Mamdouh Habashi, Mitglied der Partei Socialist People‘s Alliance in Ägypten und auch Teil des Arab and African Research Centers, was die Auslöser für den Protest waren. Interview hören


 

Haiti: Energiekrise

Foto: Tankstelle in der Nähe von Port-au-Prince

Haiti: Wenn eine Energiekrise ein Land regiert

Was bedeutet es, wenn einem Land der Treibstoff ausgeht, dessen Bevölkerung weitgehend arm ist? Wenn die Generatoren der Krankenhäuser ausfallen, wenn die Menschen kein Kerosin mehr zum Kochen haben und der Verkehr zum Erliegen kommt? Dieser Tage ist genau das – zum wiederholten Male – in Haiti der Fall. Die Staatskassen sind leer, die Tankstellen ebenso. Benzin und Diesel werden auf dem Schwarzmarkt für den vierfachen Preis gehandelt. Mitte September kam es zu einem Generalstreik, die Schulen blieben geschlossen.

Tausende protestieren seither auf den Straßen, sie fordern den Rücktritt des Präsidenten. Die Gründe für die sozialen Missstände im ärmsten Staat der Karibik sind indes kompliziert…  Reportage hören

# 64 Klimapolitik-Notstand

Globaler Klimapolitiknotstand: # Interview zur aktuellen klimapolitischen Wetterlage # Was rockt die F4F-Bewegung? # Free the Soil # Auch Handelspolitik ist Klimapolitk: Das Mercorsur-Abkommen bedroht den Amazonas.

südnordfunk am 3. September 2019 auf 102,3 MHz / Wiederholung in Freiburg am Freitag den 6. September um 11 Uhr

Ganze Sendung ab Mittwoch (4.9.) hier nachhören oder downloaden


 

Interview: Wo steht die internationale Klimapolitik?

Klimamarsch in Kattowice Dezember 2018

Gerade erst tagte der G7 Gipfel. Der französische Präsident hat die brennenden Regenwälder gegenüber dem brasilianischen Präsidenten angesprochen. Klimapolitik im Kreise der Kamingespräche der mächtigsten Regierungschefs der Welt? Und was kann diesen September von der UN-Vollversammlung in New York, die sich dem Klima widmet, politisch erwartet werden? Wird der Klimanotstand, den das Klimasekretariat in Bonn auf dem letzten Zwischengipfel proklamierte, der Klimadiplomatie einen Schubs geben? Eine Einschätzung der internationalen klimapolitischen Wetterlage mit Martina Backes.


 

Kurzbeitrag: Fridays4Future im Globalen Süden

There is no Plan(et) B

Während in Berlin das Klimakabinett tagt und in New York einer der wichtigsten UN Gipfel des Jahres vorbereitet wird, werden weltweit die Klimastreiks der Fridays For Future Bewegung erwartet. Einige ihrer Anliegen hat Franzi für den südnordfunk zusammengestellt.


 

Reportage: Free the Soil

Die Kampagne gegen die verheerenden Praktiken industrieller Landwirtschaft und deren Auswirkungen: Was wollen die Massenaktionen zivilen Ungehorsams gegen das Düngemittelunternehmen YARA erreichen?  Ein Beitrag von Lisa Westhäuser.

Kampagnenvideo Still - Free the Soil

 

„Die Kunstdüngemittelindustrie, das sind eigentlich die Exxons der Landwirtschaft. Dieser Prozess Kunstdünger herzustellen, ist äußerst energieintensiv. Und wenn man sich die Produktion, den Transport und den Abfall in der Landwirtschaft insgesamt anschaut, so sieht man, wie viele Treibhausgase da ausgestoßen werden - und wie viele Bäuerinnen und Bauern in Abhängigkeit geraten,“ sagt Khali von der Kampagne Free the soil. Sie will sichtbar machen, welche verheerende Rolle die industrielle Landwirtschaft für den Klimawandel spielt. Dafür plant sie ein Klimacamp und eine Aktion des zivilen Ungehorsams gegen den Konzern Yara in Norddeutschland.

Aus Sicht der AktivistInnen zerstören globale ProduzentInnen von Kunstdünger wie Yara vor allem im Globalen Süden kleinbäuerliche Strukturen und verschärfen damit die Klimakrise. Zum Beispiel in Mosambik, wo große Agrarkonzerne Druck auf die Regierung ausüben, kleinbäuerlichen Anbau durch Cash Crops und Monokulturen zu ersetzen. Ein Beitrag von Lisa Westhäuser.


 

Auch Handelspolitik ist Klimapolitik

Autos gegen Fleisch und Soja – so lautet die inoffizielle Version des Handelsabkommens zwischen den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay und den Mitgliedsstaaten der EU. Den Schutz des Regenwaldes, die Rechte von Indigenen und bäuerliche Interessen haben die Verhandelnden offenbar „vergessen“.

Widerstand gegen Bolsonaros Umweltpolitik im August 2019

Obwohl das Abkommen schon seit 20 Jahren verhandelt wird, haben erst die kürzlich entstandenen Bilder von brennenden Amazonaswäldern dazu geführt, dass beteiligte VertreterInnen – zum Beispiel aus Frankreich und Irland – zumindest über die problematischen Klimafolgen des Abkommens nachdenken. Als Folge von größeren Sojafeldern und Rinderherden werden auch die Indigenen weiteren Verfolgungen und Vertreibungen ausgesetzt.

Wir haben mit Bettina Müller, Referentin für Handels- und Investitionspolitik bei PowerShift, und mit Nikolaus Geiler von „Energiehunger? Nein danke!“ gesprochen, um mehr über die wirtschaftlichen Kalküle hinter dem quasi fertig verhandelten Abkommen zu erfahren - und über die Risiken für Menschen und Natur.

# 63 südnordfunk: Honduras / Naher Osten

# Honduras: Proteste gegen die Privatisierung der Bildung # Honduras: Hassverbrechen gegen LGBTI # Außerdem: Interview mit Sharon Dolev, Gründerin von Israeli Disarmament Movement

südnordfunk am 6. August 2019 auf 102,3 MHz / Wiederholung am Freitag den 16. August um 11 Uhr

Sendung jetzt nachhören

 

Der Präsident und die Macht in Honduras

Logo des Radios für MenschenrechteWie funktioniert die Diktatur von  Präsident Juan Orlando Hernández?

Ein Erklärvideo von Radio Progreso aus Honduras fasst eindrücklich zusammen, wie derzeit in dem lateinamerikanischen Land die Demokratie attackiert wird. Das Radio macht damit deutlich, wie der Präsident Macht in seinen Händen konzentriert und demokratische Grundprinzipien unterwandert. Hier die deutsche Übersetzung ... hier anhören

 

Proteste gegen die Privatisierung der Bildung in Honduras

Quelle Grafik: Dereck Camacho via Wikimedia CC BY-SA 4.0

Seit Monaten gehen Beschäftigte des Gesundheits- und des Bildungswesens in Honduras auf die Straße. Sie protestieren gegen die geplante Privatisierung beider Sektoren in dem mittelamerikanischen Land. Den Protesten schlossen sich neben SchülerInnen und Studierenden weite Teile der Bevölkerung an. Mittlerweile fordern sie den Rücktritt von Präsident Juán Orlando Hernández und seiner als korrupt geltenden Regierung.

Darwin Sánchez war Student der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Choluteca, Honduras, bevor er sich gezwungen sah, das Land zu verlassen. Seit April dieses Jahres lebt er mit seiner Familie in Stralsund und hat Asyl beantragt. Er war Teil der studentischen Protestbewegung in Choluteca und wurde in diesem Rahmen kriminalisiert. In Honduras hatte er Angst um sein eigenes Leben und das seiner Familie. Deswegen habe sie gemeinsam die Entscheidung getroffen, auszuwandern, dorthin, wo sie in Sicherheit sind und wo man die „Menschenrechte achtet“.

Das Interview auf spanisch kann man hier nachhören!

 

Hassverbrechen gegen LGBTI in Honduras

LGBTI_Derechos.JPGIn Lateinamerika es für die LGBT-Community in Honduras am gefährlichsten. Nicht nur häufen sich dort die Morde an LGBT-Menschen, vor allem seit dem Putsch 2009. Auch von Seiten der Regierung gibt es kaum Ambitionen, die Morde aufzuklären. Für die Täter herrscht fast vollständige Straflosigkeit. Wir sprachen mit dem freien Journalisten Knut Henkel, der u.a. mit der LGBTI*-Menschenrechts-Aktivistin Gaba Sahory Reyes aus Honduras arbeitet, die heute im Exil in München lebt.

 

Kann es einen Vertrag über die Beseitigung von Atom- und Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten geben?

1974 befürwortete die Gerneralversammlung der UN erstmals die Schaffung einer Atmowaffenfreien Zone im Nahen Osten. 45 Jahre und etliche Konferenzen und Resolutionen später scheint das Ziel noch immer in weiter Ferne. Doch ein kleines transnationales Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen hat nun - als erster Akteur überhaupt - eine umfassende Vertragsvorlage für das vollkommene Verbot aller Massenvernichtungswaffen entworfen.

Intro Erklärvideo

Im Interview: Sharon Dolev, Gründerin und Leiterin der israelischen Abrüstungsbewegung, und Emad Kiyaei, Mitwirkender beim Projekt Middle East Treaty Organization (METO), über die Abrüstungsbemühungen zur Beseitigung von Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten.

Die Israeli Disarmament Movement (RPM) ist das israelische Mitglied der internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen. RPM fördert Anti-Atom-Diskurse in Israel, vertritt internationale Abrüstungsorganisationen im Land und fördert die israelische Beteiligung an internationalen Abrüstungs- und Nichtverbreitungsgesprächen. Zudem setzt sich RPM dafür ein, dass Israel ein Kernwaffenübereinkommen unterzeichnet.

# 62 Proteste im Sudan / Nachkriegsgewalt in Uganda

Krise im Sudan # Nachkriegsgesellschaft in Uganda # Korruptionsleaks in Brasilien # Honduras 10 Jahre nach dem Putsch

südnordfunk am 2. Juli 2019 auf 102,3 MHz / Wiederholung am Freitag den 5. Juli um 11 Uhr

südnordfunk nachhören oder downloaden

Painted in Idlib (Syria) inspired from Khartoum (Sudan)

 

Sudan: Warum das Militär die Macht nicht abgeben will

Seit Ende vergangenen Jahres gibt es massive Proteste im Sudan. Diese haben im April 2019 zum Sturz des langjährigen Präsidenten Omar al-Bashir geführt. Doch die Proteste gehen weiter, denn das Militär hat nun die Macht übernommen und weigert sich bislang, diese an das Volk abzugeben. Mit Dr. Mahmoud Abdelkarim, einem sudanesischen Arzt in Freiburg, haben wir über die aktuellen Geschehnisse und die Hürden für einen politischen Wandel im Sudan gesprochen.

 

Norduganda: Die Narben des Bürgerkrieges sind noch nicht verheilt

Über 20 Jahre terrorisierte die Lord's Resistance Army (LRA) die Bevölkerung in Norduganda. Mehr als zwei Millionen Menschen wurden vertrieben und über 66.000 Kinder zwangsrekrutiert. Bis heute leidet die Bevölkerung unter den Folgen des Bürgerkriegs, der von 1986 bis 2006 tobte.

Fotoausschnitt aus der Homepage von FOWAC-Uganda.orgWir sprachen mit Grace Arach von der Organisation FOWAC (Foundation for Women Affected by Conflicts) darüber, wie der Bürgerkrieg in Uganda erinnert wird und warum gerade Frauen bis heute mit dem Erbe des Krieges gewaltsam konfrontiert werden.

Interview Teil 1: Wie der Bürgerkrieg in Uganda erinnert

Interview Teil 2: Gewalt gegen Frauen in der Nachkriegsgesellschaft

 

Brasilien: Verfahren gegen Expräsident Lula neu aufgerollt

Der brasilianische Expräsident Inácio Lula da Silva von der Arbeiterpartei PT war im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 2018 als Favorit gehandelt worden, bevor er inhaftiert wurde und somit aus dem Rennen war. Nun erhärten sich Indizien, dass die die Vorwürfe zu Korruption erfunden seien. Geleakte Dokumente enthüllen, dass Staatsanwält*innen schwerwiegende Zweifel an der Schuld Lulas hegten. Die Inhaftierung von Lula half, den Weg für die Wahlen des ultrarechten ehemaligen Offizier Jair Bolsonaro zu ebnen. Der hatte dann seinerseits Richter Sérgio Moro zu seinem Justizminister ernannte. Jetzt werden Stimmen laut, Moro solle zurücktreten. Dieser weist alle Schuld von sich.

Democracy Now! sprach mit dem Journalisten und Pulitzer-Preis Gewinner Glenn Greenwald von The Intercept in Rio de Janeiro, dessen Berichte auf einem Fund von internen Akten und privaten Gesprächen der Staatsanwaltschaft zum Fall Operation Lava Jato basiert. Wir haben Auszüge übersetzt.

 

Honduras: Zehn Jahre nach dem Putsch

hören

Viele Menschen aus den sozialen Bewegungen in Honduras üben zehn Jahre nach dem Putsch noch immer Widerstand und sind auf den Straßen. Einige ließen ihr Leben, ermordet von Polizei oder Militär. Sie wurden bei Protesten erschossen, ermordet von Auftragskillern oder Opfer von Hassverbrechen gegen Frauen, LGBTI und Andersdenkende. Andere sind geflohen, weil sie bedroht wurden oder bereits Attentate auf ihr Leben überlebt hatten, und leben heute im Exil.

Radio ONDA fragte, wie die Menschen aus der Opposition und den sozialen Bewegungen die Situation heute sehen, zehn Jahre nach dem Putsch vom 28. Juni 2009.

 

südnordfunk im August 2019:

Der südnordfunk schaut im August nochmals auf die Lage in Honduras: auf Straflosigkeit und Hassverbrechen, auf die Proteste gegen die Privatisierung von Bildung und Gesundheit. Zu hören sein werden (Medien)Aktivist*innen, die sich nicht einschüchtern lassen.

# 61 Kolumbien

Enttäuschte Hoffnung auf Frieden in Kolumbien

südnordfunk am 4. Juni um 16 Uhr und am 7. Juni um 11 Uhr auf 102,3 MHz

südnordfunk ganze Sendung nachhören oder  downloaden

Fünfzig Jahre lang tobte in Kolumbien ein Bürgerkrieg zwischen staatlichen Gruppen, rechten Paramilitärs, linken Guerillas und anderen Gruppen. Über 200.000 Menschen kostete der Konflikt das Leben. Im November 2016 wurde dann ein Friedensvertrag unterschrieben und die KämpferInnen der linken Guerillagruppe FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) gaben zum größten Teil ihre Waffen ab.

Offiziell herrscht Frieden in Kolumbien. Und tatsächlich ist seitdem die Zahl der bewaffneten Konflikte in dem Land zurückgegangen. Dennoch sind viele Menschenrechtsaktivist*innen und Journalist*innen von Gewalt betroffen.

Toxicomano Murales: solide visuelle Angriffe / Bogotoa 2017

Wie steht es um die ehemaligen FARC-Kämpfer*innen?

Um sich im zivilen Leben zurecht zu finden, sollen die FARC Kämpfer und Kämpferinnen nach ihrer Entwaffnung vom Staat unterstützt werden. So steht es zumindest im Friedensvertrag. Doch die neue Regierung bremst bei der Wiedereingliederung der ehemaligen Kämpfer*innen, wo es geht - mit potenziell verheerenden Folgen für den Friedensprozess.

Malin Gütschow und Lisa Westhäußer waren für den südnordfunk in einer Wiedereingliederungszone in Kolumbien unterwegs und sprachen mit Alke Jenns vom Arnold- Bergsträsser Institut Freiburg.

 

Anklage gegen das Verschwindenlassen

Nach dem Friedenschluss: Die Menschenrechtslage in Kolumbien ist verheerend

Seit dem Friedensschluss sind soziale Aktivist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen zunehmend Drohungen, Angriffen und Morden ausgesetzt. Leonardo Díaz ist Anwalt und arbeitet als Koordinator des Programms Somos Defensores, das seit 20 Jahren Prävention und Schutz für bedrohte soziale Organisationen und Einzelpersonen aus dem Menschenrechtsbereich anbietet. Onda hat mit ihm gesprochen.

Anhören

 

Deutsche Waffen für kolumbianische Kindersoldaten

Bewährungsstrafen im SIG-Sauer-Prozess

Am 3. April fiel vor dem Landgericht Kiel das Urteil gegen den deutschen Rüstungsproduzenten SIG-Sauer wegen illegaler Waffenexporte nach Kolumbien. Die Kleinwaffen von SIG-Sauer waren dort von Polizei, Militär, Paramilitärs und Guerillas benutzt worden - und selbst in die Hände von Kindersoldaten geraten.

Radio Deyeckland sprach darüber mit dem Rechtsanwalt Holger Rothbauer von der "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel“. Sie hatte das Urteil ambivalent bewertet: Einerseits wird SIG-Sauer mit 11 Millionen Euro eine hohe Geldsumme eingezogen. Andererseits kamen die beschuldigten Führungskräfte der Firma mit Bewährungsstrafen davon.

Anhören

# 60 Krise in Venezuela / Palmöl in Westpapua

# Stimmen zur humanitären und politischen Lage in Venezuela # Die Palmölfront in Indonesien: Droht Westpapua ein neuer Boom? # Interview: Rodriegue Ndie über seinen Roman „Die Suchenden“

südnordfunk am 7. Mai um 16 Uhr und am 17. Mai um 11 Uhr auf 102,3 MHz

Gesamte Sendung anhören oder mit Rechtsklick downloaden

Stimmen zur humanitären und politischen Lage in Venezuela

Murales

Murales aus Venezuela

Es ist schwieriger denn je, sich bezüglich der derzeitigen humanitären und politischen Lage in Venezuela eine Meinung zu bilden. Maduro oder Guaidó erklären sich gegenseitig als gescheitert und - sich selber - als die "wahren" Stimmen des Volkes. Beide Seiten proklamieren die Macht und die Unterstützung des Militärs für sich. Der südnordfunk macht verschiedene Stimmen hörbar, die es erlauben, ein differenziertes Bild zu zeichnen. Unter anderem:

Jeffrey Sachs vom Center for Economic and Policy Research Tuki Jencquel, Filmemacher und Regisseur von Está Todo Bien Eva Golinger, us-amerikanisch/venezolanische Journalistin Moritz Krawinkel von medico international Héctor Orlando Zambrano, Abgeordneter der Regierungspartei PSUV Edgardo Lander von der Bürger*innenplattform für die Verteidigung der Verfassung Carlos Ron, venezolanischer Vize-Minister für auswärtige Beziehungen mit Nordamerika

Die Palmölfront in Indonesien: Droht Westpapua ein neuer Boom?

Studie von AWAS MIfee

EAS Luftbild aus einer Studie von visioterra.fr

Eigentlich wollte die EU ihre Klimapolitik vom Palmöl für Treibstoffe befreien. Im April befürwortete das Europäische Parlament eine delegierte Rechtsakte, die dem Import von Palmöl für die Herstellung von "Biodiesel" – so befürchten Umwelt- und Bauernverbände - eine Hintertüre öffnet. Hauptlieferant der EU ist Indonesien. Wie hier der Anbau der Ölpalmplantagen politisch durchgesetzt wird, darüber sprach der südnordfunk mit dem Wissenschaftler Selwyn Moran. Fokus ist die Plantagenpolitik in Westpapua.

Teil 1: Palmölindustrie in Indonesien

Teil 2: Entwicklungen in Westpapua

 

Rodrigue Péguy Takou Ndie von Afrique-Europe-Interact über sein Buch „Die Suchenden“

Cover des Buches

Coverausschnitt des Buches / Unrast Verlag

Vor ihm Ungewissheit, hinter ihm Leiden, in ihm Verzweiflung. Ein Zurück gibt es für den Suchenden nicht, denn „wer als Verlierer zurückkehrt, legt sich eine Kreuzotter um den Hals“. Der Roman „Die Suchenden“ von Rodrigue Péguy Takou Ndie ist schonungslos. Er analysiert die traumatisierenden Auswirkungen von Neokolonialismus, europäischem Grenzregime, deutschem Asylsystem und alltäglichem Rassismus mit einem Sinn fürs Absurde. Mit dem Autor sprach Rufine Songue.

Anhören (Interview mit deutscher Overvoice)

 

Anhören (Original / französisch)

# 59 Afrofone Sounds von Ostinato I Urkaine 5 Jahre nach dem Maidan

# Ukraine: Über fünf Jahre nach dem Ende des blutigen Maidan # Musik: Fünf Jahrzehnte afrofone Sounds vom Atlantik bis zum Indischen Ozean

südnordfunk am 2. April um 16 Uhr undam 5. April um 11 Uhr auf 102,3 MHz

Gesamte Sendung Anhören oder Downloaden

 

 

Ukraine fünf Jahre nach dem Maidan

Mehr als fünf Jahre nach dem Maidan in der Ukraine sind noch lange nicht alle Geschichten erzählt. Hört her, was Katja Pavlova von CRISP (Conflict Transformation and Civic Education) und die Zeitzeug_innen vom Euromaidan zu sagen haben. anhören

Die Berliner Organisation CRISP steht für „Crisis Simulation for Peace“. Sie organisieren politische Planspiele mit dem Ziel, die Zivilgesellschaft zu stärken und Konflikte zu bewältigen.

In jüngster Zeit stand bei CRISP die Ukraine im Mittelpunkt, genauer gesagt die Proteste auf dem Maidan. Anfang 2018 haben sie in Zusammenarbeit mit der Kunst- und Informatik Abteilung der Hochschule für Bildende Künste Saar und ISKRA, dem „Zentrum für Dialog und Versöhnung“ eine Hörspielapp veröffentlicht, die die Geschehnisse vor gut 5 Jahren nochmal ins Gedächtnis rufen soll: mit dem Smartphone in der Tasche kann man sich so auf den Originalschauplätzen unterschiedliche Geschichten erlaufen.

Den Protesten auf dem Maidan, die immer blutiger wurden, folgte die Russische Annexion der Krim, was den Euromaidan regelrecht absorbierte. Alle Aufmerksam war nun auf die Ostgrenze gerichtet.

Im April 2019 steht eine neue Präsidentschaftswahl in Kiev an. Das größte zu lösende Problem bleibt der Umgang mit der Korruption im Land sowie die Aggressionen Russlands auf der einen Seite und die Annäherung an die EU auf der Anderen.

Die drei Top-Kandidat_innen nach der Vorwahl sind immerhin EU-Befürworter_innen. Der Spitzenkandidat ein politisch unerfahrener Komiker ...

Ihr hört Ausschnitte aus der App Hidden Memories und die Projektmitarbeiterin Katja Pavlova, die damals selbst Aktivistin auf dem Euromaidan war.


Afrofone Sounds vom Atlantik bis zum Indischen Ozean

Label Ostinato

... die sammelt und veröffentlicht das Label Ostinato Records. Sie sind der ungehörte Soundtrack der Geschichte des Globalen Südens. Der südnordfunk hat mit dem Label-Gründer Vik Sohonie gesprochen um herauszufinden, welche Idee hinter dem Label steckt und wie man die raren Scheiben und Bänder mit den begehrten Klängen findet.

anhören

Auch wenn der Begriff „Ostinato“ lateinischen Ursprungs ist, so gibt es keinen Kontinent dessen Musikkulturen die Tradition des repetitiven Riffs oder des repetitiven Rhythmus (ostinato) so sehr zelebrieren wie Afrika und auch in der Karibik und in Lateinamerika. Vielleicht war es das, was Vik Sohonie zu afrikanischer Musik hingezogen habe, schon lang bevor er ein Label gründete – die unglaublich ausgefeilten Arten diese Melodien und Rhythmen zu halten und zu wiederholen, um einen vielschichtigen, tiefen und komplexen Sound entstehen zu lassen. Diese Ostinatos lassen sich in der Musik Kubas, auf Haiti, in Brasilien, in Nigeria, in Angola und Somalia finden.

Für Vik Sohonie sind sie das gemeinsame Merkmal der Musik, die er veröffentlicht. 2017 hat Vik das Album Sweet as Broken Dates: herausgebracht, mit Musik aus dem Somalia der 1970er und 80er Jahre. Im September 2018 kam Two Niles To Sing A Melody – The Violins and Synths of Sudan heraus. Seine neuste Veröffentlichung ist eine Compilation der Star Band De Dakar, mit afrokubanischem Psychedelic aus dem Senegal.

# 58 Eine post-rassistische Gesellschaft - wie geht das?

Anfang Februar fand das Symposium "Dear White People..." in Freiburg statt. Der südnordfunk sprach mit einigen Teilnehmenden über die Frage, wie eine post-rassistische Gesellschaft geschaffen werden kann.

5. März 2019 um 16 Uhr auf 102,3 MHz  |  Livestream rdl.de

"Dear White People" - die gleichnamige Serie des Streaming Anbieters Netflix - dreht sich auf bissig-satirische Weise um eine Gruppe afroamerikanischer Studierenden der fiktiven Winchester University - und um Rassismus. An die Titelidee angeknüpft fand Anfang Februar das gleichnamige Symposium "Dear White People..." Visionen einer post-rassistischen Gesellschaft in Freiburg statt. Der südnordfunk sprach mit einigen Teilnehmenden über die Frage, ob und wie eine post-rassistische Gesellschaft geschaffen werden kann.

Die ganze Senung nachhören oder downloaden

 

Plakat Kongress Dear White People

„Ich glaube nicht an eine rassismusfreie Gesellschaft.“

Jahrhunderte rassistischer Gewalt und Ideologie - kann eine Gesellschaft das hinter sich lassen? Tupoka Ogette, Expertin, Aktivistin und Autorin des Buches "Exit Racism" beschreibt, welche Schritte die deutsche Gesellschaft gehen muss, um Rassismuskritik auf breiter Basis zu verankern. Interview anhören

Weiße Verantwortung statt individuelle Schuld

Liberal, tolerant und weltoffen! Laut einer Studie der Wochenzeitung Die Zeit ist das die große Mehrheit der Deutschen. Aber kann eine rassistisch strukturierte Gesellschaft spurlos an uns vorüber gegangen sein? Wohl kaum, meint Nenad Čupić vom Verein "Phoenix e.V. - für eine Kultur der Verständigung". Der sündnordfunk hat Nenad Čupić gefragt, welchen Zusammenhang er sieht, zwischen einer gesellschaftlichen Tabusierung von Rassismus in Deutschland und einer neuen Welle öffentlicher Sagbarkeit rassistischer Ideen.

 

„Wir sind gegen die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“

Kalvin Soiresse Njall auf dem Dear White People Kongress

Der Historiker Kalvin Soiresse Njall vom “Kollektiv für koloniales Gedächtnis und Kampf gegen Diskriminierung” setzt auf eine Rehabilitierung der verdängten Anteile der Geschichte des Kolonialismus, um das Denken zu dekolonisieren. Seine Vision einer post-rassistischen Gesellschaft ist ohne eine Kritik am Kapitalismus nicht denkbar. Jetzt anhören

Musterkolonie Togo: Was wissen und was lernen die Togoer über „ihre“ Kolonialgeschichte?

Auch die togoischen Eliten haben die Kolonialgeschichte beschönigt, meint Claude Keil, interkultureller Trainer aus Schwäbisch-Hall.

 

Strategien hin zu einer post-rassistischen Gesellschaft:

"Wenn man das machen möchte, dann wird das hoffentlich was"

Die Freiburger Fotokünstlerin Sévérine Kpoti über Identitätspolitik und Strategien hin zu einer post-rassistischen Gesellschaft sowie über die Herausforderung, dominante Bilder in subkulturellen Bewegungen zu durchbrechen.

Außerdem:

"How to Be An Anti-Racist"

Ibram x. Kendi auf dem Dear White People Symposium

Vortrag von Ibram X. Kendi „How to Be An Anti-Racist“.

Ibram X. Kendi, Gründungsdirktor des Anti-Racist Research and Policy Center der American University in Washington DC, hat mit dem Buch „Gebrandmarkt: Die wahre Geschichte des Rassismus in Amerika“ ein tiefschürfendes Buch über die geistigen Wurzeln des Rassismus herausgebracht. (Originaltitel: „Stamped from the Beginning“). In seinem Vortrag "How to Be An Anti-Racist" lehnt sich Kendi an sein im August 2019 erscheinendes gleichnamiges Buch an.

Fotos: Marc Doradzillo

# 57 Machtwechsel im Kongo

Demokratische Republik Kongo: Befördert der Machtwechsel einen demokratischer Wandel? // Pakistan: Was bedeutet die Verjährung der Anklage im Fall des Brandes einer Textilfirma? // Berlin: Wie wird das Ende des Deutschen Kolonialismus erinnert? // Film: Deutscher Kinostart des kenianischen Spielfilms Rafiki über eine lesbische Liebe

5. Februar 2019 um 16 Uhr auf 102,3 MHz  I  Livestream rdl.de  I  Wiederholung: 8.2. um 11 Uhr

Ganze Sendung hier zum Nachhören oder (mit Rechtsklick) Downloaden

Demokratische Republik Kongo:  Befördert der Machtwechsel einen demokratischer Wandel?

Wahlkampf in der DR KongoDer Machtwechsel im Kongo wurde mit Jahrzehnte währenden mutigen Protesten der Zivilgesellschaft, der Kirchen und mit internationalem Druck über lange Jahre eingefädelt. Zahlreiche Menschen ließen bei Protesten ihr Leben. Der Kandidat des Oppositionsbündnisses Cap pour le Changement (CACH) hat laut Wahlkommission die Wahl gewonnen. Nach der Amtsübergabe von Ex-Präsident Joseph Kabila an seinen Nachfolger Félix Tshisekedi Ende Januar ist klar: Ein Umbruch im Kongo ist unaufhaltsam, trotz vieler Ungereimtheiten und begründeter Skepsis, was das Wahlergebnis anbelangt. Die Sicherheitslage ist nach wie vor prekär, wenngleich erste Milizen ihre Waffen abgegeben haben. Wird der Machtwechsel friedlich verlaufen? Wie demokratisch ist der Umbruch?

Um eine erste Einschätzung der Lage baten wir Gesine Ames, die Koordinatorin des Ökumenischen Netzes Zentralafrika, und Kani Kalonji, Schriftsteller aus Aachen, engagiert in den Gesprächskreisen "Europapolitik" und "Afrika" der Partei DIE LINKE und der Rosa-Luxemburg-Stiftung.


Außerdem

Kongokonferenz in Berlin: So wird das Ende des Deutschen Kolonialismus von Panafrikanist*innen erinnert

Afrika soll wieder „Eins“ werden - das fordern Panafrikanist*innen. Über 130 Jahren nach der Kongo-Konferenz, als die Kolonialmächte den afrikanischen Kontinent aufteilten, geht es ihnen um eine Wiedergutmachung der Schäden und die Rückgabe von Kulturgütern. Dafür organisiert die Bewegung „La Grande Marche pour les Etats-Unis d’ Afrique“ ein Sit-In. Geplant ist die Aktion für den 23. April in Berlin, also dort, wo die Konferenz stattgefunden hat. Ein Beitrag von Rufine Songué und Rouby Traoré.

 

Pakistan: Was bedeutet die Verjährung der Anklage im Fall des Brandes einer Textilfirma?

2012 sorgte der Fabrikbrand von *Ali Enterprises* in Pakistan weltweit für Aufsehen. Wegen fehlenden Brandschutzes und verriegelter Fluchtwege starben bei dem Unglück über 250 Menschen. Die Arbeiter*innen waren zudem ohne Vertrag und ohne soziale Absicherung angestellt.

Die Fabrik produzierte Unterwäsche. Ein Hauptauftraggeber dieser Produktion war der deutsche Billigtextil-händler KiK. Einige überlebende Opfer kämpfen auch sechs Jahre nach dem Brandunglück um eine Entschädigung mit KiK.

So kam es im Januar auch in Deutschland zu einem kurzen Prozess. Vier pakistanische Überlebende hatten beim Dortmunder Landgericht Klage eingereicht. Doch kaum hatte der Prozess begonnen, wies das Gericht die Klage ab, der Fall sei nach pakistanischem Recht mittlerweile verjährt.

Für den südnordfunk sprach Matthieu Cuisnier mit Berndt Hinzmann, Referent für die Kampagne "Saubere Kleidung" beim entwicklungspolitischen Netzwerk Inkota. Der südnordfunk wollte von ihm wissen, wie es überhaupt zu der Klage gegen KiK kam und wie es für die Opfer nach dieser abgewiesenen Klage gerichtlich weitergeht.

Weitere Infos zur Kampagne "Menschenrechte
schützen – Konzernklagen stoppen"
finden sich hier

 

Film: Deutscher Kinostart des kenianischen Spielfilms Rafiki über eine lesbische Liebe

Filmplakat Rafiki

Zwischen 2014 und 2018 verzeichnete die Nationale Kommission für die Rechte von Schwulen und Lesben in Kenia über tausend Fälle von Gewalt gegen LGBTQI-Personen. Bis zu 95 Prozent aller KenianerInnen lehnen homosexuelle Beziehungen strikt ab. Betroffenen drohen hohe Gefängnisstrafen.

So wundert es kaum, dass der kenianische Spielfilm Rafiki im April 2018 von der kenianischen Medienaufsichtsbehörde verboten wurde. Filmemacherin Wanuri Kahiu erwirkte per Gerichtsbeschluss die Aufhebung des Spielverbotes in Kenia - zumindest für eine Woche. Ein Meilenstein für die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Kunst in Kenia. Ende Januar ist Kinostart in Deutschland.

# 56 Raus aus dem Knast

Istanbuler Frauengefängnis Bakırköy / Knastfunk - Die älteste Sendung auf Radio Dreyeckland / Knast in Libyen / Ein Gefängnis als Spiegel der Macht in Mexiko

1. Januar  2019 um 16 Uhr auf 102,3 MHz  I  Livestream rdl.de  I  Wiederholung: 4.12. um 11 Uhr

Ganze Sendung bis zum 10. Januar hier Nachhören oder Downloaden

 

Knastfunk - Die älterste Sendung auf Radio Dreyeckland

Zwei Sendungsmachende des RDL Knastfunk berichten von den Anfängen der Reihe, von der Entwicklung der Knastkritik in der Linken - und was sich eigentlich ändern müsste, um das System des Überwachens und Strafens abschaffen zu können.

 

Knast in Libyen - Migrationsrealitäten

Im Interview mit einem ehemaligen Gefangenen wird deutlich, welchem Grauen schwarze Migrantinnen in Libyen begegnen. Betroffen sind sehr viele Menschen, weil Libyen nach wie vor wichtiges Transitland auf dem Weg nach Europa ist und sichere Flucht- und Migrationsrouten fehlen. Ein Beitrag von der Redaktion Ausbruch.

 

Istanbuler Frauengefängnis Bakırköy

Von Mitte August bis Ende Dezember 2016 war eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der Türkei  im Istanbuler Frauengefängnis Bakırköy inhaftiert: Aslı Erdoğan. Die 51-Jährige war wegen angeblicher Terroropropaganda festgenommen worden, weil sie symbolisch für einen Tag die Chefredaktion der pro-kurdischen Tageszeitung Özgür Gündem übernommen hatte.

Erdogan spricht über ihre Erfahrungen im Gefängnis und ihre persönlichen Ansichten gegenüber EU und der Türkei.

Ansicht Gefängnis Mexiko

Gefängnis Puente Grande in Mexiko

Ein Gefägnis als Spiegel der Macht in Mexiko

Puente Grande im nord-westlichen Bundesstaat Jalisco wird als eines der sichersten Gefängnisse des Landes angesehen. Gleichzeitig ist es bekannt für rauschende Feiern der Drogenbosse im Inneren des Gefängnisses. Wer hat das Sagen im Gefängnis? Wie sieht das Leben der Insassen aus?

Erfahrungen eines ehemaligen Insassen und Berichte einer Menschenrechtsorganisation  zeichnen ein Bild davon, wie sich Staat und Drogenkartelle in Gefängnissen sprichwörtlich die Hand geben.

# 55 Karawane in Mexiko

Mexiko: Karawane für grenzenlose Migration / Female Pleasure: Ein Film für die weibliche Lust / "Ma": Lesung aus dem Roman von Aya Cissoko

4. Dezember 16 Uhr auf 102,3 MHz  I  Livestream rdl.de  I  Wiederholung: 7. 12. um 11 Uhr

Ganze Sendung ab dem 5.12. hier Nachhören oder Downloaden

 

Ganz Mexiko ist eine Grenze

Während sich weltweit aller Lager der Politik dieser Tage über den Global Compact on Migration ereifern, ist Migration für tausende Lebensrealität. Diese birgt einige Chancen, aber vor allem viele Gefahren und Begegnungen mit den Repressionsapparaten derjenigen, die den UN Migrationspakt als gefährlichen Eingriff in ihre staatliche Souveränität betrachten. Der südnordfunk hat Menschen der Karawane aus Mexiko befragt. Was tun in  Anbetracht der Drohgebärden von Präsident Trump? Wie sieht die Migrationspolitik der Herkunftsländer aus? Trump lässt indes an den Grenzen weiter aufrüsten und will die Karawane mit Gewalt gegen Menschen zur Umkehr bewegen.

Die aktuelle Situation ist ungewiss. Einige erschöpfte Menschen der Karawane haben aufgrund der fehlenden Versorgung in der Grenzstadt Tijuana entschieden, freiwillig in ihre Heimatländer zurückzukehren. Einige versuchten, die Grenze zu überqueren und wurden mit Tränengas empfangen. Bis heute warten zahlreiche Migrant*innen in Tijuana auf ein Asyl in den USA.

 

 

Warum #FEMALE PLEASURE ein wichtiger Film ist

Still aus dem gleichnamigen Filmtrailer„Frauen werden benutzt“, so heißt es an einer Stelle in dem Dokumentarfilm #FEMALE PLEASURE, „um Männerfantasien zu erfüllen.“ Fünf junge Frauen wenden sich gegen die Unterdrückung der weiblichen Sexualität – in ihren jeweiligen Herkunftsregionen. Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav kämpfen gegen eine hypersexualisierte Welt und gegen die vorherrschende Sexkultur für ein respektvolles und gleichberechtigtes Miteinander der Geschlechter und für selbstbestimmte Sexualität und Befreiung. Dabei sind vor allem Mut, Kraft und Lebensfreude ihre Begleiterinnen.

 

 

Lesung aus dem Roman MA von und mit Aya Cissoko

"Ma" ist ein autobiografischer Roman. Die Autorin Aya Cissokos schreibt über ihre Mutter, die nach dem Brandanschlag auf ihre Wohnsiedlung in einer Pariser Banlieu ihren Mann und eine Tochter verliert. Entgegen der Tradition ihres Herkunftslandes Mali entschließt sich Ma, erneut zu heiraten. Alleinerziehend in Frankreich, versucht sie, ihre anerzogenen Werte aus Mali an ihre Tochter weiterzugeben. Doch das Leben kommt einem  Drahtseilakt gleich, zwischen Tradition und Moderne, alter und neuer Heimat.

Ma ist ein feministischer Roman. Hier ein Ausschnitt aus einer Lesung im November mit Aya Cissoko und Beate Thill, der Übersetzerin ihres Buches. Neben der Autorin liest die Sprechkünstlerin Ariane Zeuner Ausschnitte aus der deutschen Übersetzung. Beate Till stellt Aya Cissoko nochmal vor und sie übersetzte das Gespräch mit der Autorin.

Das Buch ist erhältlich im Verlag Das Wunderhorn [ISBN 9783884235720] gebunden für 24,80 EUR.

Rezension:

Die Spinne von Maschad -  von Mana Neyestani

Rezensiert von Patrick Melber - gelesen von Birgit Huber

# 54 Erinnern von '68 in Mexiko

Interview über das Gedenken an die Opfer der staatlichen Morde in Tlatelolco (Mexiko). Außerdem: Filmkunst aus Kamerun zum Thema Brain Drain.

Foto: National Museum of Mexican Art / Image: José Antonio Aguirre, El parteaguas de mi compadre Jelipe

6. November 16 Uhr auf 102,3 MHz  I per Livestream rdl.de  I  Wiederholung: 16. 11. um 11 Uhr

Ganze Sendung bis zum 20. November Nachhören oder Downloaden

(aufgrund von GEMA-Beschränkung ist die ganze Sendung nur bis zum 20. November verfügbar - die einzelnen Beiträge jedoch unbegrenzt)

"Man weiß nicht, wieviele Menschen damals auf der Plaza starben"

Gedenken an Tlatelolco - Mexico 2018

Der Historiker Julián Castillo Salcedo (Ciudad de Mexico) berichtet über ein menschenverachtendes Kapitel der mexikanischen Geschichte, als am 2. Oktober 1968 der Staat der Studierendenbewegung gewaltsam ein Ende setzte. Das "Bataillon Olympia", war eigentlich für die Sicherheit der olympischen Spiele verantwortlich und verursachte heute vor 50 Jahren ein Blutbad.

Die Studierendenbewegung schaffte es, in einem Schneeballeffekt die Gesellschaft 68 in Mexiko zu Massenstreiks zu mobilisierten. Doch sie war laut Julián auch das Ergebnis eines Wandels, der sich bereits vollzogen hatte.

Interview Teil 1 "Man weiß nicht, wieviele Menschen damals auf der Plaza starben"

Interview Teil 2 "Die Leute haben kein historisches Gedächtnis"

Interview Teil 3 "Die Bewegung war Ergebnis eines Wandels, der sich bereits vollzogen hatte"

Das Interview mit Julián Castillo Salcedo senden wir in drei Teilen - die spanischsprachige Originalfassung findet sich als Gesamtbeitrag hier:

50 años después del massacre de Tlaltelolco: El 68 fue resultado de cambios que ya se habían hechos

 

 

Außerdem: Filmkunst aus Kamerun

Hands - Filmplakat

 

Der Kurzfilm Hands von Frank Thierry Lea-Malle von 2017 hat das Thema Brain-Drain, also die Abwanderung von ausgebildeten Fachkräften in eine konkrete Geschichte gepackt. In seinem Film Hands portraitiert der Filmemacher aus Kamerun eine junge Ärztin, ebenfalls aus Kamerun, die ihre Heimat verlassen hat, um in Deutschland nach besseren Arbeits- und Lebensbedingungen zu suchen. Obwohl sie Chirurgin ist, wird sie in Deutschland schließlich in einer Klinik als Krankenpflegerin angestellt. Lea Malle führt uns in den Tagesablauf der Protagonistin, gespielt von Lucie Nang, mit all dem Druck der Gesellschaft, der sie umgibt und dem sie ausgesetzt ist. Doch auch ihre Familie und ihre Freunde aus Kamerun haben Ansprüche.

Rufine Songue sprach mit dem Filmemacher über seine Filmarbeit, die in der Exilgemeinde ausgewanderter KamerunerInnen ein emphatisches Echo finden.                     ANHÖREN

Der Kurzfilm findet sich auf englisch und französisch auf Vimeo

 

Hinweis auf den südnordfunk im Dezember

Tausende Männer, Frauen und Kinder haben sich Mitte Oktober von Honduras aus auf den Weg in die USA gemacht und das Nachbarland Guatemala durchquert. Derzeit pausieren sie in einem Stadion in Mexiko-Stadt und verhandeln, ob sie in den kommenden Tagen die gefährlichere Route Richtung Texas einschlagen oder die deutlich längere Route Richtung Florida.

In der kommenden Sendung am 4.12. 2018 berichten wir von der Karawane aus Mexiko und fragen, wie sich die Staaten der Herkunftsländer der MigrantInnen in Anbetracht der Drohgebärden von Präsident Trump verhalten, der an der Grenze aufrüstet und die Karawane auch mit Gewalt gegen Menschen zum Halt und zur Umkehr bewegen will.

# 53 - Hört her! 50 Jahre iz3w

# Ehemalige und Aktive erzählen über das Arbeiten im Kollektiv, über die Redaktionssitzungen der Zeitschrift, über die Relevanz der Inhalte und warum sie die iz3w zeitweise oder längerfistig mitgestaltet haben. Außerdem: Eddy Munyaneza über seinen Film Uncertain Future aus Burundi

2. Oktober 16 Uhr auf 102,3 MHz  I per Livestream rdl.de  I  Wiederholung: 5. 10. um 11 Uhr

Ganze Senung Nachhören oder Downloaden

 

iz3w-Ausstellung & Hörstationen

Vernissage in der Gallerie im Alten Wiehrebahnhof

Seit einem halben Jahrhundert kritisiert das iz3w die Ordnung einer Welt, die nur für einen kleinen Teil der Weltbevölkerung komfortabel ist. Die vielen ehemaligen und heute Aktiven im iz3w fragten sich und fragen sich heute noch, wie die kapitalistischen Verhältnisse weltweit funktionieren und was ihre sozialen, politischen, ökologischen und kulturellen Folgen in Süd und Nord sind. Der Wille zur radikalen Umgestaltung der globalen Verhältnisse ist bis heute im iz3w höchst lebendig.

Die runde Fünfzig nimmt das iz3w diesen Herbst mit einem politischen Veranstaltungsprogramm zum Anlass, die Möglichkeiten internationaler Solidarität zu reflektieren.

Das Programm startete am 13. September mit einer Ausstellung,  zu der es ein virtuelles Pendant gibt. „Schaut her! 50 Jahre Unerhörtes“ (noch zu sehen bis  zum 21. Oktober) schaut auf die visuelle Ästhetik der politischen Arbeit und macht hörbar, was heute erinnert wird.

Schaut her

Alte Plakate seit 1968 können in drei Diashows auf der virtuellen Ausstellungsseite gesichtet werden. Teil der Ausstellung sind Hörstationen, für die Aktive und Ehemalige in ihrem Gedächtnis gekramt haben: 20 Mitarbeitende des iz3w sprechen über ihre Motivation, in dem internationalistischen Kollektiv mitzuarbeiten, über Ups und Downs, über bewegende politische Inhalte und das Arbeiten im Kollektiv. Der südnordfunk, der Teil des iz3w ist und hier Eigenwerbung betreibt, sendet daraus in dieser Sendung einige Ausschnitte.

 

"Ich habe mich entschieden, zu zeigen, was passiert."

Anlässlich der Filmvoführung von "Lendemain incertain" auf dem Afrika Film Festival Köln am 14. September sprach der südnordfunk mit dem Filmemacher Eddy Munyaneza über den Film und die Lage der Medien in Burundi.

Teaser des Film Link zum Festival

Französische Fassung des Interviews

 

Deutsche Fassung ANHÖREN

Lendemain incertain

Burundi im Juni 2015. Tausende versammeln sich in den Straßen Bujumburas, der Hauptstadt Burundis. Die Regierung versucht, den Protest gegen die Kandidatur des amtierenden Präsidenten Pierre Nkurunziza für eine dritte Amtszeit zu zerschlagen. Eddy Munyaneza filmt die ersten gewaltsamen Übergriffe während der Demonstrationen auf der Straße. Er wird im Zuge der darauf folgenden Unruhen von seiner Familie getrennt  und wegen der zunehmenden Repression gegen Medien muss er schließlich fliehen. Die zweite Hälfte des Films zeigt, wie sich Eddy auf die Suche nach seinen Kindern macht, in Burundi und im Nachbarland Ruanda. Auf beiden Seiten der Grenze trifft er auf Menschen, die geflohen sind, und andere, die geblieben sind. Ihre Geschichten zeugen gleichermaßen von der großen Unsicherheit, in der die Menschen seither leben.

Eddymunyaneza2.jpg

Der Film läuft im Kommunalen Kino in Freiburg am 31. Oktober um 19:30 - zu Gast: Eddy Munyaneza

# 52 Repression in Nicaragua

Seit Monaten nimmt die Repression in Nicaragua zu - Aufbegehren gegen Einschüchterung und Gewalt sind Themen des südnordfunk im September.

4. September 16 Uhr auf 102,3 MHz  I per Livestream rdl.de  I  Wiederholung: 7.9. um 11 Uhr

Ganze Senung Nachhören oder Downloaden

Ortega Geh!

Seit dem 19. April ist die friedliche Protestbewegung in Nicaragua brutaler Repression durch regierungstreue Truppen, Polizei und Militär ausgesetzt. In dem Konflikt zwischen Protestierenden und Regierung starben bis Ende August laut Menschenrechtsorganisationen rund 450 Menschen – die meisten durch die Polizei und paramilitärische Schwadronen.

Ende August hat Präsident Daniel Ortega die Arbeit einer Gruppe von UN-VertreterInnen beendet. Das Hohe Kommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte warf der Regierung in einem kritischen Bericht zur Niederschlagung der Proteste massive Repression gegen Demonstrierenden vor.

Der südnordfunk berichtet über die Hintergründe der Proteste und über die Repression.

Spotlights zur aktuellen Lage

 

Interview mit Malrin Sierra

Marlin Sierra von der Menschenrechtsorganisation CENIDH (Centro Nicaraguense de Derechos Humanos) aus Managua über die Hintergründe der Proteste und die Repression der Regierung:

Logo der Organisation

Teil 1:

Viel Unzufriedenheit hat sich in den letzten 12 Jahren der Regierung von Präsident Ortega und seiner Frau und Vizepräsidentin Rosario Murillo von der Frente Sandinista (FSLN) in der nicaraguanischen Bevölkerung angestaut. Seit dem 19. April ist die friedliche Protestbewegung brutaler Repression durch regierungstreue Truppen, Polizei und Militär ausgesetzt. Marlin Sierra von der Menschenrechtsorganisation CENIDH in Managua erzählt von der brutalen Repression der Bewegung und über die Gewalt gegen die Protestierenden.

Teil 2

Die Repressionsstrategie des Staates wird immer perfider: Erlasse, Massenentlassungen, Regierungspropaganda, der Generalstreik am 13. Juli, der das Land lahmlegte - darüber spricht Marlin Sierra im Interview. Zudem erwähnt sie Versuche, den Konflikt friedlich beizulegen.

Erfahrungsberichte von MedienaktivistInnen

... über die Taktik der Einschüchterung und die Flucht von AktivistInnen ins Nachbarland.

 

Wiederholung der Sendung auf Radio Dreyeckland:

Freitag, 7. September um 11 Uhr

# 51 August

Protestierende StudentInnen im Kongo 1968 /// Abschiebungen in Südalgerien /// Pat Mooney über die Zukunft der Welternährung und die Risiken der synthetischen Biologie

7. August um 16 Uhr auf 102,3 MHz  I per Livestream auf rdl.de  I  Wiederholung: 17.8. um 11 Uhr

Ganze Senung Nachhören oder Downloaden


Interview

"Die wirkliche Unabhängigkeit!"

Che Guevara in the Congo in 1965. Wikimedia Commons

Che Guevara in the Congo in 1965. Wikimedia Commons

Darum ging es den protestierenden StudentInnen im Kongo 1968 und in den folgenden Jahren. Im ersten Jahrzehnt nach der Dekolonisierung vieler afrikanischer Länder machte sich schnell Ernüchterung auf dem Kontinent breit. Neben den bäuerlich geprägten Befreiungsbewegungen spielten die Studierenden als intelektuelle Elite eine bedeutsame Rolle in den politischen Protesten jener Zeit.

Ein Interview mit dem Historiker Pedro Monaville.

Pedro Monaville ist Assistant-Professor an der New York University in Abu Dhabi und forscht zu linker Protestgeschichte im Kongo. Ein längerer Beitrag des Autors kann in der iz3w gerne nachgelesen werden (Ausgabe 364): »Das Blut der Löwen« - über kongolesische Studierende und das globale ’68.

Südalgerien / Mail / Niger

Rücksichtslose Abschiebungen von Algerien in die Nachbarländer

Algerien schiebt seit Beginn des Jahres systematisch WestafrikanerInnen ab, vor allem in die Nachbarländer Niger und Mali. Die Razzien auf offener Straße können jeden Menschen mit vermutetem westafrikanischem Aussehen treffen. Denn die Behörden kümmern sich nicht um die gefährlichen Umstände, unter welchen sie die Menschen abschieben. Sie setzen MigrantInnen in der Sahara an der Grenze aus oder zwingen sie unter Androhung von Gewalt zur Ausreise.

Algeriens rücksichtslose Abschiebungspolitik hat zum Protest von NGOs, Nachbarstaaten und den Vereinten Nationen geführt. Trotzdem zeigt die europäische Öffentlichkeit kaum Interesse für dieses Thema. Matthieu Cuisnier sprach für den südnordfunk mit Safia Torche, einer Sprecherin der Plateforme Migration Algérie. Dies ist ein Bündnis aus sozialen und gesundheitlichen Organisationen, das sich im Februar über diese Abschiebungen empört hat.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dieser rücksichtslosen Abschiebungspolitik Algeriens und der europäischen Migrationsabwehr, die sich in den vergangenen Jahren Richtung Sahara ausweitet?

 

What is Synthetic Biology? The Comic Book

What is Synthetic Biology? The Comic Book

Die Macht dieser Technologien ist enorm

Interview mit Pat Mooney über die Zukunft der Landwirtschaft und die Risiken der synthetischen Biologie

Seit über 40 Jahren analysiert die Action Group on Erosion, Technology and Concentration die Folgen der industriellen Landwirtschaft für marginalisierte Regionen und für Menschen in Armut. Welche Entwicklungen könnten infolge der Synergien von Informationstechnologie, Big Data und synthetischer Biologie künftig das Ernährungssystem gefährden? Das Gespräch mit Pat Mooney von der ETC Group führte Martina Backes.

Teil 1: Einfluss der Synthetischen Biologie auf die kleinbäuerliche Landwirtschaft / Gefahren für die agrarbiologische Vielfalt (12 min)

Teil 2: Forschung / Risiken der synthetischen Biologie / Folgen der Digitalisierung der Landwirtschaft / Deutschland als Global Player (22 min)

Zum Trankript des Interviews (Langfassung im Netz)

# 50 Über Staatenlosigkeit

Saatenlosigkeit ist nicht nur ein individuelles Problem. Es ist ein global verbreitetes Phänomen Weltweit gibt es rund 10 Millionen Personen, die staatenlos sind.

3. Juli um 16 Uhr auf 102,3 MHz  I per Livestream auf rdl.de  I  Wiederholung: 6.7. um 11 Uhr

Download der Sendung (60 Minuten)

Tafel / Kunst

Die 50. Sendung des südnordfunk schaut auf Aspekte der Staatenlosigkeit.

Eigentlich hat jeder Mensch das Recht auf einen Pass. Das legt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte fest. Doch über zehn Millionen Menschen weltweit sind staatenlos, in Europa zirka 600.000 Personen. Der Besitz des Passes ist eben auch ein Privileg.

Nun mag man aus durchaus guten Gründen das Konzept der nationalen Zugehörigkeit ablehnen, sich gegen nationale Staatsbürgerschaft auflehenen oder von ihr abwenden. Doch was bedeuetet es, keine Staatszugehörigkeit zu haben? Hierzu könnte man eine ganze Bibliothek einrichten. Wir schauen auf drei Mikrokosmen dieses wenig beleuchteten Universums der Rechtslosigkeit und des Unrechts.

Die Beiträge:

"Schwarze können keine Deutschen sein"

Zur Situation von Afrikaninerinnen, Afrikanern und Afro-Deutschen zur NS-Zeit und danach / Interview mit der afrodeutschen Autorin und Aktivistin Katharina Oguntoye

Als die Nazis an die Macht kamen, wiesen sie auch Schwarze aus – entweder, wenn sie die deutsche Staatsbürgerschaft nicht hatten und zudem nicht aus den „ehemaligen deutschen Schutzgebieten“ stammten. Wenn die Eingebürgerten ihren Pass verlängern wollten, kam es immer wieder vor, dass die Behörden sich weigerten – meist mit dem Argument: „Es gibt keine schwarzen Deutschen mehr.“ So wurden sie zu „Staatenlosen“. Oder ihr Pass erhielt den Vermerk „ehemaliger deutscher Schutzgebietsangehöriger“. Wie erging es den zu Staatenlosen gewordenen Schwarzen in Nazideutschland und nach 1945? Haben sie die aberkannte Staatsangehörigkeit wieder zurückerlangt? Meike Bischoff sprach mit der afrodeutschen Autorin und Aktivistin Katharina Oguntoye.

„Die Deutschen romantisieren die Staatenlosigkeit“

Weniger dramatisch als die willkürliche Aberkennung der Staatszugehörigkeit durch Behörden scheint die gewollte freiwillige Ausbürgerung - zum Zwecke der Einbürgerung in ein anderes Land. Doch wenn die Ausbürgerungsurkunde erst einmal ausgeändigt ist, hält man nicht sofort auch den Einbürgerungsbescheid in der Hand. Über die Zeit dazwischen und warum es in Russland so viele Staatenlose gibt, sprachen wir mit der ehemals russischen Staatsangehörigen Svetlana Boltovska.

Flüchtling sein und staatenlos dazu

Das ist die Situation von vielen geflüchteten PalestinenserInnen – zum Beispiel aus Syrien. Die Bundesregierung erkennt für PalestinenserInnen keine Staatsangehörigkeit an. So wird ihre Herkunft vom BAMF meistens als „ungeklärt“ bezeichnet – der Eintrag im Pass lautet „Error“. Die in Tübingen lebende Ala‘a S. ist in Syrien geboren und aufgewachsen, ebenso ihre Eltern. Die Großeltern kommen aus Palästina – weswegen Ala’as Eltern und sie selber keine syrische Staatsangehörigkeit haben. Was dies für Ala‘a S. bedeutet und was ihre Staatenlosigkeit mit sich bringt, darüber haben mit ihr Rouby Baba-Traoré und Rufine Songue gesprochen.

 

►Außerdem: Burundi

Interview mit dem Journalisten Antoine Kaburahe über die Lage in Burundi

Nicht nur in der Türkei versuchen autokratische Präsidenten mittels Verfassungsreferenden, sich ewig an die Macht zu halten und ihre Befugnisse zu erweitern. Dasselbe passierte - mit deutlich weniger internationaler Aufmerksamkeit - im Mai in Burundi. Anfang Juni jedoch erklärte Präsident Nkurunziza urplötzlich, seine Amtszeit ende 2020 und er werde danach den neuen Präsidenten unterstützen. Über die aktuelle politische Krise in Burundi, den Ablauf des Verfassungsreferendums und die Glaubwürdigkeit von Nkurunzizas Ankündigung hat Mattieu Cuisnier für den südnordfunk mit dem Journalisten Antoine Kaburahe gesprochen. Er leitet das regierungskritische Medium IWACU und lebt seit 2015 im Exil.

 

Hier findet sich das Interview im Original auf französisch

Zusammenfassung über den Hintergrund der politischen Krise in Burundi, auf die unser Interviewpartner kommentierend eingeht:

Der Hintergrund – die politische Krise in Burundi

Hier auch zum Anhören:

Nicht nur in der Türkei versuchen autokratische Präsidenten mittels Verfassungsreferenden, sich ewig an die Macht zu halten und ihre Befugnisse zu erweitern. Dasselbe passierte mit viel weniger internationaler Aufmerksamkeit im Mai in Burundi.

Die politische Krise dort begann eigentlich Anfang 2015. Damals kündigte Pierre Nkurunziza, Präsident des Landes seit 2005, er werde für eine dritte Amtszeit kandidieren. Das verbat eigentlich die burundische Verfassung. Nach Protesten, die allmählich gewaltsam wurden, nach einer brutalen Repression gegen Protestierende, Medien und Opposition, und nach einem Putschversuch, der Nkurunzizas Wiederwahl hätte verhindern sollen, wurde Nkurunziza im Sommer 2015 wiedergewählt. Seither sind viele burundische JournalistInnen außer Landes geflohen und arbeiten von den Nachbarländern aus.

2017 kündigte Nkurunziza ein Verfassungsreferendum an. Der Wahlkampf fand in einem Kontext statt, in dem immer noch rund 400.000 BurunderInnen ins Ausland geflüchtet sind, und in dem weite Teile der Opposition und alle unabhängigen Medien aus dem Exil arbeiten. Selbst fast alle internationalen Medien haben ihre Korrespondentinnen aus Burundi zurückgezogen. In den Wochen und Monaten vor der Abstimmung gab es Berichte über Morde, Einschüchterungen und Festnahmen an vermeintlichen RegierungsgegnerInnen.

Laut dem offiziellen Ergebnis stimmten die BurunderInnen schließlich für die Verfassungsänderungen. Weit mehr als 90 Prozent der Wahlberechtigten hätten sich beteiligt, von ihnen hätten etwa drei Viertel für das Ja gestimmt und lediglich rund ein Fünftel dagegen.

Inländische und internationale Medien kritisierten vor allem die Änderung, mit der Präsident Nkurunziza sich noch auf weitere Amtszeiten bewerben dürfte, sodass er gegebenenfalls bis 2034 an der Macht bleiben könnte.

Doch das Verfassungsreferendum sorgte außerdem für Kritik, weil die Regierung damit zum ersten Mal weitreichende Änderungen an der bisherigen Verfassung vornahm. Diese Verfassung beruht auf dem Friedensabkommen von Arusha, das zur Jahrtausendwende den jahrelangen ethnisierten Bürgerkrieg in Burundi beendete.

Die bisherige Verfassung schrieb etwa vor, dass Gesetze im Parlament nicht mit einer absoluten Mehrheit, sondern mit einer höheren, qualifizierten Mehrheit verabschiedet werden können. Diese Hürde sollte der Tutsi-Minderheit faktisch ein Veto-Recht im Parlament geben. Entscheidungen des Präsidenten mussten von seinen Vizepräsidenten beider großer Ethnien gegengezeichnet werden. Diese Vorkehrungen für die ethnischen Minderheiten sind nun durch die Verfassungsänderung weggefallen.

Nachdem sich Nkurunziza also 2015 verfassungswidrig für ein drittes Mandat wiederwählen ließ und 2018 die Verfassung zu seinen Gunsten ändern ließ, sorgte er Anfang Juni international für Überraschung. Just während er die neue Verfassung festlich unterzeichnete, erklärte er wörtlich, seine Amtszeit ende 2020 und er werde danach den neuen Präsidenten unterstützen. Diese Worte wurden von allen Medien so interpretiert, Nkurunziza verzichte darauf, sich 2020 wieder zu bewerben.

Das französische Auslandsradio RFI machte skeptisch auf die Tatsache aufmerksam, dass sich Nkurunziza noch umentscheiden könne, und dass er sich oft sehr kurzfristig entscheide. Er wolle mit seiner plötzlichen Ankündigung also möglicherweise Zeit gewinnen und dem Druck aus dem In- und Ausland entkommen, und werde 2020 gegebenenfalls erneut antreten.

Über die aktuelle politische Krise in Burundi, den Ablauf des Verfassungsreferendums und die Glaubwürdigkeit von Nkurunzizas Ankündigung hat der südnordfunk mit dem Journalisten Antoine Kaburahe gesprochen. Er leitet das regierungskritische Medium Iwacu und lebt seit 2015 im belgischen Exil. Matthieu Cuisnier sprach mit ihm im Juni am Rande eines Workshops in Freiburg zum Thema "Keine Berichterstattung. Kein Problem?". Der Workshop befasste sich insbesondere mit der mangelnden internationalen Berichterstattung über die politische Krise in Burundi. Antoine Kaburahe erzählt zunächst, wie er auf die Ankündigung Nkurunzizas reagiert hat.

südnordfunk am 3. Juli 2018

# 49 Freiwillig weg - freiwillig zurück?

Freiwillig weg - freiwillig zurück? Rückkehrprogramme für Geflüchtete
# Gambia: Welche Perspektiven haben Geflüchtete? ## Rückkehrprogramme: Entwicklungshilfle für die Innenpolitik? Interview mit Ramona Lenz. ### Burundi: Flucht in die Nachbarländer - vergessene Flüchtlingskrise in Ostafrika. #### Weißrussland: MAKEOUT Belarus - ein feministisches Projekt über Gender and Sexualität

Ganze Sendung Nachhören oder Downloaden

 

5. Juni um 16 Uhr auf 102,3 MHz oder per Livestream auf rdl.de  I  Wiederholung: 8. 6. /11 Uhr

Home

 

„Rückkehrmanagement - Entwicklungshilfe für die deutsche Innenpolitik?“ Ramona Lenz von Medico international im Interview

Wer Angebote zur "Freiwilligen Rückkehr" für MigrantInnen und Geflüchtete sucht, wird schnell fündig. Sie werden nicht nur vom Bundesinnenministerium aufgelegt, sondern auch im Rahmen von Entwicklungsprogrammen der Europäischen Union und des BMZ. Doch wie erfahren die Geflüchteten davon? Was versprechen die Programme? Wann überwiegen bei einer Einwilligung Not und Alternativlosigkeit? Und wie legitim ist eigentlich Entwicklungshilfe für die deutsche Innenpolitik?

 

Gambia: Was haben Geflüchtete in Gambia zu erwarten, die entweder abgeschoben werden oder an einem Rückführprogramm teilnehmen?

Nach dem Regimewechsel in Gambia Anfang 2017 hat der neue Präsident Adama Barrow angekündigt,  GambierInnen, die migriert oder geflohen waren, gerne zurückzunehmen. Nun hat er 225 Millionen Euro Hilfsgelder von der Europäischen Union erhalten, vor allem um die Wirtschaft im Land zu stärken und damit die Ursachen der Migration zu bekämpfen. Zudem soll ein Programm der Internationalen Organisation für Migration und der EU die Reintegration zurückgekehrter GambierInnen unterstützen. Aber sind diese Millionen schweren Programme alleine genug, um RückkehrerInnen eine Perspektive in Gambia zu bieten? Ein Beitrag von Lisa Westhäuser mit Kommentaren von Judith Altrogge und Nyima Jadama.

 

Außerdem: Interview mit Nyima Jadama in voller Länge im Original (englisch):

 

Burundi: Geflüchtete im politischen Krisengebiet

Seit dem Beginn der politischen Krise in dem ostafrikansichen Land mit einer nicht verfassungskonformen dritten Amtszeit des Präsidenten Nkurunzizas sind seit 2015 mehr als 400.000 Burundierinnen und Burundier geflüchtet. Wenngleich Burundi Partnerland von Baden-Württemberg ist, hört man von der dramatischen Situation der burundischen Flüchtlinge wenig. Teils haben die Nachbarländer, in denen sie Zuflucht suchten, selber mit Unsicherheit, Armut und Unruhen zu kämpfen.

Was das für die burundischen Geflüchteten bedeutet, darüber hat Matthieu Cuisnier für den südnordfunk mit Emile Ndibasumba gesprochen.

 

Außerdem:

Weißrussland: MAKEOUT Belarus / Ein feministisches Projekt über Gender and Sexualität

# 48 Mai 2018

Studierendenproteste 68 in Venezuela / Salafismusprävention in Freiburg / Film gegen die Scham und das Schweigen über reproduktive Gesundheit

1. Mai um 16 Uhr auf 102,3 MHz oder per Livestream auf rdl.de  I  Wiederholung: 4.Mai um 11 Uhr

Die ganze Sendung ANHÖREN oder DOWNLOADEN

 

Die Revolution im Minirock

Gewalt und Gegengewalt, Musik und sexuelle Selbstbestimmung in Uruguay 1968

Jose Mujica, Ex-Trupamano und Ex-Präsident, mit seinen Groupies von der Band AerosmithVania Markarian, Historikerin an der Universität der Republik in Montevideo, forscht zu den Bewegungen der 1968er in Uruguay. Neben anderen Publikationen hat sie das Buch mit dem Titel "El 68 uruguayo: El movimiento estudiantil entre molotovs y música beat" herausgebracht. Über die Zeit um '68 in Uruguay sprach mit ihr Meike Bischoff.

Link zum Original-Interview (Spanisch) hier

 

Eintausend Nadeln

a thousand needlesSo lautet der Titel eines Film gegen die Scham und das Schweigen über körperliches und seelisches Leiden von Frauen, deren reproduktive Gesundheit durch Unwissen, Pille oder gewaltsam verletzt wurde. Die Filmemacherin Nikitta Dede Adjirakor im Interview mit Rufine Songue.

 

Zwischen Vielfalt und Radikalisierung -

unterwegs für die Prävention.

Aus dem Flyer von turuqEine Reportage über turuq_ , ein Bildungs- und Präventionsprojekt in Freiburg für Jugendliche im Vorfeld etwaiger islamistischer Ideologisierung oder Radikalisierung.

# 47 gegen Alltagsrassismus

Mit Mut, Humor und Expertise gegen den Alltagsrassismus

# Feature über diskriminierungssensible Bildungsarbeit # Szenische Lesung - ein Morgen vor Lampedusa

 

3. April um 16 Uhr auf 102,3 MHz oder per Livestream auf rdl.de  I  Wiederholung: 6. April um 11 Uhr

Die ganze Sendung nachhören oder downloaden

 

Die Blindheit der Anderen

- Mit Mut, Humor und Expertise gegen den Alltagsrassismus

Bildung ist ArbeitDiskriminierungssensible Bildung macht Arbeit. Nur manchmal, für Momente der Begegnung, wird sie mit Freiheit belohnt. People of Colour über ihre Tätigkeit als transkulturelle Kommunikationstrainer*innen.

Ein gemeinsamer Schwerpunkt der vier für das Feature interviewten Bildungstrainerinnen ist die diskriminierungssensible und anti-rassistische Bildungsarbeit. Sie alle sind darin ExpertInnen in doppeltem Sinne. Zum einen, weil sie es gelernt haben: ihre Ausbildungen qualifizieren sie dazu. Zum anderen, weil sie als People of Colour, als die sie sich gelegentlich bezeichnen, eigene Erfahrungen mit Diskriminierungen gemacht haben. Ein Feature von Martina Backes.

 

„Ein Morgen vor Lampedusa”

Szenische Lesung Lampedusa

Die szenische Lesung von „Ein Morgen vor Lampedusa” beruht auf ZeugInnen-Aussagen von Fischern und Geflüchteten, die die Bootskatastrophe am 3. Oktober 2013 vor Lampedusa erlebt und überlebt haben. Der Text veranschaulicht die unerträglichen Zustände auf dem Mittelmeer, die bis heute andauern.

Am 22. März 2018 hat der Verein FAIRburg mit Freiburger Aktivisten und Schauspieler_innen eine Lesung im Historischen Kaufhaus in Freiburg veranstaltet und politische Themen auf dem Podium verhandelt. Der südnordfunk präsentiert hier einen Ausschnitt.

# 46 Massaker von Tlatelolco 1968

# Mexiko: Interview über das Massaker von Tlatelolco 1968 # Israel: Mobile Klinik der Ärzte für Menschenrechte Israel - eine Reportage. # Westafrika: Panafrikanisches Aufbegehren gegen den CFA

6. März um 16 Uhr auf 102,3 MHz oder Livestream auf rdl.de  I  Wiederholung: 9. März um 11 Uhr

Die ganze Sendung nachhören

Die Beiträge einzeln hören:

“Ihr Tod soll nicht vergebens sein”

Interview mit Edith Gonzalez aus Mexiko über das Massaker von Tlatelolco

Gedenktafel Tlatelolco Mexiko1968 war das Jahr der Olympischen Spiele in Mexiko. Es war auch ein Jahr des gemeinsamen Aufbegehrens gegen ein autoritäres Regime und seine Gewalt. Edith Gonzalez nahm als Dreizehnjährige an den Mobilisierungen teil. Sie beschreibt den Interessenkonflikt zwischen Regierung und Bevölkerung und das blutige Ende der Proteste. Im Massaker von Tlatelolco am 2. Oktober 1968 erschoss das mexikanische Militär zahlreiche friedliche Protestierende. Ein Beitrag von Ann-Kathrin Krüger.

 

Israel: Mobile Klinik der Ärzte für Menschenrechte Israel

In den von Israel besetzten Gebieten kämpfen jüdische und palästinensische Ärzt_innen gemeinsam für das Recht auf Gesundheit. Eine Reportage von Anna Trautwein.

 

West- und Zentralafrika: Panafrikanisches Aufbegehren gegen den CFA

cfaFür viele SystemkritikerInnen in Ländern der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion ist der CFA (Franc de la Communauté Financière d'Afrique)  Symbol der Kontrolle der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich über Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklung. Sie plädieren für Abschaffung. Andere wollen die Währung nicht aufgeben und erhoffen sich mit ihr mehr Stabilität und Sicherheit. Doch die Bewegung gegen den CFA wird lauter.

Ein Beitrag von Rouby Traoré und Rufine Songue. Mit Interviewausschnitten von: Sarcka Jack Daniel, Spezialist für Bank- und Anlagerstrategie; Zoumaro Gbati, Aktivist in der Zivilgesellschaft; Alassane Dramane Ouattara, Ökonom, ehemaliger stellvertretender Präsident des IWF und ehmaliger Präsident der Zentralbank Westafrikanischer Staaten (BCEAO);  er ist aktuell auch Präsident der Elfenbeinküste; Jean Paul Oumolou, togolesischer Aktivist und ehemaliger Präsident des Studentenrates der Universität Lomé in Togo.

# 45 Medienfreiheit in Burundi

# „Viele üben Selbstzensur“ - Interview mit Bob Rugurika aus Burundi über Radioarbeit aus dem Exil # Die israelische Zivilgesellschaft mobilisiert gegen Abschiebepläne # Proteste in Freiburg gegen die Diktatur in Togo

6. Februar um 16 Uhr auf 102,3 MHz oder Livestream auf rdl.de  I  Wiederholung: 9. Februar um 11 Uhr

Nachhören  der gesamten Sendung hier

 

Die Beiträge

„Viele üben Selbstzensur“

Interview mit Bob Rugurika aus Burundi über Radioarbeit aus dem Exil

Hörbeitrag auf Französisch: Hier anhören

Still aus einem Video von IWACU - Freilassung 2015Im Mai 2015 eskalierten die Proteste gegen eine verfassungswidrige dritte Amtszeit des burundischen Präsident Pierre Nkurunziza. Seither nehmen die Repressionen gegen RegierungsgegnerInnen zu. Auch die Medien waren Opfer der Repression. 2015 ließ die Regierung Radio Publique Africaine (RPA), das damals populärste Radio, schließen. Der Sender berichtete über Menschenrechtsverletzungen und Korruption. Bob Rugurika, der Geschäftsführer von RPA, saß 2015 vier Wochen lang in Haft, nachdem er über die Verwicklung hoher Beamter in einem dreifachen Mord berichtet hatte. Wegen der Repression und gezielter Morde floh er im selben Jahr aus Burundi. Er ist einer von zahlreichen Medienleuten, die nun aus dem Exil arbeiten.

Inzwischen sind zwei Online-Radios entstanden, die aus Ruanda senden: Humura, ein Magazin von RPA-JournalistInnen und Inzamba, ein Sender, der von JournalistInnen inzwischen geschlossener Privatradios gemacht wird. Der südnordfunk sprach mit Bob Rugurika, der sich inzwischen für den Sender Humura engagiert, über den Zustand der Pressefreiheit in Burundi.Das Interview führten Rufine Songue und Matthieu Cuisnier.


Ungewisse Zukunft für eritreische und sudanesische Migrant_innen

Die israelische Zivilgesellschaft mobilisiert gegen Abschiebepläne

Proteste gegen AbschiebungSeitdem im November letzten Jahres das Israelische Parlament einen Beschluss verabschiedete, ca. 40.000 Geflüchtete, vor allem aus Eritrea und dem Sudan, nach Rwanda abzuschieben, organisiert sich die Zivilgesellschaft im Land. Obwohl Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bisher an seiner Linie festhält, ist klar: Seine Hardliner-Politik gegenüber den Geflüchteten wird dieses Mal nicht schweigend durchgewunken. Ein Beitrag von Anna Trautwein


Solidarität mit der Opposition

Proteste in Freiburg gegen die Diktatur in Togo

Demo in Freiburg gegen das Regime in Togo im Januar 2018

Im Oktober und September letzten Jahres gingen tausende Menschen in Togo für das Ende der Gnassingbé-Dynastie auf die Straße. Im Dezember wurden die Menschen auf der Straße mit Polizeigewalt auseinandergetrieben, viele niedergeschlagen. Ende Januar hat der Gewerkschaftsdachverband des Gesundheitspersonals zu Streiks aufgerufen, bereits sechs nationale Gewerkschaften fordern nun einen demokratischen Wandel. Am 13. Januar versammelte sich die togoische Diaspora auch in Freiburg, um gegen das repressive Regime in Togo zu protestieren.

Eine Reportage von Rufine Songue und Rouby Traoré über die erste Demonstration der togoischen Exilgemeinde in Freiburg gegen 50 Jahre Diktatur in Togo.

 


Vorankündigung:

“Ihr Tod soll nicht vergebens sein”

Interview mit Edith Gonzalez aus Mexiko über das Massaker von Tlatelolco

Gedenktafel Tlatelolco Mexiko1968 war das Jahr der Olympischen Spiele in Mexiko. Es war auch ein Jahr des gemeinsamen Aufbegehrens gegen ein autoritäres Regime und seine Gewalt. Edith Gonzalez nahm als Dreizehnjährige an den Mobilisierungen Teil. Sie beschreibt den Interessenkonflikt zwischen Regierung und Bevölkerung und das blutige Ende der Proteste. Im Massaker von Tlatelolco am 2. Oktober 1968 erschoss das mexikanische Militär zahlreiche friedliche Protestierende. Ein Beitrag von Ann-Kathrin Krüger.

# 44 Eine aufgeheizte Atmosphäre

Die Klimapolitik lahmt # Gender-Klima-Aktionsplan - wie geht es weiter? # Kohleförderung in Kenia # Klimaklagen in Peru

Dienstag, den 2. Januar 2018 um 16 Uhr auf 102,3 MHz oder Livestream auf rdl.de.

Wiederholung: 5. Januar um 11 Uhr

Schneckentempo, Trippelschritte, so lauten die Gangarten, die letzten November in den Pressekommentaren zu den Klimaverhandlungen in Bonn am häufigsten herangezogen wurden. Die Lücken und Baustellen, die in der Klimapolitik bleiben, sind größer als die Fortschritte – so in etwa lässt sich die Sicht der Länder des Globalen Südens sowie zahlreicher BeobachterInnen und Klima-AktivistInnen auf die Weltklimakonferenz zusammenfassen, die letztes Jahr im November in Bonn stattfand.

Status quo ist „eine aufgeheizte Atmosphäre“ in mehrfacher Hinsicht: Es ist wärmer geworden, die Zahl der Klimaleugner hat mit Trump einen machtvollen Fürsprecher gewonnen, und die Verhandlungen haben bislang keine direkten praktischen oder gar messbaren Erfolge für den Klimaschutz gebracht.

Die ganze Sendung (60 min.)

NACHHÖREN oder DOWNLOADEN

 

Beiträge einzeln nachhören

 

Klimakonferenz in Bonn Durchbruch oder Durchhalteparolen?

Interview über die Klimaverhandlungen auf der Cop23 in Bonn und die Ergebnisse der Klimakonferenz im November 2017

 

Angenommen: Der Gender-Klimaaktionsplan. Was folgt?

Portrait von Titilope Ngozi Akosa auf der Weltklimakonferenz in Bonn

Er soll für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Klimapolitik und im Klimaschutz sorgen – nicht nur im Rahmen der Klimadiplomatie, sondern vor allem auch in der Umsetzung. Zur Relevanz des Genderaktionsplans für die lokalen Gemeinden in den vom Klimawandel betroffenen Sahelländern sprachen wir auf der Klimakonferenz in Bonn im November mit Titilope Ngozi Akosa.

 

Kenia deCOALonize – Proteste gegen Kohleabbau

Kampagnenclip

Gegen Kohleförderung und Kohlekraft ist in Kenia und in anderen afrikanischen Ländern die Bewegung "Decoalonize" entstanden.

Aktuell kritisiert Decoalonize vor allem die Vergabe einer Konzession an eine chinesische Firma zur Kohleförderung in der Region Kitui und wendet sich gegen ein neues Kohlekraftwerk mit einer Leistung von einem Gigawatt in der Nähe der kleinen historischen Hafenstadt Lamu. Neben der Kritik an der Auslagerung der chinesischen Wirtschaft in Länder wie Kenia warnt die Decoalonise-Bewegung vor allem vor den negativen Folgen der Kohlekraft für die Umwelt, die Gesundheit und die lokale Wirtschaft.

 

 

Kenia Energiearmut und Umsiedlungen - Folgen des geplanten Kohleabbaus in Kitui


PortraitFür die Region Kitui sind bereits vor drei Jahren Konzessionsverträge mit einem chinesischen Unternehmen über den Abbau von Kohle auf den Weg gebracht worden. Darin vereinbarte Kompensations-leistungen an die Bewohnerinnen der kohlereichen Region kommen nur schleppend voran. Im Interview spricht Benson Kibiti, Advocacy Officer für Nachhaltige Entwicklung und Klimawandel von Caritas Kenia, über Energiearmut in Kenia und die Pläne zur Kohleverstromung.

 

Peru / Fidschi: Wenn die Klimapolitik lahmt, bleibt der gerichtliche Weg

Gletschersee in PeruDas Stocken der internationalen Bemühungen, effizient gegen den Klimawandel vorzugehen, hat vor allem auf die Menschen des Globalen Südens negative Auswirkungen. Viele Betroffene ergreifen zunehmend rechtliche Maßnahmen, um ihre Forderungen durchzusetzen.

 

Interview mit dem Klima-Aktivist  Saul Luciano Liuya aus Peru

 

Interview mit der Anwältin Makereta Waqavonovono aus Fidschi

# 43 Schreit auf!

Keine Gewalt gegen Frauen*Lesben*Trans*Inter*: Die südnordfunker*innen schauen gemeinsam mit den LaRadias* in dieser Sendung auf Frauenrechtsinitiativen in # Argentinien: Über die Bewegung #NiUnaMenos # in Mexiko: Aufbegehren gegen das "Gewaltsame Verschwindenlassen" # Außerdem: Unterstützung für geflüchtete Frauen bei Trauma und Gewalterfahrung

Dienstag, den 5. Dezember 2017 um 16 Uhr auf 102,3 MHz oder Livestream auf rdl.de. Wiederholungen:

8. Dezember um 11 Uhr und 12. Dezember um 20 Uhr

Ganze Sendung

NACHHÖREN oder DOWNLODADEN

Diese Sendung ist ein Beitrag zu den Aktionen rund um die

Aktionsbündnis Keine Gewalt gegen Frauen aus FreiburgKampagne 16 Tage - Stopp Gewalt gegen Frauen

Die südnordfunker*innen schauen gemeinsam mit den LaRadias* in dieser Sendung auf Frauenrechtsinitiativen in Argentinien, Mexiko und Deutschland:

 

Argentinien: Über die Bewegung #NiUnaMenos

Von der Website der feministischen Bewegung in BrasilienIm Jahr 2015 entstand in Argentinien die Bewegung „Ní Una Menos“ (nicht Eine weniger). Mittlerweile ist die Bewegung weit über die Landesgrenzen hinaus aktiv.

Der südnordfunk sprach mit der Soziologin Helga Fourcade von der Universität Buenos Aires über Symptome und Ursachen des Frauenhasses sowie die politischen Forderungen von „Ní Una Menos“. Das Interview führte Eva Gutensohn.

 

Mexiko: Aufbegehren gegen das "Gewaltsame Verschwindenlassen" von Frauen

Am 30. August ist in Mexiko Gedenktag für die gewaltsam VerschwundenenIn keinem anderen Land verschwinden so viele Menschen wie in Mexiko.  33.000 Personen gelten als Verschwundene, in dem Bundesstaat Jalisko geht man von 5.000 Personen aus. Die Dunkelziffer ist deutliche höher. Mindestens ein Viertel aller Verschwundenen sind Frauen. Desapariciones – das  gewaltsame Verschwindenlassen – dieser Begriff verdeutlicht, dass es sich um ein Verbrechen handelt. Aus Jalisko berichtet Ann-Kathrin Krüger

 

 

Deutschland: Gewalterfahrungen im Leben geflüchteter Frauen: Expertinnen unterstützten Expertinnen

Ein Projekt von Medica MondialeAktive Frauen des in Köln initiierten "Peer 2 Peer - Experts by Experience" Programms von medica mondiale berichten darüber, wie sie als Frauen mit entsprechender Erfahrung andere geflüchtete Frauen und Migrantinnen bei der Bewältigung von Gewalterfahrungen unterstützen. Britt Weyde hat mit Mary de Caro und Hélène Batemona-Abeke in Köln gesprochen.

Nachhören

# 42 Studiodebatte Bioökonomie

Kann mit dem Einsatz von Biomasse im Energiesektor der Wandel von einer klimschädlichen erdöl- und kohlebasierten Wirtschaft zu einer klimaneutralen nachhaltigen Energiepolitik gelingen? Unter welchen Voraussetzungen ist Biomasse sinnvoll? Oder erweist sich die Bioökonomie im Energiesektor als Büchse der Pandora? Wir werfen den Blick auf südnordpolitische Aspekte und diskutieren in einem Studiogespräch die Frage, welche sozialen und ökologischen Risiken mit dem Anbau und Import von Biomasse aus dem Globalen Süden verbunden sind.

südnordfunk am 7. November um 16 Uhr auf 102,3 mHz  /  Livestream: rdl.de

Die ganze Sendung Nachhören


Spotlight: Streit um Biofuels auf der Klimakonferenz


 

Studiogespräch über Bioökonomie: Zauberformel oder Büchse der Pandora?

Palmölplantage am Rande des Regenwaldes Studiogäste: Fabricio Rodríguez (Bioökonomie und soziale Ungleichheiten, Universität Jena & Arnold-Bergstraesser-Institut Freiburg)/ Susann Reiner (Regenwaldinstitut Freiburg) / Armin Bobsien (Klimaschutzmanager Emmendingen)

 

Wirklich Notwehr?

Ein Geflüchteter aus dem Irak wurde in einer Unterkunft in Berlin von Polizeibeamten erschossen

 

Kundgebung gegen tödliche Polizeigewalt / Hussam FadlHussam Fadl Hussein flieht 2014 mit seiner Familie aus dem Irak nach Deutschland. Er stirbt am 27. September 2016 in einer Behelfsunterkunft in Berlin Moabit – erschossen von Polizeibeamten die anrückten, um den Vergewaltiger seiner Tochter zu verhaften. Angeklagt werden die Polizeibeamten nicht. Sie haben aus Notwehr geschossen, so sieht es die Staatsanwaltschaft. Hussams Familie und ein Solidaritätsbündnis wehren sich gegen dieses Urteil. Sie wollen, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden. Der südnordfunk hat unter anderem mit Hussams Witwe Zaman Gate gesprochen.

Ein Beitrag von Salar Majdo und Lisa Westhäußer

# 41 Kämpfe um Ressourcen

Die Aneignung von öffentlichen Gütern durch private Unternehmen geht mit einem mal schleichenden, oft jedoch massiven Verlust von Lebensgrundlagen einher. In Mexiko kämpfen Gemeinden entlang des Rio Santiago gegen die Privatisierung und Verschmutzung des Wassers, tansanische Umweltaktivisten wenden sich gegen den geplanten Uranabbau in ihrem Land, der die Wasserressourcen auf Jahrtausende radioaktiv zu verseuchen droht.

südnordfunk am Dienstag, den 3. Oktober um 16 Uhr  auf 102,3 mHz  /  Livestream: rdl.de

Gesamte Sendung

nachhören oder downloaden

Wiederholung am 6. Oktober um 11 Uhr

In der Landwirtschaft schreitet die Enteignung von Kommunen voran, wobei die Finanzkraft der internationalen Agrarindustrie ein treibender Faktor ist. Landwirtschaft als Finanzanlage, Uranabbau als Devisenbringer, Wasserprivatisierung für den Aufbau von industriellen Produktionsstandorten: der südnordfunk beleuchtet die sozialen und ökologischen Folgen.

 

Mexiko: Die schwarzen Wasser von El Salto

Rio SantiagoBilder von Schaumbergen machen ihn weltweit berühmt, der Rio Santiago im Westen Mexikos. Früher für seine Wasserfälle und Vogelreichtum bekannt, gehört er heute zu den dreckigsten Flüssen des Landes. Das Wasser zog Industrien aus aller Welt an, die Produktionsstandorte wuchsen, da hier das Umweltrecht laxer als in anderen Teilen der Erde gehandelt wurde. Die Nationale Kommission für Wasser hat nun mit einem neuen Wassergesetz die Privatisierung des Wassers vorangetrieben. Die Anreiner von El Salto sehen sich damit erneut um ihr Recht auf Zugang zu sauberem Trinkwasser betrogen. Das „schwarze Wasser“ von El Salto verursacht Krankheiten, doch wer sauberes Wasser will, wird zur Kasse gebeten. Ein Beitrag von Atin.

 

Tansania: „Es ist ein Alptraum, wenn ein Bergbauunternehmen ins Dorf kommt“

aus: Activist Report A. LyamundaTansania ist reich an Bodenschätzen, ihr Export einer der wichtigen Devisenbringer. Pläne zum Uranabbau wurden wegen des niedrigen Weltmarktpreises für Uran zwar verschoben – nicht jedoch die Vorbereitungen. Indes verschärft das tansanische Parlament mit Präsident John Magufuli die Auflagen für Verträge mit ausländischen Firmen. Eine Atempause für Aktivisten, die den Uranabbau zu verhindern versuchen, ist das allerdings nicht.

Die tansanischen Umweltaktivisten Anthony Lyamunda von der Umweltbildungsorganisation Civil Education is a Solution to Poverty and Environmental Management (CESOPE) und Wilbert Mahundi von der Tansanian Uranium Awareness Mission (TUAN) haben auf einer Besuchsreise die deutsche Öffentlichkeit von möglichen Plänen zum Uranabbau in Tansania informiert. Interview: Martina Backes

 

Satte Gewinne, volle Bäuche? Die Landwirtschaft als Finanzanlage

Nach der Finanzkrise um das Jahr 2009 wurde die Landwirtschaft einmal mehr zu einer attraktiven Geldanlage. Eine steigende Weltbevölkerung, die ernährt werden muss, versprach langfristige Gewinne; Land galt fortan als eine stabile und krisenfeste Anlageform. Inzwischen haben Finanzakteure einen immer größeren Einfluss auf die Entscheidungen der großen Saatgut- und Agrarchemiekonzerne wie Bayer, Monsanto oder Syngenta. Sie bauen Druck auf die Konzerne auf, die Gewinne zu steigern, zum Beispiel, indem sie mit KonkurrentInnen in der Branche fusionieren.

Handel mit Nahrung - Land als GeldanlageAuch bei so genannten Investitionen in Land stehen Gewinne meist vor dem Interesse an einer Landwirtschaft, die der Ernährung der Bevölkerung in den betroffenen Ländern dient.

Der südnordfunk sprach unter anderem mit Tina Goethe von der Organisation Brot für alle und mit Christoff Althoff vom Projekt Global Land Matrix vom Forschungsinstitut GIGA aus Hamburg, über die Auswirkungen einer Landwirtschaft als Finanzanlage. Ein Beitrag von Lisa Westhäußer.

# 40 südnordfunk September 2017

Die vorliegende Sendung zeigt auf, wie die Institutionalisierung von Rassismus und Gewalt gegen Schwarze tagtäglich fortgeschrieben wird. So etwa an den EU-Außengrenzen, entlang derer systematisch geopolitische Interessen der Durchsetzung von Menschrenrechten vorangestellt werden, oder in US-amerikanischen Gefängnissen. Dort werden afroamerikanische Männer sechsmal häufiger eingewiesen als Weiße. Darüber hinaus gibt es einen Einblick in die Lebenssituation von ArbeitsmigrantInnen und Geflüchteten in Israel.

südnordfunk am Dienstag, den 5. September um 16 Uhr  auf 102,3 mHz  /  Livestream: rdl.de

Wiederholung am 8. September um 11 Uhr

 

Interview: Mussie Zerai  kritisiert die Zusammenarbeit der EU mit Libyen

alarmphoneSeit Jahren unterstützt der eritreische Priester Mussie Zerai von der Schweiz aus Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer. Sein Handy ist unter Geflüchteten, die in Seenot geraten sind, als Hilferuf-Hotline bekannt. Dass Zerai wegen seines Engagements von der italienischen Justiz in den Blick genommen wird, hindert ihn nicht daran, die EU-Politik scharf zu kritisieren. Wir sprachen mit ihm über die Ermittlungen gegen ihn, über Mitverantwortung der EU für Fluchtgründe in Afrika und über den erneuten Vorstoß der deutschen Regierung, Flüchtlinge in nordafrikanischen Flüchtlingslagern aufzuhalten.

 

 

Filmrezension: „Die Gefängnisindustrie baut historisch auf dem Erbe der Sklaverei auf“

Filmplakat Einer von vier Gefängnisinsassen weltweit sitzt in einem US-amerikanischen Gefängnis. Der Anteil der schwarzen Bevölkerung an den Inhaftierten in den USA ist überdurchschnittlich hoch. Warum das so ist, versucht der Netflix-Dokumentarfilm The 13th von Ava DuVernay zu ergründen. Kann die Doku überzeugen?

 

 

Interview: Freiwillig und kostenlos behandeln

ArbeitsmigrantInnen und Geflüchtete in Israel sind darauf angewiesen

PlaneTausende von Menschen haben in Israel keinen oder nur eingeschränkten Zugang zur staatlichen Gesundheitsversorgung. Betroffen sind vor allem BewohnerInnen der besetzten Gebiete und Papierlose. Aufgrund einer strikten Asyl- und Migrationspolitik lebt ein Großteil von Geflüchteten und ArbeitsmigrantInnen in Israel ohne legalen Status. In der Organisation Physicians for Human Rights behandeln ÄrztInnen diese Menschen umsonst. Die Organisation kämpft aber auch rechtlich und politisch für ein Umdenken in der Israelischen Migrations- und Besatzungspolitik. Shoshana Hasson arbeitet mit ihren 80 Jahren freiwillig dort mit.

 

Vorschau

südnordfunk am 3. Oktober um 16 Uhr

Recht auf Nahrung, Recht auf Wasser

 

Mexiko: Die schwarzen Wasser von El Salto

Bilder von Schaumbergen machen ihn weltweit berühmt, der Rio Santiago im Westen Mexikos. Früher für seine Wasserfälle und Vogelreichtum bekannt, gehört er heute zu den dreckigsten Flüssen des Landes. Das Wasser zog Industrien aus aller Welt an, die Produktionsstandorte wuchsen, da hier das Umweltrecht laxer als in anderen Teilen der Erde gehandelt wurde. Die Nationale Kommission für Wasser hat nun mit einem Neuen Wassergesetz die Privatisierung des Wassers vorangetrieben. Die Anreiner von El Salto sehen sich damit erneut um ihr Recht auf Zugang zu sauberem Trinkwasser  betrogen. Das „schwarzen Wasser“ von El Salto verursacht Krankheiten, doch wer sauberes Wasser will, wird zur Kasse gebeten. Ein Beitrag von Atin.

# 39 Keine Paradiesreisen

Nicht alle Reisenden sind Urlaubssuchende - nicht alle Passagiere fliegen ins Paradies. Der südnordfunk schaut auf ein paar ungewöhnliche Geschichten im Tourismus: Reisegeschichten von Pilgern, von Menschen, die in das Herkunftsland ihrer Eltern reisen, und von einer Volontärin, die sich gegen die Ausreise entschieden hat.

südnordfunk am Dienstag, den 1. Augustum 16 Uhr  auf 102,3 mHz  /  Livestream: rdl.de   /   Wiederholung am 4. August um 11 Uhr

Die gesamte Sendung NACHHÖREN

 

Interview: "Wir brauchen kein Jubeljahr zum Tourismus"

Der internationale Tourismus kann zur Verwirklichung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung beitragen – das zumindest meinen die Vereinten Nationen. Daher hat die Generalversammlung der UN 2017 als  „Internationales Jahr des Nachhaltigen Tourismus für Entwicklung“ erklärt. Eine kritische Frage bei diesem Vorhaben lautet jedoch: Sind die Konzepte Tourismus und Nachhaltigkeit denn überhaupt miteinander vereinbar? Ein Interview mit dem iz3w.

 

Pilgerreise in Flip-Flops - zum Arbeiten nach Mekka

Pilgerreise in Flip-FlopsDerzeit boomt im Inselstaat Indonesien, dem bevölkerungs-reichsten mehrheitlich muslimischen Land, die Pilgerreise nach Mekka. Im Zuge der neoliberalen Politik steigt die Nachfrage in diesem Segment: erstmals kann sich eine neue Mittelschicht das Reisen leisten -  die Pilgerreise gehört zum modernen islamischen Lifestyle. Zugleich wird aber die Pilgerreise als Vehikel für ganz andere Aus- bzw. Einreisemotive nach Saudi Arabien genutzt: die Golfregion ist Ziel indonesischer Arbeitsmigration. Ein Gespräch mit der Ethnologin Mirjam Lücking

 

Zu Gast in der fremden Heimat

Eindrücke vom Urlaub im Geburtsland der Eltern:

"Wenn andere Menschen von "Zuhause" sprechen" greif ich ins Leere". Das Reisen in den Iran, das Herkunftsland ihres Vaters, hilft Nilufar, diese Leere in einem komplexen Identitätspuzzle zu füllen. Songül beschreibt Istanbul als Oase in ihrer Heimatlosigkeit in Deutschland. Nicht aber Mittelanatolien, wo der Großteil ihrer Familie lebt. Was bedeutet es für Deutsche mit nicht-deutschen Wurzeln in das Herkunftsland ihrer Eltern zu reisen?   HÖREN

Voluntourism liegt im Trend

Was ist Voluntourism?

Doch nicht ausgereist

Vorbereitung FreiwilligeneinsatzVoluntouismus und Freiwilligendienste im globalen Süden - wenn Freiwillige ihre Reise selbstkritisch betrachten: Immer mehr Reisende, vor allem junge Menschen, möchten während ihrer Ferien Gutes tun oder aber einen Freiwilligeneinsatz in einem sozialen Projekt mit touristischem Erleben kombinieren. Oft fehlt schon im Vorfeld ein gleichberechtigter Austausch mit der gastgebenden Bevölkerung darüber, was wirklich gebraucht wird und wer wie lange für welchen Zweck kommen darf. Inzwischen behandeln Vorbereitungsseminare diese sensiblen Fragen. Nicht alle, die vorhatten, einen Freiwilligendienst anzutreten, reisen dann auch aus.

Marie aus Leipzig ist freie Autorin, Journalistin und Kulturwissenschaftlerin. Als Stipendiatin des ASA-Programmes, dem entwicklungspolitischen Netzwerk junger Menschen zwischen 21 und 30 Jahren, kamen ihr während der verpflichtenden Vorbereitungsseminare Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Ganzen. Sie beschloss, die letzte Konsequenz daraus zu ziehen...

# 38 südnordfunk im Juli

Rom_nja und Sint_ezze erhalten seit Jahrhunderten fast ausschließlich für ihre Musik die Anerkennung der Mehrheitsgesellschaften. Doch gerade im Bereich der Musik werden Rom_nja exotisiert und stereotypisiert. Im zweiten Beitrag erzählt Hannes Zuther von der Seenotrettung vor der libyschen Küste.

südnordfunk am Dienstag, den 4. Juli um 16 Uhr  auf 102,3 mHz  /  Livestream: rdl.de   /   Wiederholung am 7. Juli um 11 Uhr

Sendung nachhören oder downloaden

 

Was sie wollen und wie sie wahrgenommen werden: Rom_nja und  Musik

Professionelles Musizieren ist und war für viele Rom_nja und Sint_ezze eine der wenigen Tätigkeiten, für die sie von der Mehrheitsgesellschaft positive Aufmerksamkeit erfahren. Doch gerade im Bereich der Musik werden Rom_nja exotisiert und stereotypisiert.

Präsentiert werden Hörschnipsel, ausgewählt aus der Sendereihe Romarespekt, die sich u.a. mit Musik von Rom_nja beschäftigt. Danke an Romarespekt und coloradio aus Dresden für die Erlaubnis der Übernahme der Interviews.

 

Manöver zwischen libyscher Küstenwache, Engine-Fisher und Menschen in Seenot

Hannes Zuther war zusammen mit einem elfköpfigen Team von Freiwilligen im Mai/Juni diesen Jahres mit der "Seefuchs" - einem Fischkutter der Organisation Sea Eye - vor der libyschen Küste unterwegs - um Menschen auf der Flucht vor dem Ertrinken zu retten. In einem Studiogespräch reflektiert er den zweiwöchigen Einsatz.

 

In der kommenden Sendung im August:

 

# Pilgerreise in Flip-Flops - zum Arbeiten nach Mekka

Die indonesische Arbeitsmigration im Kontext von Pilgertourismus und Islamisierung. Ein Interview mit Mirjam Lücking

# Zu Gast in der fremden Heimat

Eindrücke vom Urlaub im Geburtsland der Eltern

# 37 Regime Change in Gambia

Wird in Gambia mit dem Regimewechsel auch das politische System ausgetauscht? Der Südnordfunk hat eine gambische Journalistin interviewt und gambische Geflüchtete in Deutschland nach ihrer Meinung zum Machtwechsel gefragt.

südnordfunk am Dienstag, den 6. Juni um 16 Uhr  auf 102,3 mHz  /  Livestream: rdl.de   /   Wiederholung am 9. Juni um 11 Uhr

Die Themen:

# Wird in Gambia mit dem Regimewechsel auch das politische System ausgetauscht? Interview mit der Journalistin Nyima Jadama.

 

# Zwischen Hoffnung und Anspannung: Welche Rolle spielt der Machtwechsel in Gambia für die Asylverfahren der rund 10.000 gambischen Geflüchteten in Baden-Württemberg?

 

# Außerdem: Interview mit der Frauenaktivistin Mariel Távara Arizmendi über die Verletzung von Reproduktiven Rechte von Frauen in Peru

 

Die gesamte Sendung nachhören/ downloaden

 

Gespräch: Wird in Gambia mit dem Regimewechsel auch das politische System ausgetauscht?

Hashtag an Hauswänden und auf T-Shirts in GambiaIm Dezember 2016 endete die 22 Jahre währende Diktatur von Machthaber Yahya Jammeh. Im April konnte auch im Parlament das Oppositionsbündnis des neuen Präsidenten die Mehrheit gewinnen.  Adama  Barrow hat seither zahlreiche Inhaftierte entlassen, die willkürlich von den Spezialkräften seines Vorgängers inhaftiert wurden, darunter zahlreiche Medienaktivisten und Journalisten. Auch kündigte er an, eine Wahrheits- und Versöhnungskommission einzuberufen, zur Aufarbeitung der politischen Verbrechen der Vergangenheit.

Wird in Gambia mit dem Regimewechsel auch das politische System ausgetauscht? Wie gestaltet sich die Situation für die Meinungs- und Pressefreiheit? Darüber sprechen wir mit Nyima Jadama, Journalistin aus Gambia.

 

Gambia Zwischen Hoffnung und Anspannung

Welche Rolle spielt der Machtwechsel in Gambia für die Lage der rund 10.000 gambischen Geflüchteten in Baden-Württemberg?

GambierInnen stellen in Baden-Württemberg nach den syrischen Geflüchteten die größte Gruppe von Flüchtlingen in  Baden-Württemberg dar. Mit dem Regimewechsel in Gambia fürchten sie nun erschwerte Asylverfahren. Warum eine Rückkehr für die allermeisten dennoch undenkbar ist und die Gefahr der politischen Verfolgung nicht gebannt, darüber berichten Rechtsanwälte und Geflüchtete.

 

Die Armut ausmerzen mit Zwangssterilisierung?

Interview mit Frauenaktivistin Mariel Távara Arizmendi  über sexualisierte Gewalt in Peru

Frauenrechtsaktivistin PeruWie steht es um die Reproduktiven Rechte von Frauen in Peru?  Mariel Távara Arizmendi, Psychologin an der Universidad Nacional Mayor de San Marcos, spricht über Abtreibungsverbot, Zwangssterilisierungen von indigenen Frauen und Sexualkundeunterricht in den Schulen. Arizmendi ist Feministin und war Mitglied im Team von DEMUS, einer Vereinigung zur Verteidigung der Frauenrechte. Zudem war Mariel an der Initiierung und Koordinierung öffentlicher Kampagnen beteiligt, z. B. gegen die Gewalt gegen Frauen -“Ni una menos”. Derzeit arbeitet sie  bei Medicos del Mundo in Lima.

Im Mai 2017 war Mariel Távara auf Deutschlandreise und sprach nach einem Erfahrungsaustausch im fz* feministischen zentrum Freiburg mit dem südnordfunk über eines der dunkelsten Kapitel der peruanischen Geschichte...

Das Gespräch auf Spanisch anhören

Defender los derechos sexuales y reproductivas de las mujeres"Que no nazcan más pobres"

Mariel Távara es feminista y psicóloga de Perú. Trabaja en la organisación Medicos del mundo Francia, en la misión que tienen en Perú. Es responsable de incidencia política y es miembro de DEMUS, una organisación feminista, que defiende los derechos sexuales y reproductivos de las mujeres. En el año pasado los movimientos feministas organisaron una serie de manifestaciones grandes en todo Perú.

En mayo ella estuvo de viaje en Alemania y habló con südnordfunk ...

# 36 Radio für den Frieden

Friedensarbeit durch Wahrhaftigkeit im Radio / Zugang zum Radio für Geflüchtete / Der Weg des Elektroschrotts

südnordfunk am Dienstag, den 2. Mai um 16 Uhr  auf 12,3 mHz I  Livestream: rdl.de   I   Wiederholung am 5. Mai um 11 Uhr

Die ganze Sendung hören


„Nichts als die Wirklichkeit“

Interview mit Jean-Marie Etter

In Zeiten kriegerischer Konflikte bleibt das Radio trotz steigender Bedeutung sozialer Medien für ländliche Gemeinden die schnellste und oftmals einzige Nachrichtenquelle. In Konfliktsituationen ist zugleich die propagandistische Instrumentalisierung des Mediums Hörfunk eine Gefahr. Aber auch die Arbeit mit dem Medium Radio in friedensfördernder Absicht hat ihre Fallstricke. Die Fondation Hirondelle hat seit 1995 in dieser Absicht zahlreiche Radioprogramme sowie Sender unterstützt. Sie beruft sich auf Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte - auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Informationsrecht. Wir sprachen mit Jean-Marie Etter, dem Gründer der Fondation Hirondelle, über die Aufgaben und Risiken eines Radiosenders inmitten kriegerischer Wirren.

Zur Ausgabe 360 der iz3w: "Aktivismus in Freien Radios"

 

Außerdem:

„Es geht nicht nur um den Akt des Sprechens“

Was das Radiomachen für Geflüchtete bedeutet

In allen Hörfunksparten sind Geschichten der Flucht und Stimmen von Geflüchteten ein durchaus willkommenes Sujet. Doch Geflüchtete wollen nicht nur Gegenstand sein oder für andere O-Töne liefern dürfen. Warum aber ist es auch in Freien Radios nicht selbstverständlich, dass sie als aktive Redaktion selber Inhalte setzen?

Zur Ausgabe 356 der iz3w: "Warum Menschen fliehen"

 

Meine Waschmaschine geht um die Welt

Elektroschrottkette nachrecherchiert.

Die Bilder von verdreckten Kindern, die auf giftigen Müllkippen in Afrika unseren Elektroschrott mit bloßen Händen recycleln sind inzwischen um die Welt gegangen. Doch wie genau kommt mein Computer nach Accra? Wer verdient daran? Und woher kommt eigentlich das Kupfer in meinem neuen Handy? Auch aus Accra?
Ein Selbstversuch.

Zur Ausgabe 354 der iz3w: "Zugemüllt"

Die ganze Sendung vom Mai 2017 hören

# 34 Internationalismus in 4 Jahrzehnten Radiogeschichte bei RDL

Studiogespräch über vier Jahrzehnte Internationalismus im Radioaktivismus bei Radio Dreyeckland.

Dienstag 7. März um 16 Uhr I 102,3 mHz  I  Livestream: rdl.de

Wiederholung 17. März um 11 Uhr

Dieses Jahr wird Radio Dreyeckland 40 Jahre. Ein schöner Anlass für einen Blick auf die südnordaktivistische Geschichte des Senders. Der südnordfunk fragt ein paar alte Hasen und Häsinnen der frühen Jahre und heutige RadioaktivistInnen von RDL: Wie wurde die Idee des Internationalismus in vier Jahrzehnten Radioschaffen gelebt? Was bedeutet(e) solidarisches Recherchieren und Berichten im praktischen Alltag des Radiomachens? Welche Themen wurden verhandelt? Und wie hat der gelebte Internationalismus das Selbstverständnis des Freien Radios mitgeprägt?

Fertig eingerichtet: Radio Galibi in SurinamDas Bild entstand 1992 nach dem Aufbau des Senders Galibi in Surinam. Foto: Michael Karthäuser

 

 

Das Studiogespräch NACHHÖREN

# 35 Dazwischenfunken

Freier Radioaktivismus – vom Piratensender zum digitalen Brückenschlag

südnordfunk am Dienstag, den 4. April um 16 Uhr  auf 102,3 mHz I  Livestream: rdl.de   I   Wiederholung am 7. April um 11 Uhr

 

In Argentinien gab der rechtskonservative Präsident Mauricio Marci per Dekret den Weg für private Konzerne frei und verdrängt öffentliche und alternative Medien. Wie reagieren diese darauf? Was ist aus den Radios der frühen Jahre in Mexiko und Chile geworden, die im Zuge des Kampfes für demokratische Freiheiten entstanden? Darüber sprechen im Interview: Die Gründerin von Radio Tierra, des ersten Senders der Post-Pinochet-Ära, sowie die Gründerin von Palabra Radio aus Oaxaca.

# Außerdem: Meilensteine der Freien Radiogeschichte - eine Soundcollage

 

die ganze Senung nachhören oder downloaden

 

Chile: "Weder mächtig noch Machos"

Ein Beitrag mit Vicky Quevedo über das feministische Radio Tierra

Der erste Freie Sender der Post-Pinochet ÄraRadio Tierra war der erste partizipative Sender der Post-Pinochet-Ära in Chile. Er war ein wichtiger Protagonist der chilenischen Demokratiebewegung und Sprachrohr für Feministinnen, Lesben, Indigene und politische Aktivistinnen. Heute, 25 Jahre später, fristet der Sender ein Dasein als Online-Radio. Seine spektakulären Interventionen in die damalige Öffentlichkeit schwingen jedoch bis heute nach. Im Gespräch erinnert sich Vicky Quevedo an die „verrückten Jahre“ von Radio Tierra. Ein Beitrag von Nils Brock.

Nachhören

 

„Wir brauchen eine Dekolonisierung der Technologie“

Interview mit der Radioaktivistin Maka Munoz über die Herausforderungen der Freien Radios in Oaxaca

Palabra Radio in OaxacaIn Mexiko gibt es vielfältige Repressionen gegen Freie MedienaktivistInnen, gerade auch gegen RadiomacherInnen. Frauen sind dabei doppelt betroffen. Doch es gibt Gegenwehr: Die Community-Radio Bewegung in Oaxaca ist gegen Repression zunehmend gewappnet. Maka Munoz, Mitbegründerin des Radiosenders Palabra Radio, plädiert für die Aneignung und Weitergabe technologischer Fähigkeiten die Kommunikation jenseits von Staat und Markt ermöglichen. Ein Beitrag von Fabian Kern.


„Schlag gegen die Gegenöffentlichkeit“

Argentiniens neuer Präsident will offenbar alternativen Medien den Geldhahn zudrehen.

Die Befürchtung vieler Linker, der rechtskonservative Unternehmer Mauricio Macri, der seit Dezember 2015 Staatschef von Argentinien ist, würde in Wirtschaft und Politik gleich mehrere Rollen rückwärts machen, bewahrheitet sich mehr oder weniger offensichtlich nach knapp anderthalb Jahren Amtszeit. Einige unabhängige Medien haben seitdem so manche Repression erfahren.

So meldet das nationale Netz der alternativen Medien, RNMA, vermehrt Einbrüche bei ihren Mitgliedern und Assoziierten, so geschehen zuerst bei Revista Anfibia und Cosecha Roja in San Martín Mitte Dezember letzten Jahres, dann in der Silvesternacht in Buenos Aires bei Resumen Latinoamericano. Aber auch die staatliche Behörde ENACOM kommt ihren gesetzlichen Verpflichtungen seit einer Weile nicht mehr nach...   Ein Beitrag von Meike Bischoff.

Nachhören

Ankündigung: südnordfunk am 2. Mai:

„Nichts als die Wirklichkeit“

Interview mit Jean-Marie Etter über Radiomachen in Konfliktregionen

In Zeiten kriegerischer Konflikte bleibt das Radio trotz steigender Bedeutung sozialer Medien für ländliche Gemeinden die schnellste und oftmals einzige Nachrichtenquelle. In Konfliktsituationen ist zugleich die propagandistische Instrumentalisierung des Mediums Hörfunk eine Gefahr. Aber auch die Arbeit mit dem Medium Radio in friedensfördernder Absicht hat ihre Fallstricke. Die Fondation Hirondelle hat seit 1995 in dieser Absicht zahlreiche Radioprogramme sowie Sender unterstützt. Sie beruft sich auf Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte - auf das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Informationsrecht. Wir sprachen mit Jean-Marie Etter, dem Gründer der Fondation Hirondelle, über die Aufgaben und Risiken eines Radiosenders inmitten kriegerischer Wirren.

Außerdem:

# Welchen Zugang haben Geflüchtete in die Freien Radios?

# Elektroschrottkette nachrecherchiert.

 


# 33 Kasumai en Casamance - der Frieden kommt von unten

Ein Feature von Martina Backes und Anna Trautwein.

Das Feature im südnordfunk

Dienstag, 7. Februar 2017 um 16 Uhr * Freitag, 17.2. um 11 Uhr

An der Grenze zu Gambia solidarisieren sich die Frauen in einer Friedenskarawane
Foto: mbackes

# Kasumai en Casamance – der Frieden kommt von unten. 

Frieden schaffen ist harte Arbeit. Für die Frauen in der Casamance im südlichen Senegal umso mehr. Nach über drei Jahrzehten kriegerischer Konflikte  kämpfen sie nach wie vor dafür, als Betroffene und als Friedensaktivistinnen gehört und akzeptiert zu werden. Unnachgiebig verleihen sie ihrem Recht Nachdruck, bei Friedensverhandlungen, Konfliktschlichtung und Wiederaufbau eine aktive gleichberechtigte Rolle zu spielen. Dafür organisieren sie eine Friedenskarawane.

Ein Feature von Martina Backes und Anna Trautwein.

Produktion: südnordfunk - die iz3w Magazinsendung - in Kooperation mit Radio Dreyeckland, 2017.

# 32 Syrien: Wir wollten ein bisschen Demokratie

"Wir wollten nur ein bisschen Demokratie!"

südnordfunk am 3. Januar 2017  I  16 Uhr  I  102,3 mhz

Sendung NACHHÖREN

 

Die erste Südnordfunk-Sendung  2017 widmet sich dem Krieg  in Syrien aus unterschiedlichen Perspektiven.

 

"Wir wollten nur ein bisschen Demokratie!"

Rami ist 26 Jahre alt und lebt seit einigen Monaten in einem Dorf im Schwarzwald in der Nähe von Freiburg. Vor dem Krieg hat er Journalismus in Damaskus studiert. Im Gespräch erzählte er von seinem Leben vor dem Krieg, dem Beginn des Arabischen Frühlings in Syrien und von seiner langen Flucht nach Deutschland. Ein Beitrag von Katrin Dietrich


Wie geht es weiter in Syrien?

Beitrag von Radio Lora München

Die Gefechte in Aleppo sind beendet. Zivilisten und Kämpfer aus der Stadt wurden in die Provinz Idlib evakuiert, die nicht von den Truppen Baschar al Assads und seiner Verbündeten, der Hisbollah-Miliz und den iranischen Revolutionsgarden, kontrolliert werden. Und die Politik schweigt wortreich zu den Vorgängen in Syrien, es sprechen die Waffen. Die sog. internationale Staatengemeinschaft habe völlig versagt, so schallt es aus den Medien. Gibt es wirklich keinerlei Aussicht auf politische Initiativen? Darüber haben wir mit Clemens Ronnefeldt, Friedensreferent beim Internationalen Versöhnungsbund gesprochen. Er gibt uns zunächst einen Überblick darüber, wer welche Gebiete in Syrien kontrolliert.

 

Was bedeutet der Fall von Aleppo für den Krieg in Syrien?

Beitrag von Radio RaBe Bern

Die letzte grosse Stadt im Westen Syriens, die nicht komplett von der Regierung kontrolliert ist, scheint zu fallen. Aleppo wird in diesen Tagen von den Truppen Assads und seinen russischen Verbündeten eingenommen. Die Rebellen haben die Schlacht um Aleppo so gut wie verloren. Mit Hilfe Russland hat es der syrische Machthaber Assad geschafft, einen grossen Teil des Westens des Landes wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Die zahlreichen oppositionellen Rebellengruppen – von islamistisch bis säkulär – sind am Boden. Nur zwei Regionen werden noch von Oppositionellen kontrolliert: der Norden von den kurdischen Kräften, der Osten vom sogenannten Islamischen Staat IS. Andreas Zumach ist Journalist – unter anderem für die deutsche Tageszeitung taz. Er arbeitet in Genf und ist spezialisiert auf internationale Politik. Vor einem Jahr sprach das RaBe-Info mit ihm über den damaligen Versuch, einen Friedensprozess in Syrien in Gang zu bringen. Heute ist klar, der Friedensprozess ist tot. Michael Spahr wollte von Andreas Zumach wissen: Was wird in Syrien passieren – nach dem Fall von Aleppo?

# 31 Dezember 2016

Feature-Reihe über Krieg und Frieden. Mit Features zur Aufarbeitung der sexualisierten Gewalt im Bosnienkrieg und zur Situation von Kriegsflüchtlingen in Kenia.

Dienstag: 6. Dezember 2016 um 16 Uhr auf 102,3 Mhz

Wiederholung Freitag: 16. Dezember um 11 Uhr

Livestream: rdl.de

Die Sendung Nachhören und Downloaden

 

Das Schweigen brechen - sexualisierte Gewalt im Bosnienkrieg und der Kampf um Wiedergutmachung

 

UN Coucil 1325Zehntausende Mädchen und Frauen wurden zwischen 1992 und 1995 im Bosnienkrieg vergewaltigt. Erst viele Jahre später trauen sich die ersten,  damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Derweil laufen die ersten Prozesse im Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Unter den Vertreterinnen der Anklage ist die Juristin Hildegard Uertz-Retzlaff. Auch Aktivistinnen wie Monika Hauser wollen die Folgen dieser Verbrechen sichtbar machen und etwas auffangen - die Geburtsstunde von Medica Mondiale. Die aktive Einbindung von Frauen in allen Phasen der Konfliktprävention und Konfliktbewältigung sowie der Schutz von Frauen und Mädchen vor sexueller Gewalt und Vergewaltigung in bewaffneten Konflikten sind die übergeordneten Ziele der Resolution 1325 des UN-Sicherheitsrats. Doch inwiefern wird diese Resolution wirklich umgesetzt? Ein Feature von Eva Gutensohn.

 

Zurück - wohin?

Kenia bleibt Zufluchtsort für Geflüchtete aus den von Kriegswirren betroffenen Anrainerstaaten am Horn von Afrika

Im Mai dieses Jahres verkündete der kenianische Innenminister, sein Land sei aus Gründen der Sicherheit gezwungen, das Flüchtlingslager Dadaab zu schließen. Seither werden tausende von Flüchtlingen aus dem vermutlich größten Flüchtlingslager der Welt dazu veranlasst, zurückzukehren. Nur: Zurück wohin?

Nicht wenige sind in Dadaab geboren und kennen das Herkunftsland der Eltern nicht. Junge Flüchtlinge aus Somalia und dem Kongo, aber auch aus Eritrea und dem Südsudan kamen als Kinder nach Kenia. Nun sind sie von Abschiebungen bedroht. Und auch die Urban Refugees, die nicht in den Camps, sondern in den Städten Kenias leben, spüren diesen Druck.

Ein Feature von Martina Backes und John Bwakali.

# 30 Wie sollen Literatur und Kunst im Krieg sein?

Die Musen schweigen nicht: Krieg und Kultur

südnordfunk am Dienstag, den  1. November um 16 Uhr I rdl.de

Livestream 102,3 mHz  I   Wiederholung am Freitag, den 4. November um 11 Uhr

Ganze Sendung nachhören

 

Wie sollen Literatur und Kunst im Krieg sein?

"Wenn die Kanonen sprechen, müssen die Musen schweigen", sagt man. In der Ukraine ist es sicher nicht so. Dichter und Schriftsteller Serej Zhadan und Boris Hersonskij (Ukraine) und die Künstlerinnen Elena Fanajlova (Russland) und Elene Milova sprechen zum Thema. Die Musen schweigen nicht: Krieg und Kultur. Ein Feature von Viktoria Balon    Feature hören

 

Außerdem als Podcast:

 

"Sie schützen sich gegenseitig"

Interview mit der Filmemacherin Francoise Ellong über ihren ersten WAKA - ein Film von Fancoise EllongLangspielfilm W.A.K.A. - A Women Acts for her Kid ADAM.

Als ihr Chef erfährt, dass Mathilde (gespielt von Patricia Bakalak) schwanger ist, verliert sie ihren Job als Kellnerin. Doch sie entschließt sich, das Kind zu behalten. Nach der Geburt ist nicht einmal ihre Mutter bereit, sie zu unterstützen. Um sich und ihrem Sohn Adam ein besseres Leben zu ermöglichen, trifft Mathilde eine folgenschwere Entscheidung.

Der Filmtitel W.A.K.A steht für „A Woman acts for her Kid Adam“. Regisseurin Françoise Ellong wirft mit ihrem Film einen schonungslosen Blick auf das Dilemma einer alleinerziehenden Frau in Kamerun, die für das Wohl ihres Sohnes ihr Leben aufs Spiel setzt. Im Interview mit dem südnordfunk spricht Ellong über ihren Film und die Situation von Sexarbeiterinnen in Kamerun.

Trailer zum Film


# 29 Wenn Waffen wandern

Im Rahmen einer Feature-Reihe zu "Krieg und Frieden" geht es um transnationalen Waffenhandel, Waffenbesitz und die Frage, woher die Waffen kommen, die Kriege und Bürgerkriege erst ermöglichen - und Flucht befördern.

südnordfunk am Dienstag, den 4. Oktober um 16 Uhr  I rdl.de

Livestream 102,3 mHz  I   Wiederholung 7. Oktober um 11 Uhr

Bewaffnete Konflikte waren im Januar 2016 Hauptfluchtursache für Geflüchtete, die in Deutschland einen Erstantrag auf Asyl stellten.

Auch wenn es in Deutschland per Gesetz untersagt ist, Rüstungsgüter in Länder zu liefern, 'die in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt sind oder wo eine solche droht' - Waffen wandern...


 

 

Die gesamte Sendung (60 min.)  NACHHÖREN

# 28 Gegenöffentlichkeit schaffen

Tandemprojekte in Mexiko, Armenien, Kenia, Türkei. Um freie Pressearbeit und Medienarbeit zu unterstützen, hat der südnordfunk gemeinsam mit Tandempartnern aus Mexiko, Armenien, Kenia und der Türkei Beiträge produziert. Die Tandempartner haben für den südnordfunk und für ihre eigenen Programme einen Hörbeitrag erstellt, in dem es um Pressefreiheit, freie Meinungsäußerung, freie Radioarbeit und freie Medien geht.

Dienstag 6. September 16 Uhr I Livestream 102,3 mHz

Wiederholung 9. September 11 Uhr

radiokultur

Ganze Sendung NACHHÖREN oder DOWNLOADEN

Armenien: "Wenn du siehst, wie eine Polizistin eine alte Frau wegzieht, dann musst du als Journalistin deine Kamera drauf halten!"

Auch vier Wochen, nachdem der Kameramann Marut Vanyan von der Polizei zusammengeschlagen wurde, kann er sich nur mit Krücken fortbewegen. Bei den Massenprotesten im Juli in der armenischen Hauptstadt Yerewan ging die Polizei gewaltsam gegen Demonstrierende und JournalistInnen vor. Ein Beitrag von Gohar Sharoyan, Journalistin aus Armenien, die mit ihren KolegInnen darüber gesprochen hat, was ihnen im Zuge ihrer Berichterstattung über die Protestbewegung in Yerewan widerfahren ist. Play

 

Türkei: „Sagt nicht immer nur: 'Ach diese armen Flüchtlinge!'“

Acık Radyo IstanbulDas „Hamiş Kulturzentrums“ in Istanbul ist eines der ersten Kulturzentren in der Türkei, das von Leuten aus der Türkei und aus Syrien gemeinsam gegründet wurde. Das Wort hamisch kommt von „aswaat mina-l-hamisch“ „Stimmen vom Rand“, einem Radioprogramm aus Daraʽa, der Stadt, in der der Aufstand gegen das Regime von Baschar al-Asad begonnen hat. Şenay Özden ist Mitbegründerin des Hamiş Kulturzentrums. Das Interview mit ihr führte M. Can Tonbil von Acık Radyo Istanbul.

 

Kenia: „African Lives Matter“ - auch in dem Slum Mathare

Black Lives Matter - Proteste nach Anschlägen auf die Uni in GarissaKenias Polizei ist bekannt für Willkür, Brutalität und außergerichtliche Tötungen. Verdächtige sind Freiwild, insbesondere in den Slums. „African Lives Matter“ lautet die kenianische Hashtagbewegung in Anlehnung an die „Black Lives Matter Bewegung“ in den Staaten. Im Juni 2016 wurde der Menschenrechtsanwalt Willie Kimani in Nairobi ermordet. Auf Grund der landesweiten Proteste kam es zur Festnahme von drei verdächtigen Polizisten. Außergerichtliche Tötungen in den Slums dagegen gelangen nie in die Schlagzeilen, eine öffentliche Empörung findet nicht statt. Mathare Radio hat einen ersten Beitrag geleistet, um das zu ändern. Play

 

Mexiko: Radio Vertientes

Landenteignung, Privatisierung des Gesundheits- und Bildungssektors, gewaltsame Unterdrückung von Protesten - all dies gehört zum Alltag in Mexiko. Der Beitrag von Vertientes Radio aus Guadalajara fragt danach, inwiefern die kommerziellen Medien dazu beitragen, diese Wirklichkeit zu verdecken, indem sie regierungskonform berichten. Unabhängige und kommunitäre Radios, welche selbstorganisiert die Lebensrealitäten sowie Perspektiven der Wiederständigen hörbar machen, stellen hier einen Gegenpool dar.

Hier auch die spanische Version:

# 27 August: Enklaven des Widerstands

Während die Kontrolle der Fluchtbewegungen die politischen Hochebenen in Atem hält, organisieren sich Geflüchtete und bilden Enklaven des Widerstandes an der Basis. In der Südnordfunksendung kommen unter anderem Geflüchtete aus Somalia in Kenia, aus Kamerun in Mali und aus Aghanistan in Calais zu Wort.

Banksy CalaisDie ganze Senung NACHHÖREN

Dienstag 2. August 16 Uhr I Livestream 102,3 mHz

Wiederholung 5. August 11 Uhr

 

KENIA: Geflüchtete aus Somalia - manche wollen bleiben, andere wollen zurück

Das Dadaab-Flüchtlingslager beherbergt seit über 20 Jahren vor allem Somalis, die vor Bürgerkriegswirren und islamistischem Terrorismus in ihrem Heimatland über die Grenze ins benachbarte Kenia geflohen sind.

Stadtteil Eastleigh NairobiIm Mai bekräftigte die kenianische Regierung ihren Plan, das Flüchtlingscamp - eines der größten weltweit - zu schließen. Schon vor vielen Jahren haben sich somalische Flüchtlinge aus Dadaab nach Nairobi aufgemacht. Einige sind in Dadaab geboren und leben bis heute ohne Papiere in der Großstadt - viele im Stadtteil Eastleigh, der mehrfach Ziel terroristischer Angriffen der al-Shabaab wurde. Geflüchtete sprechen über ihr Leben in Eastleigh. Ein Beitrag von John Bwakali.

Englischsprachige Version  hier


KAMERUN/MALI: "Warum wir gehen."

Selbsthilfeorganisation ARACEM (Association des Refoulés d'Afrique Centrale au Mali)Francois Roméo Ntamag, Migrant aus Kamerun und Mitbegründer der Selbsthilfeorganisation ARACEM (Association des Refoulés d'Afrique Centrale au Mali) in Mali, kennt die Flucht von beiden Seiten: als Flüchtling und als Helfer. Inzwischen ist er als Migrationsberater tätig. Mit ihm sprach Lotte Kube.  Play

 

EU-POLITIK: Entwicklungspolitische Irrwege bei der Fluchtursachenbekämpfung

open bordersWenn entwicklungspolitische Agenden von Fluchtursachenbekämpfung sprechen, sind Kontrollen und Fluchtverhinderung nicht auszuschließen.  Eine zynische Art der Bekämpfung, wenn man bedenkt, dass die Ursachen der Flucht oft nach Europa selbst führen. Olaf Bernau von "Afrique-Europe-Interact" übt Kritik an der gegenwärtigen Entwicklungspolitik und fordert Alternativen. Play

 

Enklaven des Widerstands - informelle Camps rund um Calais

TEIL1: Situation seit der Räumung des Jungle Camp

Meist werden Geflüchteten werden an der Einreise in die EU gehindert. Komplizierter noch ist es für die Geflüchteten, die sich in den informellen Camps innerhalb der EU aufhalten, zum Beispiel in Frankreich in und um die Hafenstadt Calais in kurzer Entfernung zum Ärmelkanal. Rund 6.000 Einwohnerinnen lebten hier bis letzten Dezember im so genannten Jungle, und mehrere tausend in den umliegenden Camps. Vergangenen Februar kam es zur teilweisen Räumung des selbsterrichteten Camps. Seither haben sich die dort verbliebenen Geflüchteten erneut organisiert.

TEIL 2: So ging er nach Calais....

... ein junger Einwohner aus Calais spricht über die Gründe der Flucht junger Männer aus Afghanistan und darüber, warum er aus Großbritannien wieder weg ist...

Außerdem:

ARMENIEN: Wie der Streit um die Anerkennung des Genozids innen- und außenpolitisch nutzbar gemacht wird

Armenien Genozid GedenkenDie Anerkennung des Genozids an den Armenier_innen im Osmanischen Reich 1915 ist längst weit mehr als eine rechtliche oder gar moralische Frage. Die Karte wird gern gezogen, wenn es um ganz andere Fragen auf der internationalen Bühne geht - von der armenischen Politik genauso wie von Russland und Europa. Gohar Sharoyan sprach mit Richard Giragossian, Direktor des Regional Studies Center (RSC) in Yerevan.  Play

# 26 Das Recht zu fliehen - das Recht zu bleiben

Wie wird die antirassistische Forderung „Fluchtursachen bekämpfen!“ zur Abwehr von Flüchtlingen eingesetzt? Was bewegt Geflüchtete, zu gehen oder zu bleiben?

Ganze Sendung Nachhören

In den beiden kommenden iz3w-Maganzinsendungen geht es um Gründe und Ursachen, die Menschen zur Flucht bewegen. Dabei kommen MigrantInnen und Geflüchtete zu Wort, denen "gute" Fluchtgründe abgesprochen werden, die auf der Flucht im Maghreb oder Calais steckenbleiben, die als Armutsflüchtlinge diffamiert werden, die der homophoben Stimmung in ihrer Heimat den Rücken kehren, die nicht zwischen Kriegsfronten und nicht von Diktaturen zerrieben werden wollen.    PLAY

Dienstag 5. Juli 16 Uhr I Lifestream 102,3 mHz  I   Wiederholung 8. Juli 11 Uhr

# 26 Das Recht zu fliehen - das Recht zu bleiben

 

Leben unter der Diktatur Yahya Jammehs

Die Zahl der GambierInnen, welche die lebensgefährliche Flucht über das Mittelmeer nach Europa wagen, hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Von 2013 auf 2014 hat sich die Zahl der Asylanträge von GambierInnen in Europa laut Eurostat um mehr als 200 Prozent erhöht. „Taking the backway“ – die Hintertür benutzen, so wird der Weg übers Mittelmeer in Gambia genannt. Was zwingt so viele Menschen, das westafrikanische Land zu verlassen?

Zwei Gambier berichten über ihr Land und die Gründe, es zu verlassen. Ein Beitrag von Patricia Reineck PLAY


EU-Politik: Mehr Grenzen statt weniger Armut

Rund eine Millionen Menschen haben es im Jahr 2015 geschafft, die europäischen Grenzzäune zu überqueren und nach Deutschland zu gelangen. Und mit ihrem Ankommen scheint sich langsam die Erkenntnis durchzusetzen, dass die europäische und deutsche Politik mit verantwortlich ist für die Armut und für Kriege, vor denen Menschen fliehen. Die Losung von der "Bekämpfung von Fluchtursachen" wird von PolitikerInnen aller Parteien hochgehalten. Und wie sieht deren Umsetzung in der Praxis aus? ein Beitrag von Katrin Dietrich.

PLAY


RUSSLAND: „Sie haben keinerlei Unterstützung!“

Die Willkür gegen LGBTI AktivistInnen und gegen Personen, die nicht nach dem heteronormativen Modell leben, hat in Russland in den vergangenen Jahren zugenommen. Gleichzeitig wurden Gesetze erlassen, die eine Diskriminierung von LGBTI-Personen befördern, die Aufklärung und Aktivismus erschweren. Irina Fedotova ist LGBT-Aktivistin aus Moskau und lebt seit 9 Monaten in Luxemburg, wo sie Asyl beantragt hat. Wir sprachen mit ihr über Straflosigkeit, Medienmacht und die homophobe Meinungsmache in ihrem Herkunftsland.

QUARTEERA: Selbstorganisation der LGBT-Geflüchteten aus russischsprachigen Ländern

QuarteeraQuarteera ist eine Organisation der russischsprachigen LGBT-Menschen aus den Ländern der ehemaligen UdSSR. Ihre Arbeitsgruppe Asyl wurde mit einem Preis im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs: "Aktiv für Demokratie und Toleranz" ausgezeichnet. Konstantin Sherstyuk, Vorstandvorsitzender, und Regina Elsner, eine der GründerInnen der AG Asyl, erzählen über das Projekt und darüber, wie sich die Situation für LGBTI-Personen in Russland geändert hat. PLAY

 

„Homophobie lässt sich nur mit Sichtbarkeit bekämpfen“

... davon ist Bisi Alimi überzeugt. Wir sprechen mit dem Gründer der bisialimifoundation über staatliche, kirchliche und mediale Homophobie in seinem Heimatland Nigeria.

Talk about Violation of LGBT-rights in NigeriaBisi Alimi  floh 2007 aus Nigeria, ein Jahr später wurde er als Flüchtling in GB anerkannt. Heute setzt er sich für LGBT-Rechte in seinem Herkunftsland ebenso ein wie für die Rechte der Geflüchteten, die aufgrund der homophoben Stimmung in ihrem Land andernorts Asyl beantragen. Bisi Alami verfasst Videobotschaften und gibt Umfragen in Auftrag, um die Haltung der nigerianischen Bevölkerung gegenüber Homo- und Transpersonen einschätzen zu können. Jenseits dessen, was Kirchen und Regierungen verlautbaren, nimmt seinen Erkenntnissen zufolge die homophobe Stimmung in seinem Land ab. Interview als Printdokument

Erster Teil mit deutscher Overvoice Play

 

Zweiter Teil mit deutscher Overvoice: Anerkennung als Fluchtgrund Play

 

Mehr auf bisialimifoundation.org

Enklaven des Widerstands - informelle Camps rund um Calais

TEIL1: Situation seit der Räumung des Jungle Camp

Meist werden Geflüchteten werden an der  Einreise in die EU gehindert. Komplizierter noch ist es für die Geflüchteten, die sich in den informellen Camps innerhalb der EU aufhalten, zum Beispiel in Frankreich in und um die Hafenstadt Calais in kurzer Entfernung zum Ärmelkanal. 5.000 und 6.000 Einwohnerinnen lebten hier bis letzten Dezember im so genannten Jungle, und mehrere tausend in den umliegenden Camps. Vergangenen Februar kam es zur teilweisen Räumung des selbsterrichteten Camps. Seither haben sich die dort verbliebenen Geflüchteten erneut organisiert.

TEIL 2: So ging er nach Calais....


... ein junger Einwohner aus Calais spricht über die Gründe der Flucht junger Männer aus Afghanistan und darüber, warum er aus Großbritannien wieder weg ist...

# 25 Nach der Willkommenskultur

Noch vergangenen Sommer prägten viele helfende Hände und eine bemüht freundliche Kanzlerin das Bild einer gerne zitierten deutschen Willkommenskultur. Doch statt „Seid willkommen“ heißt es inzwischen: „Integriert euch!“ Ständig wird - laut und öffentlich - über Integrationsimperative beraten. Seltener zu hören sind diejenigen, die - jenseits großer politischer Foren - die Integration in die eigene Hand nehmen. Oder die Geflüchteten selber, die eigene Vorstellungen und Ideen zur Integration haben.

Dienstag I 7. Juni I 16 Uhr I 102,3 mhz

Wiederholung am Freitag den 17. Juni um 11 Uhr

 

25 südnordfunk welcome

Ganze Sendung

NACHHÖREN & DOWNLOADEN

 

Links zu den  Podcasts

(pdf)

Was sie selber wollen

stimmenDas Thema Integration ist in aller Munde. Die Bundesregierung fordert aktive Integrations-bereitschaft. Sie will, dass Geflüchtete schnell Deutsch lernen und bald arbeiten.  Doch was wollen Geflüchtete selbst? Ammar, Khaled, Hassan und Tarek erzählen. Zum Beispiel von dem Wunsch, endlich wieder normal zu leben und auch, sich politisch einzubringen. Ein Beitrag von Mamdouh Rabah und Patricia Reineck.   PLAY


„Kein Abseits“

Kein AbseitsDas Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt hatte den Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" ausgeschrieben. 65 Projekte wurden für ihr vorbildliches und nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und Toleranz als PreisträgerInnen ausgewählt. Darunter auch das Projekt „Kein Abseits“. Viktoria Balon hat mit Jasmin Azar, der Koordinatorin eines Preisträger-Projektes, in Berlin gesprochen.   PLAY

 


Kenia: Klimawandel & Marktmacht

Kartoffelanbau Rift ValleyWährend der Mai auf allen Kontinenten zum Protestmonat der Klima-AktivistInnen wurde,  benötigen die vielen landwirtschaftlichen Kleinbetriebe weltweit eine finanzielle Unterstützung, um sich besser gegen Dürren und Starkregen wappnen zu können. Stattdessen sind sie zusätzlich mit einem fluktuierenden Markt konfrontiert. Was der Klimawandel konkret für kleinbäuerliche Betriebe bedeutet, berichtet John Bwakali aus dem Rift Valley in Kenia, wo Anbau von Kartoffeln Hunderttausenden eine Existenz ermöglicht - noch.    PLAY


Interview: Spielfilm Ninah's Dowry

film Ninah's DowryVictor Viyuoh lebt in Los Angeles. Seine Kusine, die er seit seiner Kindheit kaum gesehen hatte, traf er in seinem Herkunftsland Kamerun wieder. Ihr Versuch, einer gewaltsamen Ehe zu entkommen, war die Vorlage für seinen ersten Spielfilm Ninah‘s Dowry. Viyuoh hat ihn – mit Ausnahme der beiden Hauptrollen – mit LaienschauspielerInnen realisiert, unweit des Dorfes, in dem sich die Leidensgeschichte ereignet hatte. Ein Interview mit dem Filmemacher Victor Viyuoh.     AUDIO PLAY

Trailer: www.ninahsdowry.com

# 24 Die Gedanken sind frei – Repression Medien

Um die Pressefreiheit ist es – global gesehen – schlecht bestellt. Die Organisation Freedom House mahnt: Der Grad der Pressefreiheit sank 2015 auf einen Tiefpunkt wie schon seit 12 Jahren nicht mehr. Der Südnordfunk beschäftigt sich in seiner Maiausgabe mit Freiheit und Repression der Medien.

Dienstag I 3. Mai I 16 Uhr I 102,3 mhz

Wiederholung am Freitag den 6. Mai um 11 Uhr

Wenn es um Pressefreiheit geht, ist damit auch der Kampf um die Hoheit über die Information gemeint: Wer kann welche Kanäle bespielen, füttern, kontrollieren oder gar verbieten? Wie wird Öffentlichkeit und wie werden Gegendiskurse gegen die konzentrierte Macht finanzstarker  Medienkonzerne geschaffen? Mit welchen Mitteln und unter welchen Risiken?

Community Radio

pdf mit allen Links zu den einzelnen Podcasts

ganze Sendung NACHHÖREN & DOWNLOADEN

Nicht immer ist vorhersehbar, welche Informationen von repressiven Regimen oder extremistischen Parteien geduldet oder geahndet werden, wann ein beleidigter Politiker im Namen des  Verfassungsschutzes JournalistInnen kalt stellt, Verlage dichtmacht, Computer beschlagnahmt, Blogger einknastet oder KritikerInnen das Wort verbietet, die gegen die herrschenden Diskurse argumentieren, die vermeintlich geheime Informationen freigeben, Dokumente leaken oder satirische Enthüllungen ideologischen Schwachsinns unter die Leute bringen.

Wir schauen in fünf Beiträgen auf ausgewählte Hotspots der Presse-Repression und auf die Arbeit engagierter VorkämpferInnen, die sich – an einem kleinen Ort oder über Grenzen hinweg –  für das Recht auf Pressefreiheit einsetzen.

T-Shirt with Microphone Kenia: Voice for the Voiceless

Koch FM, das erste Freie Radio aus einem  Armenviertel der Metropole Nairobi und Equator FM, ein Campusradio, das zum Bürgerradio wurde // Kenya’s Community Radio Stations Channelling the People’s Voices / by John Bwakali   mit Overvoice (deutsch)

Grenzenlos: Kampf gegen Repression kritischer Medienarbeit

Seit ihrer Gründung in Frankreich 1985 gewährt die Organisation Reporter ohne Grenzen Unterstützung für verfolgte kritische JournalistInnen und schafft Öffentlichkeit über Verletzungen des Presserechtes, des Rechtes auf freie Meinungsäußerung und auf  unabhängige Informationen.  Was genau beschäftigt dieses Jahr die Reporter ohne Grenzen? Welche Rolle spielt Reporter ohne Grenzen als Organisation für jene Länder, in denen unabhängige Stimmen willkürlicher Repression ausgesetzt sind?

Türkei: Es war immer schon schlimm. Jetzt ist es noch schlimmer.

Jüngste Repressionen gegen das Recht auf Pressefreiheit in der Türkei. Zu Wort kommt u.a. der  Vorsitzende der Türkischen Journalistengewerkschaft, Mustafa Kuleli.

Russland: Freies Wifi in der U-Bahn - nationalistische Kommentare im Blog

Repression der Pressefreiheit und freier Zugang zu freien Medien – in Russland ist das kein Widerspruch, sondern eine paradoxe Gleichzeitigkeit. Viktoria Balon im Gespräch mit Artem Loskutov, einem jungen Blogger, Künstler und Journalisten aus Moskau und Novosibirsk.

Mit den Wellen - gegen die Brandung

... wenn Freie Radios und Piratensender Stimmen hörbar machen, die im herrschenden Diskurs keinen Platz haben. Freie Radios weltweit - eine unvollständige Umschau.

# 23 Unruhen in Burundi - Menschenrechte und Partnerschaften

Seit nunmehr einem Jahr wird Burundi regelmäßig von Unruhen ergriffen. Massengräber und Menschenrechtsverletzungen sind Ausdruck eskalierender Gewalt.

Dienstag I 5. April I 16 Uhr I 102,3 mhz

Wiederholung am Freitag den 8. April um 11 Uhr

Die ganze Sendung nachhören

Während seit April 2015 Tausende aus Burundi in die Nachbarländer geflohen sind und Presse- und Versammlungsfreiheiten verletzt wurden, sehen sich auch Partnerschaftsprojekte mit burundischen Partnern vor neue Herausforderungen gestellt.

Während alle hoffen, dass es zu keinem neuen Bürgerkrieg kommt, muss sich der Westen fragen, ob die finanzielle Unterstützung des extrem armen zentralafrikanischen Landes unter der Regierung von Präsident Pierre Nkurunziza nicht vielleicht dazu beigetragen hat, auf Kosten von politischen Freiheiten ein regressives System zu stabilisieren.

Interview: Gesine Ames zur Lage in Burundi

Die politischen Krise in Burundi hängt eng mit der menschenrechtlichen Situation zusammen. Zwar verliefen die vorletzten und letzten Wahlen laut internationaler Wahlbeobachtung fair  - wenngleich eine dritte Amtszeit laut Verfassung nicht vorgesehen war. Allerdings blendet der Fokus der westlichen Beobachtung auf die Wahlen die Relevanz von Menschenrechten in der Entwicklungszusammenarbeit gerne aus. Wir sprachen mit Gesine Ames, der Koordinatorin des Ökumenischen Netzwerkes Zentralafrika, über die aktuelle Situation in Burundi. PLAY

Interview mit Deo Baribwegure zur Lage der Flüchtlinge

Kigoma liegt rund 60 Kilometer von der burundischen Grenze entfernt in Tansania. Schon während des Bürgerkrieges zwischen 1993 und 2005 flüchteten hierher viele BurunderInnen. Einige kehrten nach dem Friedensabkommen von Arusha seit 2000 zurück, viele blieben. Seit April 2015 sind – auch in Erinnerung an die Schrecken des Bürgerkrieges – erneut viele Menschen nach Tansania geflohen.

Deo Baribwegure ist Direktor des  Kigoma Community College by Radio, ein Bildungsprojekt, das der lokalen Bevölkerung über Radioprogramme Zugang zu Bildung verschafft – so auch den burundischen Flüchtlingen. Er ist selber aus Burundi und schätzt für den südnordfunk die Lage der Flüchtlinge in Tansania ein. PLAY

Interview mit Joyce M. Muvunyi über Herausforderungen für Partnerschaften

Baden-Württemberg pflegt eine Partnerschaft mit dem Land Burundi. Was bedeutet der Konflikt  für die Partnerschaftsprojekte  mit Burundi? Welche Rolle spielt die burundische Diaspora? Wir sprachen mit Joyce Muvunyi, der Koordinatorin des Kompetenzzentrums für Partnerschaftsprojekte zwischen Baden-Württemberg und Burundi.   PLAY

Reportage: Olympische Siege für Kenia: 24 mal Gold - 34 mal Doping

Die Kenianischen Leichtathletinnen haben seit 1956 mit 24 Goldmedaillen eine beachtliche Anzahl an olympischen Siegen errungen. Was sind die sozialen Hintergründe dieses Erfolges? Immerhin wurden im gleichen Zeitraum 34 Athletinnen wegen Doping disqualifiziert. Eine Reportage von John Bwakali aus dem Lornah Kiplagat’s High Altitude Training Centre in Iten (Kenia).  PLAY

# 22 Aufbegehren - Gegen Rassismus überall !

Rassistische Fallbacks sind dieser Tage laut und öffentlich. Der südnordfunk versteht sich als Medium für antirassistische Stimmen - und schaut anlässlich der Wochen gegen Rassismus auf postkoloniale Positionen - sowie auf laute und leise Aufbegehren gegen rassistische Zustände.

Dienstag I 1. März I 16 Uhr I 102,3 mhz

Rassistische Fallbacks sind dieser Tage laut und öffentlich. Der südnordfunk versteht sich als Medium für antirassistische Stimmen - und schaut im März anlässlich der Wochen gegen Rassismus auf postkoloniale Positionen sowie auf laute und leise Aufbegehren gegen rassistische Zustände.

Die gesamte Sendung NACHHÖREN (1:00 Stunde)

 

Die Post-Köln-Debatte

BahnhofSeit der Silvesternacht in Köln wurde vielfach mit dem Finger auf andere gezeigt: Medien stellten Sexismus und sexualisierte Gewalt stark „islamisiert“ dar – Sexismus wurde schnell pauschal einer Religion und ihren (vermeintlichen) Angehörigen zugeschrieben. Anne Wizorek, Initiatorin von #aufschrei und Iman Attia, Professorin für Diversity Studies/Rassismus und Migration in Berlin, kritisieren diese Pauschalisierung und gehen ihr auf den Grund. Ein Beitrag von Ronja Morgenthaler

Studierendenproteste in Südafrika

Studierendenproteste in Kapstadt in SüdafrikaIn Südafrika finden die Proteste der Studierenden kein Ende. Nach einer Verschnaufpause in den Semesterferien kam es nun in der zweiten Februarhälfte gleich an mehreren Universitäten erneut zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Proteste verweisen darauf, dass die Regenbogennation 20 Jahre nach Verabschiedung einer neuen Verfassung offensichtlich nicht hält, was sie der jungen Generation versprochen hat. Mnqobi Ngubane von der Universität Western Cape erforscht die Bewegung #rhodesmustfall und #feesmustfall. Beitrag: Martina Backes

Bitte beachten: UWC Fees Will Fall Movement Intelligence Report Part 1. Released on South Africa’s Human Rights Day, 21st March 2016 hier zum Download:

pdf REPORT (58 Seiten)

Afrikanische politische Philosophie

In ihrem Sammelband „Afrikanische politische Philosophie“ stellen Franziska Dübgen und Stefan Skupien ausgewählte Texte von politischen PhilosophInnen afrikanischer Herkunft vor. Auf welche Leerstelle will das Buch aufmerksam machen? Und warum wurde der Schwerpunkt auf Texte gelegt, die sich mit Aspekten der Dekolonisierung beschäftigen? Im Interview mit Patricia Reineck sprechen die HerausgeberInnen über die Marginalisierung Afrikanischer politischer Philosophie in der eurozentrischen Wissensproduktion.

Hip Hop und Empowerment in Nairobi

John Bwakali mit jungen Hip Hop KünstlernKalamashaka – eine HipHop Gruppe aus Kenia, rappt in Sheng, einem Dialekt des Swahili, der in der Metropole Nairobi dem Spirit einer jungen Generation  entspricht. Rap und Hiphop gibt in Dandora, einem stark benachteiligten Stadtteil Nairobis, vielen Jugendlichen das, was ihnen die Gesellschaft verwehrt. Sie artikulieren Wünsche, Wut, und Widerstand. Ein Beitrag von John Bwakali.

 

„Das Wort den Geflüchteten"

Buchcover Zäune hochziehen und Mauern bauen ist im Europa dieser Tage wieder angesagt. Diejenigen, die derzeit vor Bombenhagel, Gefängnis und Folter fliehen, können diese Grenzwälle dennoch kaum aufhalten. Geflüchtete organisieren sich und fordern hier die Menschenrechte ein, die Europa auf der ganzen Welt proklamiert. Emmanuel Mbolela, Autor des Buches „Mein Weg vom Kongo nach Europa“ und Aktivist für globale Bewegungsfreiheit bei Afrique Europe Interact erläutert, warum es notwendig ist, dass sich Aktivisten transnational solidarisieren.

# 21 Linguales Mischen - polyglottes Switchen

Eine multilinguale Kommunikation, bilinguale Kindergärten, mehrsprachige Schulen oder Literatur, wechselnde Sprachen in Radiointerviews, das entspricht so gar nicht dem weit verbreiteten Wunsch nach sprachlicher Reinheit. Dabei wäre ein polyglottes Mischen und multilinguales Switchen für eine Einwanderungsgesellschaft viel angemessener: Mehrsprachig denken, sprechen, schreiben als Normalfall!

Die iz3w-Magazinsendung südnordfunk am 2. Februar um 16 Uhr:

►“Can you imagine French literature in Zulu?” Die Bedeutung der Sprache in der postkolonialen Literatur Afrikas.

► Durchgesetzt: Native Jamaican English im Print. Interview mit Orville W. Taylor, Dozent für Soziologie an der University of the West Indies, Mona

► Studiogespräch mit Viktoria Balon und Jasmine Ntoutoume über die Kunst des mehrsprachigen Lebens, Denkens, Schreibens, Sprechens

Nachhören gesamte Sendung:

 

 

“Can you imagine French literature in Zulu?” Die Bedeutung der Sprache in der postkolonialen Literatur Afrikas.

Kunst der Kunst willen? Literatur einzig labend an der Schönheit der Sprache? Die jungen Schriftsteller des jungen postkolonialen Afrikas hatten mehr im Sinn. Literatur im Sinne der Wiederentdeckung eigener Poesie und Philosophie. Im Sinne der Rehablilitation von Würde - jeder Einzelnen, eines ganzen Kontinents. Ein Rückblick auf eine Zeit, in der Sprache zwangsläufig politisch war. Und vor allem: welche Sprache? Ein Beitrag von Anna Trautwein

 

Interview: Durchgesetzt! Native Jamaican English.

Jamaika ist ein Einwanderungsland, in dem viele MigrantInnen in dritter, oder vierter Generation leben, deren Vorfahren aus vornehmlich Westafrikanischen Ländern kamen, die es damals als solche noch gar nicht gab. Die als Sklaven und Sklavinnen nach Jamaika verschifften Menschen brachten viele verschiedene Sprachen mit und wurden zugleich mit den Kolonialsprachen der damaligen Kolonisatoren konfrontiert, erst Spanisch, dann Englisch – Berührungspunkte gab es in der Karibik zudem mit der französischen und niederländischen Sprache…

Aus all diesen Einflüssen entwickelte sich das Jamaican English, eine ganz eigene Sprache. Die Geschichte der Anerkennung des Jamaican English ist ein Beispiel dafür, dass Sprache politisch ist!  Orville W. Taylor ist Dozent für Soziologie an der University of the West Indies, Mona (bei Kingston auf Jamaika). Ein Beitrag von Jasmine Ntoutoume

 

Die Kunst des mehrsprachigen Lebens, Denkens, Schreibens, Sprechens

Studiogespräch mit Viktoria Balon, Ethnologin und Koordinatorin des mehrsprachigen Radioprogramms bei RDL sowie verantwortliche Redakteurin der INZeitung - und mit Jasmine Ntoutoume, Radiomoderatorin, Dichterin und Sprach-Performance-Künstlerin. Moderation: Martina Backes

# 20 Wem gehört der Müll? Wer verdient am Recycling?

Müll belastet nicht nur die Umwelt und vergeudet kostbare Rohstoffe. Müll ist inzwischen auch Einkommensgrundlage: Für Start-Up Firmen der Recyclingindustrie, für Hunderttausende Menschen in den Metropolen des globalen Südens, die zwischen Müllentsorgern und Müllverwertern soziale Kämpfe um ihre Rechte führen.

südnordfunk Dienstag 5. Januar 2016 um 16 Uhr auf 102,3 mhz

Die ganze Sendung zum Nachhören hier

Weniger Abfall produzieren, Müll umweltgerecht entsorgen, Wertstoffe zurückgewinnen: So lautet die Devise derer, die darum wissen, dass der wachsende Abfall aus Plastik, Elektroschrott und Haushalts- sowie Industriemüll neue Probleme schafft. Doch Müll belastet nicht nur die Umwelt und vergeudet kostbare Rohstoffe, er ist inzwischen auch Einkommensgrundlage: Für Start-Up Firmen der Recyclingindustrie ebenso wie für Hunderttausende Menschen in den Metropolen des globalen Südens, die zwischen Müllentsorgern und Müllverwertern soziale Kämpfe um ihre Rechte führen.

Schlaglicht: Wastepickers Without Borders

 

Soziale Kämpfe der Waste Pickers in Südafrika

Waste Pickers in Gioto, der städtischen Mülldeponie der kenianischen Metropole NakuruObwohl in Südafrika große Teile des Recyclings von informellen Müllsammler_innen übernommen wird, haben sie bei der Abfallwirtschaft wenig mitzureden. Schlimmer: an vielen Orten existieren sie bis heute offiziell überhaupt nicht. Doch am afrikanischen Kap formt sich Widerstand – Müllsammler_innen organisieren sich. Simon Mbata, Sprecher der South African Waste Pickers Association und Musa Chamane von der NGO Groundwork über die Bewegung der Müllsammler_innen in Südafrika.

 

Zwischen Armut und Start-Up: Konkurrenzen um Müll in Gioto und Dandora

Die Müllsammlerinnen verarbeiten ihr Sammelgut teilweise selber. Eine Frau fertigt aus Plastikresten, die zu Streifen geschnitten werden, Körbe und Hüte für den Verkauf.Sie wurden in den vergangenen Jahren vermehrt als Kehrseite der Medaille wachsenden Wohlstandes einer konsumfreudigen Mittelschicht bezeichnet. Die Müllkippen der urbanen Metropolen im Globalen Süden. Ob aus Mumbai, Manila oder Bogota: Fotoausstellungen sowie Reportagen über diejenigen, die den Müll unter erbärmlichen Bedingungen sammeln und sortieren, wurden vielfach publiziert. Andererseits mehren sich Berichte über kleine Start-Up Unternehmen, die als Vorzeigeobjekte einer umweltfreundlichen Recyclingindustrie gefeiert werden. Nur selten thematisieren die Medien die Verbindung zwischen diesen Akteuren.

In Kenia arbeiten viele Tausend Menschen als Müllsammler_innen, zugleich drängen ständig neue Recyclinginitiativen auf den Markt.

Download Beitrag hier

Giftige Altlast, Gefahrengut oder neuer Wertstoff? Elektroschrott auf globalen Müllhalden

ElektroschrottNicht nur in Ghana holen die Müllsammler_innen und ihre Abnehmer wiederverwertbare Seltene Erden und andere Metalle aus dem Elektroschrott. Dieser wird angesichts der anfallenden Mengen zu einem weltweit umkämpften Rohstoff.

 

Recycling und Klangerzeugung: Der Dosenmensch

kongolesischer Künstler mit KlanginstallationDer kongolesische Künstler Eddy Ekete aus Straßburg performt als Dosenmenschen in der Innenstadt:

Die Klangerzeugung mit leeren Getränkedosen erinnert an traditionelle Statuen, die angerufen werden, um gesellschaftliche Probleme zu lösen.

# 19 Keine Gewalt gegen Frauen und Mädchen auf der Flucht

Sondersendung gemeinsam mit LaRadio: Keine Gewalt gegen Frauen! In Interviews und Gesprächen geht es u.a. um transnationale und flüchtlingssolidarische Arbeit gegen Gewalt an geflüchteten Frauen.

südnordfunk am 24. November 10 Uhr I La Radio 24.11. 20 bis 22 Uhr  I  südnordfunk am 1. Dezember 16 Uhr

Auch dieses Jahr findet vom 25.11. bis 10.12. die Kampagne zur die Beseitigung der Gewalt an Frauen statt. Der südnordfunk erörtert gemeinsam mit La Radio politische und gesellschaftliche Faktoren, die gender- und frauenspezifische Gewalt von Frauen auf der Flucht fördern. In Interviews und Gesprächen geht es zudem um transnationale und flüchtlingssolidarische Arbeit gegen Gewalt an geflüchteten Frauen.

Die einstündige Sendung Nachhören

 

 

Studiogespräch über frauenspezifische Gewalt der Boko Haram mit Maranatha Duru

# Der südnordfunk fragt aus aktuellem Anlass danach, was es mit der terrorspezifischen Gewalt gegen Frauen von Seiten der Boko Haram auf sich hat. Immer häufiger werden Frauen zudem für die Ausübung des Terrors rekrutiert oder zwangsweise als Selbstmordattentäterinnen und Bombenträgerinnen eingesetzt. Wir sprachen mit der Juristin Maranatha Chukwuletam Duru. Sie ist Anwältin und Juristin aus Nigeria sowie Mitglied der Organisation Anwältinnen ohne Grenzen.

 

Selbstorganisiert: Women in Exile und International Women Space

# In Deutschland existieren kaum oder keine geschützten Räume für Frauen, weder in den völlig  überfüllten, provisorisch errichteten Erstaufnahmestellen noch in vielen der älteren Heime. Die feministische Initiative Women in Exile, 2002 von geflüchteten Frauen in Brandenburg gegründet, will, dass sich das ändert. Mit International Women's Space aus Berlin existiert eine weitere Gruppe mit dem Ziel, Anliegen geflüchteter und emigrierter Frauen in Deutschland in der Öffentlichkeit hör- und sichtbar zu machen.

 

Ausstieg aus Zwangsprostitution

# Offiziell gilt der Straftatbestand der Zwangsprostitution bei Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung. Davon sind fast ausschließlich Frauen betroffen, in der Mehrheit Frauen aus dem Globalen Süden oder so genannten EU Drittstaaten. Beate Huschka von FREIA, der Fachberatungsstelle gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution in Freiburg, betreut Frauen die Schutz oder einen Ausstieg aus ihrer Situation suchen.

 

Im Refugee Radio Network RNN ergreifen Geflüchtete das Wort

# Vor einem Jahr wurde in Hamburg das Refugee Radio Network (RRN) gegründet. Ein Team von Leuten, die selber migriert sind, macht mit und für Geflüchtete ein Radioprojekt, das als Ort der freien Meinungsäußerung Debatten moderiert und damit Teil der Selbstorganisation der Refugee-Community ist. Mit den Informationen wendet sich RRN an Geflüchtete und an die Gastgesellschaft. Durch Vernetzung über europäische Grenzen hinaus fördert das Projekt die politische Selbstorganisation der Geflüchteten. Ein Interview mit Larry M. Macaulay, Journalist aus Nigeria und Gründer des Refugee Radio Network.

Interview Teil 1 / Interview Teil 2

# 18 Zwischen Stigma und Akzeptanz - Sexwork Global

globale Dimensionen der Sexarbeit

3. November I 16 Uhr I 102,3 mhz I livestream: rdl.de

sex_work

 

"SexarbeiterInnen gehören überall auf der Welt zu den schutzbedürftigsten Gruppen der Gesellschaft", erklärt Amnesty International in einer Pressemitteilung 2015. Die Forderung der Menschenrechtsorganisation, Sexarbeit weltweit zu entkriminalisieren, entfachte nicht nur in Deutschland die ewige Debatte um Prostitution auf ein Neues. Der südnordfunk im November wirft einen differenzierten Blick auf globale Dimensionen der Sexarbeit und lässt SexarbeiterInnen selbst erzählen.

Die gesamte Sendung zum Nachhören hier.

 

Interview: Das "Schwedische Modell" und die Kritik daran

Seit 1998 gilt in Schweden das Gesetz, dass der Kauf von sexuellen Dienstleistungen strafbar ist, der Verkauf hingegen nicht. Das heißt im Klartext: Freier werden verfolgt, Sexarbeiter_innen nicht. Denn Sexkauf reproduziere das patriarchale System und die Gewalt gegen Frauen. Doch tut man den Sexarbeiter_innen mit diesem Gesetz wirklich einen Gefallen? Oder steht nicht vielmehr eine andere (Doppel-) Moral dahinter? Die Feministin und Historikerin Susanne Dodillet von der Uni Göteborg beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Thematik und hat eine klare Meinung dazu.

 

Emy Fem über die Arbeit und ihr politisches Engagement für mehr Rechte und gegen Stigmatisierung

Zu Beginn des Jahres 2015 legte das deutsche Bundesfamilienministerium einen Gesetzentwurf vor, der vorgeblich SexarbeiterInnen besser schützen und Zwangsprostitution möglichst verhindern sollte. Das Gesetz umfasste verschiedene Punkt wie etwa eine Anmeldepflicht und Registrierung von SexarbeiterInnen wie auch Bordell-Betrieben, eine Kondompflicht der weitestgehend männlichen Sexkäufer und ein Verbot von Flat-Rate-Sexangeboten.  Heftige Kritik am Entwurf kam vor allem von Selbstorganisationen von SexarbeiterInnen. Das neue Gesetz würde mehr Frauen in die Illegalität treiben, sichere Arbeitsbereiche wie Wohnungen oder kleine Bordelle könnten nun entfallen. Mal wieder wurde eine vermeintlich gut gemeinte Entscheidung ohne die eigentlich Betroffenen geführt. Ob das Gesetz in seiner jetzigen Form überhaupt beschlossen werden kann, ist noch offen.  Wir sprachen mit der Sexarbeiterin Emy Fem über ihr politisches Engagement für mehr Rechte und gegen Stigmatisierung.

 

Repression statt Empowerment - Die Situation marginalisierter Gruppen in Rio im Vorfeld der Olympiade

Unter dem Vorwand, Kinder und Jugendliche vor sexueller Ausbeutung zu schützen, werden an den Austragungsorten von sportlichen Großereignissen entsprechende Maßnahmen getroffen; oft gehen diese aber in die entgegengesetzte Richtung. Sie haben Repression von ärmeren Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsenen in der Sexarbeit zur Folge. Wir sprachen mit Friederike Strack von Hydra e.V. in Berlin und Davida in Rio de Janeiro.

 

Außerdem:

Kopfwelten in Köln -

ein lokalhistorisches Projekt der Erinnerungsarbeit

Köln ist, im Vergleich zu Hamburg oder Berlin, so mag man denken, eher eine Provinz in Sachen  Kolonialismus. Die Initiative Köln postkolonial bezeichnet die Stadt hingegen als Metropole des Westens in Sachen Kolonialismus. Wie sie dies begründet und welche transnationalen Kapitel der Kölner Geschichte durch die Recherchen von Köln Postkolonial sichtbar wurden, darüber sprachen wir mit der Afrikanistin und Politikwissenschaftlerin Marianne Bechhaus-Gerst.

# 17 post-koloniale Spurensuche zur Dekolonisierung des Denkens

Das Erbe der Kolonialzeit lagert in Museen oder wurde in Denkmälern und Straßennamen festgehalten. Postkoloniale Initiativen setzen sich indes für ein Dekolonisieren des Denkens ein.

Die gesamte Sendung zum Nachhören

Über Jahrzehnte fanden in deutschen Städten koloniale Aktivitäten statt. Und auch nach der Zeit der Inbesitznahme von Territorien in "Übersee" haben kolonialrevisionistische Bewegungen den kolonialen Gedanken aufrechterhalten. Das Erbe dieser Zeit lagert in Museen oder wurde in Denkmälern und Straßennamen festgehalten. Postkoloniale Initiativen setzen sich indes für ein Dekolonisieren des Denkens ein.

Kolonialgeschichte und Erinnerungskultur

Seit nunmehr 10 Jahren recherchiert freiburg-postkolonial.de zu kolonialen Geschehen in dieser Stadt. Der südnordfunk wirft Schlaglichter auf die Frage, wie der Kolonialismus auf das Denken in dieser Stadt gewirkt hat. Interview mit Heiko Wegmann.

Hörspaziergang virtuell

Der Audioguide Auf (post-)kolonialen Spuren in Freiburg wird in der Sendung vorgestellt. Das Veranstaltungsprogramm zu 10 Jahre freiburg-postkolonial kann hier eingesehen werden (pdf).

Die App zum Audioguide im Google Playstore gibt es hier

Umbenennen, ohne zu vergessen?

Die Initiative Stoffwechsel e.V. in Karlsruhe wird im Oktober mit einer Bildungsaktion auf den kolonialen Kontext der Stadt aufmerksam machen. Interview mit Werner Kersting.

# 16 Walter Benjamin

Vor 75 Jahren nahm sich Walter Benjamin auf der Flucht das Leben...

südnordfunk am 1. September um 16 Uhr auf 102,3 mHz

Sendung Nachhören

Ende September vor 75 Jahren nahm sich Walter Benjamin auf der Flucht vor den Nationalsozialisten das Leben. Die F-Route über die französisch-spanische Grenze und der Ort Port Bou erinnern auch an die vielen Namenlosen, die hier geflohen sind.

Walter Benjamin 1937 - Dank an: https://www.flickr.com/photos/schauecker/„Schwerer ist es, das Gedächtnis der Namenlosen zu ehren als das der Berühmten.Dem Gedächtnis der Namenlosen ist die historische Konstruktion geweiht." Das schrieb Walter Benjamin, in seinen Notizen zu seinem letzten, 1939 entstandenen Aufsatz: Über den Begriff der Geschichte.

Die Notiz, die primär eine historischer Perspektive aufweist, erscheint dieser Tage angesichts der vielen Geflüchteten von besonders brisanter Aktualität. Daher befasst sich der suednordfunk am 1. September in drei Beiträgen mit dem Verfasser dieser Notiz, mit Walter Benjamin.

Reportage über eine Wanderung quer über die Pyrenäen

auf alten Fluchtrouten von NS-Verfolgten

Walter Benjamin multimedial und per App

Auf dem Walter Benjamin Wanderweg2 #  Interview: Der Walter Benjamin Wanderweg, der 2007 eröffnet wurde, ist inzwischen auch virtuell und multimedial verfügbar. Andreas Klug stellt die App zum Audioguide des Walter Benjamin Weges vor. Info: http://www.historia-viva.net/de/

Feature: Die Namenlosen

Der international beachtete Künstler Dani Karavan gestaltete 1994 am Friedhof von Portbou einen Gedenkort, um an Walter Benjamins Schicksal und das zahlloser unbekannter Flüchtender zu erinnern. Ein Feature über das Denkmal am Friedhof von Port Bou und über eine Gedenkwanderung entlang des Walter Benjamin Wanderweges.

Hörspiel: Auf die Minute

Walter Benjamin hat für das Radio gearbeitet, zum Beispiel in Frankfurt und Berlin. Dabei ging er der Frage nach: Wo sind eigentlich die Zeiten, in denen Philosophen die Radios für sich in Anspruch nahmen?

# 15 Frauen auf der Flucht

Feature Time im Augsut: FriedensmacherInnen in der Casamace / Frauen auf der Flucht

Dienstag, 4. August 2015 um 16 Uhr  / livestream rdl.de / 102,3 mhz

Die gesamte Sendung NACHHÖREN oder DOWNLOADEN

"Die Frauen? Nie im Leben!" Vom Alltagsgeschäft der Friedensmacherinnen

suednordfunk_Casamance_FriedenDer gewaltsame Konflikt in der Casamance im Süden des Senegal ist als „längster Konflikt des afrikanischen Kontinents“ weithin in Vergessenheit geraten. Er trieb seit 1982 über 250.000 Menschen in die Flucht.  Während die mächtigen Akteure – der senegalesische Staat, die im Krieg verwickelten Nachbarländer Gambia und Guinea-Bissau sowie die Rebellengruppen – den Konflikt bisher nicht lösen konnten oder wollten, leisten die Betroffenen, die in diesem Krieg gar nicht mitspielen, täglich Friedensarbeit. Das sind vor allem Frauen. Ein Feature von Anna Trautwein und Martina Backes.

Anhören

 

Frauen auf der Flucht – Blick in den arabischen Raum

Frauen auf der FluchtWeltweit sind mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht. Davon bis zu 80 Prozent Frauen und Kinder. Die Mehrheit flüchtet nur über die Grenze ins Nachbarland. Die meisten möchten ihre Heimat eigentlich gar nicht verlassen oder zumindest in der Region bleiben. Andere haben als erklärtes Ziel den Westen. In die so genannte „Festung Europa“ vordringen tun allerdings nur die wenigsten. Der Beitrag beleuchtet juristische Hürden und engagierte Schritte von Frauen, die sich für eine bessere Gesetzgebung und Beratung von Flüchtlingen einsetzen. Ein Feature von Eva Gutensohn.

Anhören

# 14 Koloniale Spurensuche in Freiburg

Koloniale Spurensuche in Freiburg

südnordfunk am 7. Juli  I  16 Uhr I Livestream:  rdl.de I  102,3 mhz

Sendung nachhören

Post-koloniale Zustände (Banksy)Koloniale Spurensuche: Ob in der Forschung, in Ausstellungen und Völkerschauen, auf Tagungen oder in Kolonialwarenläden, in Ansprachen oder in kulturellen wie politischen Veranstaltungen: Über Jahrzehnte fanden in Freiburg koloniale Aktivitäten statt.

Seit nunmehr 10 Jahren recherchiert freiburg-postkolonial.de zu kolonialen Geschehen in dieser Stadt. Der südnordfunk wirft Schlaglichter auf die Frage, wie der Kolonialismus auf das Denken in dieser Stadt gewirkt hat. Und: Der Audioguide Auf (post-)kolonialen Spuren in Freiburg wird in der Sendung vorgestellt. Studiogast: Heiko Wegmann von freiburg-postkolonial.

# 13 Cut! Wer erntet den Wald?

Kamerun: Mit dem Fällen der Regenwäldern werden Menschen vertrieben / Ninah's Dowery: Spielfilm über eine wahre Geschichte

südnordfunk am 2. Juni  I  16 Uhr I Livestream:  102,3 mhz

Interview mit Victor Viyuoh über den Film Ninah's Dowery

Filmstill @ Victor ViyuohVictor Viyuoh lebt in Los Angeles. Seine Kusine, die er seit seiner Kindheit kaum gesehen hatte, traf er in seinem Herkunftsland Kamerun wieder. Ihr Versuch, einer gewaltsamen Ehe zu entkommen, war die Vorlage für seinen ersten Spielfilm Ninah‘s Dowry. Viyuoh hat ihn – mit Ausnahme der beiden Hauptrollen – mit LaienschauspielerInnen realisiert, unweit des Dorfes, in dem sich die Leidensgeschichte ereignet hatte. www.ninahsdowry.com/

 

FEATURE

Cut! Wer erntet den Wald? Von Flucht und Vertreibung  in Kamerun

Kamerun Camping?Kamerun verfügt über die größten zusammenhängenden tropischen Waldflächen der Welt – noch. Denn jedes Jahr landen rund 80.000 Hektar Wald unter der Säge – das Land zählt zu den wichtigsten Tropenholzexporteuren weltweit. Riesige Plantagen und Monokulturen breiten sich auf ehemaligen Waldflächen aus – die einst reiche Flora weicht Palmöl, Kautschuk und Bananenpflanzungen. Andererseits beginnt der Staat, gezielt Waldflächen unter besonderen Schutz zu stellen und dort jegliche menschliche Intervention zu verbieten. Für die Menschen vor Ort liegen Abholzung und Schutz nah aneinander: beides bedeutet einen Angriff auf ihre Lebensgrundlage, häufig auch Vertreibung und Armut. Ein Feature von Anna Trautwein.

Mai 2015

Unruhen, Proteste, Kämpfe

am Dienstag, den 5. Mai 2015   I  16 Uhr  I Livestream: 102,3 mhz

Die gesame Sendung Nachhören

Hier die Hörbeiträge einzeln:

Unruhen in Burundi

Pater DeogratisDie derzeitigen Straßenkämpfe in Burundi stehen in Verbindung mit den anstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Juni diesen Jahres. Der amtierende Präsident Pierre Nkurunziza beabsichtigt für eine dritte Amtszeit zu kandieren.

PortraitDie Opposition sieht darin einen Verstoß gegen die Verfassung von Burundi und gegen das Friedensabkommen von Arusha. Eine Rückkehr zum Bürgerkrieg ist dabei nicht auszuschließen. Pater Déogratias Maruhukiro und Sylvère Bigirimana sprechen über die Hintergründe und möglichen Auswirkungen der aktuellen Situation in Burundi.

 

Vor dem Klimagipfel in Paris: Kampf ums Klima

Klimacamp Rheinland 2015Vom 10. bis 12. April 2015 kamen rund 350 Aktivist_innen aus elf Ländern zur Konferenz „Kampf ums Klima“ an der Kölner Universität zusammen. Die meisten Teilnehmer_innen kamen aus Deutschland, viele mit dem Blick auf das rheinische Braunkohlerevier. Im Fokus der Diskussionen stand u.a. die kritische Auseinandersetzung mit dem Klimadiskurs und dem anstehenden Klimagipfel diesen Dezember in Paris. Auf der anderen Seite sieht sich die Klimabewegung als Teil eines Suchprozesses nach einem anderen – ökologisch und sozial gerechteren Gesellschaftsmodells.Wie die Klimabewegung sich zum offiziellen Klimagipfel verhalten soll, wird kontrovers diskutiert. Wir haben mit drei Konferenzteilnehmer_innen aus dem globalen Süden über ihre Positionen zu dieser Frage gesprochen:

Joanna Cabello von der Organisation Carbon Trade Watch
Badrul Alam von der Bauern- und Landlosenorganisation Bangladesh Krishok Federation
Nicky Scordellis vom Demokratiezentrum von Cochabamba

 

Südafrika: Gerechtigkeit für die Bergarbeiter in Marikana

PortraitBishop Jo Seoka aus Pretoria, Vertreter der südafrikanischen Bench Marks Foundation, hat am 30.4. die AktionärInnen der BASF dazu aufrufen, sich mit dem Massaker an den Bergarbeitern in Marikana und der daraus erwachsenen Verantwortung auch der BASF auseinanderzusetzten. Wir sprachen mit Jo Seoka über die Ergebnisse der Untersuchungskommission, welche die Vorgänge um das Massaker untersuchte und im März ihren Bericht vorlegte.

 

Tanz gegen Homophobie in Uganda

Keita Dance CompanyKeiga Dance Company ist eine der führenden zeitgenössischen Tanzgruppen Ostafrikas. Thematisch setzt sie sich intensiv mit den sozialen Konflikten in ihrem Land Uganda auseinander. Die Keiga Dance Company spielt in der Hauptstadt Kampala im National Theater und tourt durch Europa und Afrika. Bereits zwei Mal trat Keiga Dance Company im Freiburger E-Werk auf und heute hören wir ein Interview mit dem künstlerischen Leiter und Choreographen der Company Jonas Byaruhanga. Das Interview wurde von Svetlana Boltovskaja in Freiburg aufgenommen und ins Deutsche übersetzt und von Sven Hinz gesprochen.

Nanto FM - Gemeinderadio aus dem Benin

Austausch über Klimagerechtigkeit mit Radio Dreyeckland: Sylvie N'dah und Jean-Baptiste Kouagou sprechen über Vielsprachigkeit im Radio, über die Rolle von Frauen in den beninischen Medien und die des Radios im Norden des Landes....


April 2015

Rassismus & anti-rassistische Schlaglichter

Dienstag I 7. April I 16 Uhr I 102,3 mhz
Der südnordfunk fragt nach Mechanismen der Ausgrenzung und  rassistischen Wirkungen in der Geschichtsschreibung I in der  Bildungsarbeit / im Alltag.

Hier geht es zum Podcast der einstündigen Sendung

 

Die Themen:

Der Genozid an den Armeniern - und die deutsche Beteiligung

Titelbild BuchDer Journalist Jürgen Gottschlich greift in seinem neuen Buch einen bislang wenig bekannten Aspekt des Armeniengenozids auf: Die deutsche „Beihilfe zum Völkermord“. Darin geht es um  „Deutschlands Rolle bei der Vernichtung der Armenier“ – so der Untertitel seines im Februar erschienenen Buches.

Zum Zeitpunkt des Genozid war das Osmanische Reich ein enger Verbündeter des Deutschen Reiches. Gottschlich hat nicht nur Archive in der Türkei und in Deutschland ausgewertet, sondern ist selbst an Schauplätze des Genozids gereist. Auch hat er Nachkommen der Opfer befragt. Christian Stock sprach mit dem Autor…

 

Willkommen, vergessen, verstoßen? Schwarze Menschen in Russland.

DemoDie Sowjetunion bildete Hunderttausende junge Menschen aus Afrika aus. Offiziell gab es dort keinen Rassismus. Wie leben schwarze Menschen im heutigen Russland? Dieser Frage geht die Ethnologin und RDL-Journalistin Svetlana Boltovskaja nach. Sie sprach mit zwei jungen Afrikanern:  Roni Kumi aus Ghana leitete viele Jahre ein antirassistisches Zentrum bei einer Kirche in Moskau. Er erzählt über die Situation schwarzer Menschen in der russischen Hauptstadt. Dramé aus Guinea lebte in Woronesch und Moskau. Er berichtet über seine persönliche Erfahrung als afrikanischer Student in Russland.

Das Buch „Bildungsmigranten aus dem subsaharischen Afrika in Moskau und St. Petersburg: Selbst- und Fremdbilder“ von Svetlana Boltovskaja erschien in Freiburg im Centaurus Verlag, 2014.

Elisio Macamo: "Wir sind nicht die Anderen"

Der Soziologe Elisio Macamo zeigt auf, wie aus Vorurteilen europäischer Denker und Helfer rassistische Strukturen einer ganzen Branche entstehen.

Der Beitrag ist ein Zusammenschnitt seines Vortrages „Wir sind nicht die Anderen“, den er anlässlich der Tagung Vorurteile, Stereotype und Kolonialismus – (k)ein Thema in der entwicklungspolitischen Partnerschaftsarbeit? Mitte März in Freiburg hielt.

Interview mit Elisio Macamo über rassistische Wissensproduktion in der Entwicklungszusammenarbeit

Elisio Macamo ist Soziologie und Assistenzprofessor für African Studies an der Universität Basel. Wir sprachen im Anschluss an seinen Vortrag "Wir sind nicht die Anderen" mit Macamo darüber, welche Fehlannahmen aus seiner Sicht der hiesigen Entwicklungszusammenarbeit zugrunde liegen. Das Interview führte Martina Backes.

 

"Wir brauchen internationale Solidarität"

Golden MisabikoInterview mit dem Menschenrechtsaktivisten Golden Misabiko über den Uranabbau in DR Kongo und die globale Dimension des Uranhandels.

Die Atombomben, welche die USA im zweiten Weltkrieg über Hiroshima und Nagasaki abwarfen, wurden mit Uran aus der Demokratischen Republik Kongo hergestellt.  Gegen den Abbau von Uran im Kongo zu kämpfen, ist für Golden Misabiko vor dem Hintergrund dieser Geschichte selbstverständlich. Er ist Menschenrechtsaktivist und prangert die Zustände in den Minen der kongolesischen Region Katanga öffentlich an. Aufgrund seiner Arbeit wurde er mehrmals inhaftiert und lebt seit über vier Jahren im Exil. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit in den 1990er Jahren und heute. Interview: Patricia Reineck und Martina Backes.

März 2015

Flucht, Asyl und Folter

102,3 mhz I Livestream rdl.de I 3. März I 16 Uhr

Bis zum 10. März - die gesamte Sendung mit Musik zum Nachhören

Amnesty international berichtet dieser Tage von 57 Millionen Menschen, die im vergangenen Jahr weltweit auf der Flucht waren. Medien sprechen von der größten Flüchtlingskatastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg.

Berichte von Flüchtlingsorganisationen zeigen, dass nicht die Geflüchteten die Katastrophe sind, sondern die Verhältnisse, die sie in die  Flucht treiben - sowie die Flüchtlings- und Asylpolitik vieler Staaten. Sie setzen die Geflüchteten zusätzlichen oft tödlichen Risiken aus, erschweren Zuflucht und verletzten Menschenrechte.

Schlaglichter

aus Jemen, Südafrika, Japan, Kuba, Eritrea, Russland

Interview mit Merav Bat-Gil von ASSAF

ASSAFIn der Zeit von 2009 bis 2013 starben auf der Halbinsel Sinai schätzungsweise 4000 Menschen in den Händen Lösegelderpressern. Die meisten von ihnen kamen aus Eritrea, Äthiopien oder dem Sudan und wählten – nachdem der Weg über Libyen nach Europa weitgehenden versperrt war, die Route durch den Sudan und Ägypten, um von hier über die Halbinsel Sinai nach Israel einzureisen.

Im vergangenen März überreichten 24 Länder dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen ein Dokument, das über die Folter an afrikanischen Geflüchteten auf dem Sinai berichtet. Gefordert wird darin das Ende der Folter, eine medizinische Versorgung für die  Überlebenden sowie zügige Asylverfahren für die Betroffenen. Ob sich seither etwas geändert hat für die Flüchtlinge in Israel und wie ihre Lage dort derzeit aussieht, darüber sprachen wir mit Merav Bat-Gil von der Organisation ASSAF. Sie ist in der Flüchtlingshilfe tätig und unterstützt den politischen Kampf der Flüchtlinge in Israel.

Frauen auf der Flucht

Frauen auf der FluchtWeltweit sind bis zu 80 Prozent aller Flüchtlinge Frauen und Kinder. In Deutschland sind sie jedoch in der Minderheit. Dabei gibt es allzu gute Gründe, Frauen hierzulande Asyl zu gewähren, denn sie sind in besonderem Maße von (sexualisierter) Gewalt bedroht, weshalb man auch von frauenspezifischer Flucht spricht. Zahlreiche Organisationen und Juristinnen in Deutschland setzen sich für ihre Belange ein.

Buchrezension: Mein Weg vom Kongo nach Europa. Emmanuel Mbolela

BuchcoverDer politische Aktivist Emmanuel Mbolela kämpft für Demokratisierung in seinem Heimatland Kongo und für globale Bewegungsfreiheit in Europa. Emmanuel Mbolela erzählt in seinem Buch "Mein Weg vom Kongo nach Europa" von seiner jahrelangen Migrationsreise durch die Sahara, über Marokko und schließlich nach Holland. Er berichtet von den Menschenrechtsverbrechen gegen MigrantInnen auf ihrem Weg in Europa und dem Kampf für menschenwürdige Bedingungen in zutiefst prekären Verhältnissen.

Ohne Begleitung: Diskurs über nicht-volljährige Geflüchtete in Freiburg

UnbegleitetVor rund einem Jahr hat die polemische Berichterstattung über angeblich kriminelle minderjährige Flüchtlinge in der Badischen Zeitung zu Protesten und Diskussionen in Freiburg geführt. Aber wer steckt eigentlich hinter der beamtendeutschen Bezeichung "unbegleitete minderjährige Flüchtlinge"? Wie kommts, dass Kinder und Teenager alleine in ein für sie fremdes Land zu kommen?

Februar 2015

Folter: der Horror ist alltäglich

102,3 mhz I Livestream rdl.de I 3. Februar I 16 Uhr

Gesamte Sendung Download - Anhören

"Das Wesen der Folter ist, dass sie im Verborgenen stattfindet“. Daher ist es schwierig, Folter zu beweisen oder gar über das Ausmaß verübter Folter Statistiken zu führen. Im vergangenen Dezember schockierte der Bericht des US-Senats, der die Foltermethoden des US-Geheimdienstes CIA enthüllte, die Weltöffentlichkeit. Die meisten Fälle werden aber dank des Mutes von Betroffenen, Überlebenden von Folter und den Einsatz engagierter Menschenrechtsorganisationen aufgedeckt. So gelangen einzelne Fälle und auch das nach wie vor verheerende Ausmaß systematischer Folter immer wieder ans Licht, Verbrechen, die trotz der inzwischen von 157 Staaten ratifizierten Anti-Folter-Konvention  verübt werden,  in staatlichen Gefängnissen, in privaten Räumen. Einzeln wie auch kollektiv verübte Verbrechen.

Das Versäumnis, Folter zu einem Straftatbestand zu machen.

Foltermuseum

Nachhören

Zu Wort kommt u.a. der Sonderberichterstatter der Antifilterkonvention Manfred Nowak.

Ein Beitrag von Wolf-Dieter Vogel.

 

Interview mit Dima Zito

Foltermuseum

Nachhören Interview über Engpässe und Missstände in der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen, die als Überlebende von Folter nach Deutschland gekommen sind.

 

Schlaglichter

Folter und Straflosigkeit – kurz belichtet aus Mexiko, Syrien, Philippinen und Elfenbeinküste

Agrarpolitik

Gewächshaus in KitaleNachhören Philipp Munyasia aus Kenia berichtet, wie die Autonomie der Kleinbauern und Bäuerinnen durch die Macht von Agrarkonzernen und der Saatgutgesetzgebung untergraben wird – und damit die Ernährungssouveränität. Ein Beitrag von Patricia Reineck.

 

Anti-Rassismus

Nachhören Deutsch sein und Scharz dazu - Portrait über Theodor Michael und sein gleichnamiges Buch. Ein Beitrag von Martina Backes.

Deutsch sein und Schwarz dazuAfro-deutsch – diesen Begriff gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten. Die Anerkennung der in vielerlei Hinsicht besonderen und schwierigen Geschichte Afrodeutscher Personen geht mit der unbequemen Auseinandersetzung der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte einher.

Der Lebensrückblick des Schwarzen Deutschen Zeitzeugen Theodor Michael ist ebenso fesselnd wie berührend - die Biografie von Theodor Michael fordert die Gesellschaft in gewisser Weise auf, Rassismus in seinen verschiedenen Formen zu erkennen – und nicht länger zuzulassen. Oft stellt Theodor Michael seine Biografie auf meist ausverkauften Lesungen vor - zusammen mit seinem Stiefsohn. Im Januar wurde Michael 90 Jahre alt.

Deutsch sein – und Schwarz dazu. Erinnerungen eines Afro-Deutschen – unter diesem Titel veröffentlichte Theodor Michael seine Biografie im Deutschen Taschenbuch Verlag auf 200 Seiten, Das Taschenbuch kostet 14,90 Euro.

Januar 2015

Ausbeutung der Meere, Handwerkliche Kleinfischerei und Aquakultur

Weltweit sind rund ein Drittel der Fischbestände überfischt. Das stellte im Juli 2014 die Welternährungsorganisation FAO erneut fest. Die Westafrikanischen Küstengewässer gehören zu den ehemals fischreichen Meeren, die von einer Überfischung stark betroffen sind. Was bedeutet das konkret für KüstenbewohnerInnen im Senegal?

Aquakulturen sind auf dem Vormarsch und sollen Meeresfrüchte verfügbar machhen. Wie wirkt sich die Garnelenzucht in Bangladesch auf die Umwelt und die soziale Situation der KüstenbewohnerInnen aus?

 

Nach dem Fang

Im Senegal liegt die Fischverarbeitung in den Händen der Frauen

Für die Küstenbevölkerung im westafrikanischen Senegal ist Fisch nicht nur ein unentbehrliches Nahrungsmittel, sondern auch eine wesentliche Einkommensquelle und ein regionaler Wirtschaftssektor. So auch in Bargny. In dem Küstendorf unweit der senegalesischen Hauptstadt Dakar wird viel mit Fisch gearbeitet. Ein Beitrag von Sarah Böger.

 

Trocknen, Räuchern, Handeln: Frauen in der Fischverarbeitung

Meere Fischverarbeitung

Im Senegal, oder genauer im Department von Mbour im Süd-Osten von Dakar, spielen Frauen eine wichtige Rolle im Fischereisektor. Sie sind in allen Bereichen des Gewerbes tätig. In der Kleinfischerei arbeiten sie vor allem an den Anlandungsstellen, sie vermarkten, verkaufen und verarbeiten den Fisch. Im Sektor des Einzelfischhandels sind tausende Frauen beschäftigt. Reportage von Assane Dème. Übersetzung: Philipp Kilham. Ermöglicht durch finanzielle Unterstützung von Brot für die Welt.

Original Reportage auf französisch

.

REJOPRAO - JournalistInnen-Netzwerk für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Fischerei in West Afrika

RejopraoDie vom Fisch lebende Bevölkerung im Senegal will ihre Situation verbessern. Das ist auch Ziel des Journalistennetzwerks für eine verantwortungsvolle und nachhaltige Fischerei in West Afrika (REJOPRAO). Wir sprachen mit dem Generalsekretär von REJOPRAO, Assane Dème.

 

Bangladesch: Garnelen als Exportschlager

garnelenzucht BangladeschBangladesch ist weniger von der Überfischung der Meere als von der Zerstörung der schützenden Mangrovenwälder betroffen. Eine Ursache sind die wachsenden Aquakulturen - insbesondere die Garnelenzucht.

Die Umweltaktivistin Kushi Kabir aus Bangladesch setzt sich für den Küstenschutz und die Interessen der Landlosen ein. Wir sprachen mit ihr über Skype.

Dezember 2014

Stopp - Keine Gewalt gegen Frauen!

102,3 mhz I Livestream rdl.de I 2. Dezember I 16 Uhr

Stopp - keine Gewalt gegen Frauen

Eine Sondersendung zur Kampagne gegen Gewalt an Frauen

Der Jingle zur Kampagne

Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat viele Gesichter. Und: Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor ein Tabuthema - im privaten wie im öffentlichen Raum, hierzulande wie auch weltweit. Deshalb engagieren sich jedes Jahr tausende Menschen weltweit im Rahmen der 16 Tages-Kampagne "Stopp – Keine Gewalt an Frauen" vom 25.11. bis 10.12. für die Beseitigung der Gewalt an Frauen. Im südnordfunk geht es um:

# Nicaragua: Wie das Frauenhaus in Wiwili gegründet wurde # Kenia: Wie sich Frauen in Korogocho selbst verteidigen # Mexiko: Wie in Chiapas gegen den Feminozid vorgegangen wird #Leihmutterschaft # Indonesien: Wie  gegen Genitalverstümmelung mobilisiert wird # Südafrika: Wie sich die Frauen der Bergarbeiter Gehör verschaffen

# Nicaragua: Warum in Wiwili ein Frauenhaus gegründet wurde

wiwiliSeit zwei Jahren arbeitet das Frauenhaus der Frauengruppe „mujeres emprendedoras“ in Wiwilí, einer Kleinstadt am Rio Coco im Norden Nicaraguas. Unterstützt wird die Arbeit im Frauenhaus nicht nur von der Stiftung 100, sondern auch von 20 Frauenkomitees, die sich in 42 Gemeinden bzw. Stadtteilen gebildet haben. Auch arbeitet das Frauenhaus mit der Polizei, Anwälten und der Frauenkommissarin zusammen, wenn es um Anzeigen oder eine Tatverfolgung geht.

Frauen in Nicaragua kämpfen gegen Gewalt an Frauen – so lautet der Titel einer Veranstaltung kommenden Freitag in Freiburg. Dafür sind zwei Vertreterinnen des Frauenhauses aus Wiwili angereist. Wir sprachen mit Victoria Moncada, sie ist Leiterin des Frauenhauses, und Angela Palma, sie ist Vizebürgermeisterin der Gemeinde Wiwili. Dank an die Übersetzerin Rosa Lehmann!

 

# Kenia: No means No! Selbstverteidigung in Korogocho

no means no[Länge 11:58 min] Die Studie Survivors Speak aus Nairobi zeigt, dass Gewalt gegen Frauen kein Phänomen sozial schwacher Schichten ist. Dennoch werden die Slums an den Rändern der kenianischen Metropole als Gebiete besonders hoher Gewalt markiert.  Immer neue Studien belegen die hohen Raten an Gewalt und Kriminalität in den Slums – von der primär die BewohnerInnen selbst betroffen sind. Selten hört man von Initiativen, die präventiv gegen Gewalt gegen Frauen vorgehen.

Die Trainerinnen der Korogocho Selfdefenders kommen aus dem gleichnamigen Slum Korogocho am nordöstlichen Rand von Nairobi. Sie sind im Verein no-means-no-worldwide organisiert. Seit das BürgerInnenradio Koch FM, eine  der ersten Freien Ghetto-Radiostationen Nairobis, über das Trainingsprogramm der Frauen berichtete, sind die Selfdefenders täglich in den städtischen Bussen unterwegs – inzwischen trainieren sie in acht Slums und stellen fest: Von Vergewaltigungen, sexuellen Belästigungen und Übergriffen sind ein Viertel aller Mädchen in den Slums betroffen – nach dem Training trifft es jede Zehnte.

 

# Mexiko: In Chiapas gegen den Femizid

Femizid[Länge 9:35 min] Femizid wird definiert als Mord an Frauen aufgrund ihres Geschlechts. In einer weiteren Lesart beinhaltet der Begriff auch strukturelle Gewalt an Frauen und Mädchen, wofür z.B. eine hohe Müttersterblichkeit oder der frühe Tod von Waisenmädchen ein Indikator sein kann.

In Mexiko ist das Phänomen des Femizides oder Feminizides ein großes Problem. Vor allem aus Ciudad Juarez kommen viele Schreckensmeldungen über rituellen Frauenmord, Folter und Verstümmelung. Im nächsten Beitrag geht es um eine Organisation, die es sich seit 22 Jahren zur Aufgabe macht, die Rechte von Frauen zu schützen: Das „Colectivo de Mujeres“.

 

# Leihmutterschaft: Befreiung oder globale Arbeitsteilung der Reproduktion?

Eizellen

Baby Gammy hat das Thema Leihmutteschaft in den vergangenen Monaten in die internationalen Medien gebracht. Gammy wurde von einer Leihmutter aus Thailand für ein australisches Paar ausgetragen. Da er Trisomie 21 hat, nahmen die australischen Eltern nur seinen Zwillingsbruder mit, Gammy blieb in Thailand. Aufgrund der empörenden Debatte um arme, ausgebeutet Leihmütter beschloss das thailändische Parlament Ende November 2014 ein Verbot der kommerziellen Leihmutterschaft.

Aber ist ein striktes Verbot überhaupt sinnvoll? Ist Schwangerschaft Lohnarbeit? Sollte man daher eine gerechte Bezahlung und gesetzlichen Schutz für die Leihmütter einfordern? Über diese Fragen sprachen wir mit der Journalistin Sarah Diehl. Von ihr ist vor kurzem das Buch "Die Uhr, die nicht tickt. Kinderlos glücklich" erschienen.

 

# Genitalverstümmelung in Indonesien Schutz statt Verharmlosung

stopp FGM[Länge 7:48 min] Im Jahr 2006 wurde in Indonesien Genitalverstümmelung vom Gesundheitsministerium verboten. 2008 veröffentlichte der indonesische Rat der Muslimgelehrten (MUI) eine Fatwa, in der FGM (Female Genital Mutilation) erlaubt, wenngleich nicht vorgeschrieben wurde. Daraufhin erließ die indonesische Regierung in 2010 eine Anleitung, wie ÄrztInnen und medizinisches Personal so genannte „Beschneidungen“ an Mädchen vornehmen sollen. „Das vorangegangene Verbot war damit ausgehebelt und durch eine Empfehlung zur Genitalverstümmelung ersetzt worden“, schreibt die Organisation Watch Indonesia!

Sie hat im Februar dieses Jahres gemeinsam mit der indonesischen Frauenrechtsorganisation Kalyanamitra und mit Terre des Femmes (TDF) eine  Kampagne gestartet. Inzwischen gibt es in Indonesien eine neue Regierung. Über Frauenrechte in Indonesien sprach der südnordfunk mit Basilisa Dengen und Alex Flor von Watsch Indonesien im Oktober in Berlin, wenige Tage nachdem Joko Widodo zum neuen Präsidenten des Landes vereidigt wurde.

 

Südafrika: Die Witwen der ermordeten Bergarbeiter von Marikana verschaffen sich Gehör

miners shot down[Länge 14:30 min] Mitte November tagte die Farlam Untersuchungs-Kommission zum letzten Mal. Sie war von Präsident Jacob Zuma 2012 ins Leben gerufen, um das Massaker an den Bergarbeitern in Marikana in Südafrika aufzuklären. 34 Bergarbeiter wurden in einer brutalen Hetzjagd im August 2012 von der Polizei erschossen, nachdem sie bei dem Minenbetreiber Lonmin für höhere Löhne gestreikt hatten.

Bisher wurden die Schwestern, Angehörigen und Witwen der Bergarbeiter von Marikana nur sehr unzureichend über den gewaltsamen Tod ihrer Männer, Brüder und Verwandten informiert. Auch waren sie ursprünglich nicht einmal als Zeuginnen geladen. Die Khulumani Support Group hatte dafür gesorgt, dass die Angehörigen der Opfer, insbesondere Frauen, an der Untersuchungskommission teilnehmen konnten.

Im Beitrag spricht Normarussia Bonase von der Khulumani Support Group. Sie organisierte einen therapeutischen Kunstworkshop für die Frauen der  Bergarbeiter. Zudem werden hier Original-Zitate der Frauen eingelesen, die an dem Workshop teilgenommen haben.

November 2014

Proteste allerorten … und nicht vergessen: die Solidarität!

102,3 mhz I Livestream rdl.de I 4. November I 16 Uhr

Proteste allerorten … und nicht vergessen: die Solidarität!

miners shot downHeutzutage vollziehen sich Proteste mehr denn je im digital überwachten Raum: Die Zeltstädte und Flashmobs von Occupy Hongkong konnten im Netz aus Vogelperspektive betrachtet werden, nahezu in Echtzeit. Blogeinträge berichten minutiös über jeden Schritt. Doch längst nicht alle Streiks und Proteste sind von derart digitaler Präsenz: Der Aufstand der Bergarbeiter vor zwei Jahren im südafrikanischen Marikana vollzog sich - von den Videoaufnahmen der Polizei abgesehen - im digitalen Loch. Wenige gut gefilterte Bewegtbilder gingen an die Sendeanstalten.

Am 4. November geht es im südnordfunk um Proteste für Demokratie in Hongkong und gegen ausbeuterische Minenarbeit in Südafrika sowie um die Frauenbewegung in der Arabellion.

Schlaglichter [Länge 5:33]

# Kambodscha – Proteste für Mindestlöhne in der Textilarbeit
# Burkina Faso: Proteste gegen die Staatsgewalt
# Mexiko: „Lebend habt ihr sie genommen – lebend wollen wir sie zurück”

 

HONGKONG Occupy Central

Proteste Hongkong[Länge 9:17 min ] Die Ausdauer der Protestierenden in Hong Kong scheint ungebrochen. Seit über fünf Wochen besetzen die Menschen die Straßen der chinesischen Sonderverwaltungszone. Sie fordern freie Wahlen und eine stärkere Demokratisierung. Die Hongkonger-Demokratiebewegung „Occupy Central“ gilt mittlerweile als der größte Massenaufstand in China seit den studentischen Protesten von 1989, die auf dem Platz am Tor des Himmlischen Friedens in Peking gewaltsam niedergeschlagen wurden. Ein Ende der Hong Konger Proteste ist bisher nicht in Sicht.

 

MINERS SHOT DOWN - Bergarbeiterstreik in Südafrika

Justice for Marikana[ Länge 18:21 min ] Nach fünf Monaten Streik hat die Bergarbeiter-Gewerkschaft AMCU vergangenen Juni den Arbeitskampf in Südafrikas Platin-Bergwerken für beendet erklärt. Mehr als 70.000 Arbeiter hatten sich daran beteiligt. Die Züricher Zeitung schrieb, es handelte sich um den längsten und teuersten Streik in der Geschichte des Landes.

Tatsächlich begann der Streik bereits im August 2012. Bekannt als das Massaker von Marikana wurde der Protest der Bergarbeiter in Rustenburg brutal niedergeschlagen und 34 Arbeiter von der Polizei kaltblütig ermordet.

Der Film Miners Shot Down rekonstruiert die Ereignisse und verweist auf Geschichte und Gegenwart von Rassismus, Apartheid und globaler kapitalistischer Ausbeutung. Wir sprachen auf dem Filmfestival "Jenseits von Europa" in Köln mit dem Basisgewerkschaftsaktivist Bheki Buthelezi und Zivia Desai Keiper, der Koproduzentin des Films Miners Shot Down.

 

„Wir werden uns Gehör verschaffen!“

Die Witwen von Marikana kämpfen für Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Ein Interview Normarussia Bonase

Khulumani Support Group[Länge 7:09 min ] Die Khulumani Support Group wurde 1995 von Frauen ins Leben gerufen, die Opfer und Überlebende von Menschenrechtsverletzungen während der Apartheid waren. Die Basisbewegung Khulumani setzte sich insbesondere für alle diejenigen ein, die nicht von der damaligen Wahrheits- und Versöhnungskommission gehört wurden und dennoch Anspruch auf Gerechtigkeit und Wiedergutmachung gelten gemacht haben.

Genau darin sieht Khulumani auch seine jetzige Rolle bei der Aufarbeitung des Massakers von Marikana: So hat Khulumani es geschafft, dass die Hinterbliebenen der Bergarbeiter, die in Marikana 2012 umgebracht worden sind, der Untersuchungskommission in Rustenburg beiwohnen konnten. Wir sprachen mit Normarussia Bonase von der Khulumani Support Group. Sie unterstützt die Angehörigen und Witwen der ermordeten Bergarbeiter.

 

Frauen in der Arabellion

Arabische Feminismen im Spannungsfeld zwischen 'westlichen Werten' und orientalischer Tradition

[Länge 5:07 min] Arabische Feminismen befinden sich fast immer im Spannungsfeld zwischen 'westlichen Werten' und orientalischer Tradition: Emanzipation und Befreiung vom Patriarchat auf der einen Seite, westkritischer Antiimperialismus auf der anderen.

Der Arabische Frühling war auch eine große Chance für die feministische Bewegung. Aus dem Frühling wurde mittlerweile Herbst. Doch wie hat sich das Aufbegehren für die Frauen weiterentwickelt? Die Journalistin Hannah Wettig spricht über Formen und Akteurinnen des Protests.

Oktober 2014

Von Barrieren und GrenzgängerInnen - Behinderung und Dritte Welt

102,3 mhz I Livestream rdl.de I 7. Oktober I 16 Uhr

Von Barrieren und GrenzgängerInnen -
Behinderung und Dritte Welt

Auf der Welt leben rund eine Milliarde Menschen mit einer Behinderung, 80 Prozent von ihnen im Globalen Süden. Der südnordfunk Funk im Oktober widmet sich ihren Lebenswelten und wirft die Frage auf, welche Strukturen und Ideologien Menschen zu 'Behinderten' machen. Neben Beiträgen über die Disability Studies und der medialen Berichterstattung über Menschen mit Behinderung, werden wir auch von ihren vielfältigen Ermächtigungsstragien, Sozialen Bewegungen und Widerständen weltweit berichten.

Behinderung in den Medien

Paula Alberto Kimwanga, 30 Jahre, Lehrerin, Malanje/Angola. Foto: Flurina RothenbergerDie Darstellung von Menschen mit Behinderung in den Medien ist meist einseitig und klischeebehaftet. Die Internetplattform www.leidmedien.de leistet Aufklärungsarbeit für JournalistInnen. Lili Masuhr erklärt im Interview die Entstehungsgeschichte des Projektes. Und eine Fachzeitschrift, die aus dem gängigen Muster medialer Darstellung von Behinderung ausbricht, wird von Gabriele Weigt vorgestellt. Sie ist Redakteurin von "Behinderung und Internationale Entwicklung".

"Ich will einfach nur Mensch sein!"

Rothenberger-suednord_Luanda.jpgIn Pakistan leben über zehn Prozent der Bevölkerung mit einer Behinderung. Die politische Organisation Milestone setzt sich seit 20 Jahren für die Verwirklichung ihrer Rechte ein. Im Interview sprachen wir mit Shafiq ur Rehman, Aktivist der pakistanischen Behindertenbewegung und Mitarbeiter von Milestone.

Wie wird Behinderung hergestellt?

RothenbergSeit Jahrzehnten beschäftigen sich Medizin, Sozialpädagogik und diverse Pflegeberufe mit dem Thema Behinderung. Die Disabiliy Studies wollen gängige Diskurse um 'Krankheit' und 'Defizite' von Menschen mit Behinderung aufmischen. Im Interview sprachen wir mit der Soziologin Anne Waldschmidt, Professorin für Disability Studies an der Uni Köln.

Sometimes People in Luanda Shine

Rothenberger_suednordfunk.jpgIm Fotoprojekt "Minenopfer in Angola" der Zürcher Hochschule der Künste werden Menschen mit Behinderung in Luanda / Angola in ihrem Alltag und ihrem Zuhause porträtiert. Wir sprachen mit Francis Müller von der Hochschule über die Entstehungsgeschichte des Projektes.

September 2014

Entwaffnend - Friedensinitiativen weltweit.

102,3 mhz I Livestream rdl.de I 2. September I 16 Uhr

Entwaffnend - Friedensinitiativen weltweit.

Wenn gewaltsame Konflikte eskalieren oder staatspolitische Machthaber über Frieden verhandeln, steht das groß in den Schlagzeilen. Weniger bekannt hingegen ist die tägliche Friedensarbeit ziviler AkteurInnen an der Basis: in Dörfern, Schulen, in der Nachbarsschaft und Wohnzimmern der Kämpfenden, mit TäterInnen und Opfern. Was bedeutet es, Frieden in den Köpfen zu schaffen?

In der Casamance im Süden des Senegal engagieren sich Frauenorganisationen gewaltfrei für den Frieden # in Kolumbien betreiben Basisinitiativen mit Gewaltopfern aktiv Friedensarbeit #  in Dakar singt die Songwriterin Guereti Badji für das Ende der Gewalt in der Casamance # in Deutschland bereichert das Theater der Unterdrückten die anti-rassistische Bildungsarbeit.

Kolumbien: Theaterarbeit für den Frieden

Kolumbien_FriedensarbeitBeitrag: Mit den Friedensverhandlungen der Regierung von Präsident Juan Manuel Santos, der im Juni wiedergewählt wurde, ist viel von Hoffnung die Rede. Doch nach dem nunmehr über 60 Jahre währenden bewaffneten Konflikt lastet die gewalttätige Vergangenheit Kolumbiens schwer auf der Gegenwart: Die Verbrechen sind kaum aufgearbeitet und das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen ist gravierend. Nach wie vor werden Menschen vertrieben, Aktivist_innen werden bedroht und ermordet.

Die Nutznießer des bewaffneten Konfliktes und die Interessen transnationaler Unternehmen sind mächtig, die Verstrickungen von Politik und Paramilitärs groß. Der Alltag der Menschen wird von Armut, sozialer Ungleichheit und lokalen Gewaltakteuren bestimmt. Wie Theaterarbeit angesichts dieser Realität Veränderung „von unten” bewirken kann, zeigen zwei Beispiele aus Medellín und Bogotá.

Senegal: Kasumai Casamance - der Frieden kommt von unten.

suednordfunk_Casamance_FriedenReportage: In der Casamance engagieren sich seit vielen Jahren die Frauen für den Frieden und berufen sich dabei auf die Resolution 1325. Diese ruft Konfliktparteien dazu auf, die Rechte von Frauen zu schützen und Frauen gleichberechtigt in Friedensverhandlungen, Konfliktschlichtung und den Wiederaufbau einzubeziehen.

Um ihrem Recht Nachdruck zu verleihen, organisierten die Mitglieder der Plattform der Frauenorganisation für den Frieden in der Casamance letzten Januar eine Friedenskarawane.

Kasumai FM - das Freie Radio für den Frieden in der Casamance

südnordfunk_Kasumai_FMReportage: Schweigen und Wegsehen in der Hoffnung, dass es aufhört. Das ist eine verbreitete Strategie vieler Menschen, die in Konflikte verstrickt werden, die Gewalt im Krieg erfahren. Eine Lösung ist es nicht. Der Freie Sender Radio Kasumai FM in Ziguinchor im Süden des Senegal wurde von Frauen gegründet, die das Schweigen und Zusehen satt hatten, die sprechen wollten.

Die mächtigen Akteure – das sind primär der senegalesische Staat, die im Krieg verwickelten Nachbarländer Gambia und Guinea-Bissau sowie die Rebellengruppen – konnten oder wollten den Konflikt bisher nicht lösen. Indes leisten die Betroffenen, die in diesem bewaffneten Konflikt gar nicht mitspielen, täglich Friedensarbeit. Das Freie Radio Kasumai FM, das im kommenden Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert, ist dafür ein Beispiel.

# Musik: Guereti Badjia - Songs für den Frieden

Guerethy_Fatou_BadjiMusik: Die Songwriterin und Sängerin Guerethy Fatou Badji kommt aus der Casamance. Wir trafen sie in Dakar bei der Probe in einem Kulturzentrum. Dort stellte sie uns die Geschichte ihrer selbst geschriebenen Lieder vor. „Wir sagen nein zu diesem Krieg. Wir wollen keinen Krieg mehr. Und wir haben noch nie Krieg gewollt“ ist einer ihrer beliebtesten Songs.

Deutschland: Theater der Unterdrückten


Interview: „Ich verachte autoritäres Theater und mache Theater der Unterdrückten, Theater nicht als Propaganda, nicht als etwas Unumstößliches. Auch didaktisches Theater ist autoritär, denn es geht davon aus, dass der Künstler mehr weiß und kann, als der Zuschauer wissen kann und darf." Das schrieb Augusto Boal1979 in Paris. Boal musste vor der Diktatur in Brasilien fliehen, weil seine Form des Theaters, das Theater der Unterdrückten, als Bedrohung galt. 1964 putschte in Brasilien das Militär, das neue Regime unter Marschall Humberto Castelo Branco unterdrückte die linke Opposition.

Sergio Etchichury, Theaterpädagoge aus Brasilien, lebt in Berlin. Ein Jahr lang arbeitete er mit Augusto Boal zusammen. Sein "Theater der Unterdrückten" löst die Trennung zwischen ZuschauerInnen und SpielerInnen auf. Es lädt alle ein, die Realität zu gestalten, und zum Beispiel die Rolle der Mächtigen in einer von Rassismus, Sexismus und Homophobie geprägten Gesellschaft in Frage zu stellen oder gar sie in konkreten Situationen zu entmachten. Wir sprachen mit Sergio Etchichury über seine Rolle als Theaterpädagoge – in der anti-rassistischen Bildungsarbeit in Deutschland.

August 2014

Uran - abgebaut, angereichert, endgelagert?

südnordfunk I 5. August I 16 Uhr I livestream: rdl.de I 102,3 mhz

Uran - abgebaut, angereichert, endgelagert?

Die Atomenergie wird zunehmend mit dem Wörtchen Brückentechnologie klein geredet. Weltweit gewinnt sie an Bedeutung, auch und gerade im Globalen Süden. Und mit ihr der Handel mit Uran. Wie sieht die Politik des Uranbergbaus aus, wie der Alltag der MinenarbeiterInnen? Vor welchen Herausforderungen stehen die AtomgegnerInnen anbetracht der Globalisierung der Atomindustrie?

Alle Links und Teaser der Sendung als pdf zum Download


Japan: Ein Land beschließt den Wiedereinstieg in die Atomenergie

suednordfunk_JapanDrei Jahre nach dem Supergau in Fukushima Daiichi will die japanische liberale Regierung den von ihrer Vorgängerin beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft wieder rückgängig machen.Dieser Schritt ist sowohl in der Regierungskoalition als auch im ganzen Land umstritten. Umfragen zufolge lehnt eine große Mehrheit der Japanerinnen und Japaner Atomkraft weiterhin ab. 50 Reaktoren wurden abgestellt und könnten nun wieder hochgefahren werden.

Tansania: Kurz vor dem Start? Widerstand gegen den geplanten Uranabbau

25 potentielle Uranlagerstätten wurden nach Angaben des Energie- und Bergbauministeriums in Tansania ausgemacht – und zwar bereits in den 1970er Jahren und mit Hilfe deutscher Geologen. Die tansanische Tochterfirma der deutschen Uranerzbergbau GmbH kartierte damals alle Bodenschätze in Tansania, auch Uran. Anthony Lyamunda kommt aus der Region Bahi.  2007 erfuhr er zum ersten Mal davon, dass in Tansania nach Uran gesucht wird. Ein Kollege erzählte ihm, dass die australische Firma International Gold Mining in dem Dorf Bahi Makulu den Urangehalt erkundet. Inzwischen ist Lyamunda mit AktivistInnen aus Niger, Mali, Malawi, der DR Kongo und Namibia gut vernetzt.

Als Leiter von der Umweltorganisation CESOPE (Civil Education is the Solution for Poverty and Environmental Management) war bereits mehrfach in Europa, um über den Stand der Abbaupläne in der Region Bahi zu berichten.

Brasilien: Atomgeschäfte verletzten Menschenrechte

suednordfunk_brasilien_uranNoch zu Zeiten der brasilianischen Militärdiktatur 1975 schlossen Deutschland und Brasilien ein Abkommen zur Kooperation in der zivilen Nutzung der Atomenergie. Trotz des deutschen Atomausstiegs ist dieses bis heute in Kraft. AtomgegnerInnen sehen genug Gründe, die Atomkooperation zu beenden: Intransparenz des Atomgeschäfts, Menschenrechtsverletzungen und drohende Gefahren der Nuklearenergie.

Interview:  „Indien wurde für sein Atomprogramm belohnt“

suednordfunk_IndienIndien ist im Besitz von Atomwaffen. Und: Indien hat den Atomwaffensperrvertrag nie unterzeichnet. Stattdessen versucht die neu gewählte Regierung, bilaterale Atomabkommen zu schließen – zum Beispiel mit Japan. Damit tritt sie in die Fußstapfen der Vorgängerregierung. Diese hatte 2010 das amerikanisch-indische Atomabkommen unterzeichnet und damit die zivile Nutzung der Kernenergie unter die Aufsicht der internationalen Atomenergiebehörde gestellt. Das Waffenprogramm hingegen ist von dieser Aufsicht ausgeschlossen.

Kumar Sundaram ist Wissenschaftler und arbeitet in der Coalition for Nuclear Disarmament and Peace (CNDP) als Anti-Atom-Aktivist. Diesen Monat reist er nach Japan, um dort mit der japanischen Anti-AKW-Bewegung gegen das geplante japanisch-indische Nuklearhandelsabkommen zu mobilisieren.

Interview mit Siegfried Schröder: „Uranium Mining - Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt“

Im Juni dieses Jahres legte das Regionalbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung eine Broschüre vor: „Uranium Mining – Impact on Health and Environment". Voraus ging eine Vernetzung tansanischer Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen, kritischer JournalistInnen und verschiedener Antiatomgruppen afrikanischer Länder. Wie die Chancen einer Abwendung des Uranabaus aussehen und welche Stolpersteine den GegnerInnen in den Weg gelegt werden, darüber sprachen wir mit Siegfried Schröder, dem Leiter des Regionalbüros der Rosa Luxemburg Stiftung aus Daressalam.

Juli 2014

Schluss mit der Angst – gegen Homophobie

südnordfunk I 1. Juli  16 Uhr I 102,3 mhz I Livestream: rdl.de

Alle Links und Teaser der Sendung als pdf zum Download

Schluss mit der Angst – gegen Homophobie

T-Shirt AufschriftSexuelle Identitäten jenseits der heterosexuellen Norm sind weltweit mit gesellschaftlichem Ausschluss, rechtlicher Diskriminierung und der Gefahr gewalttätiger Übergriffe verbunden – mancherorts bis hin zur Todesstrafe. Dennoch wird die Verfolgung wegen Homosexualität in der EU nur zögerlich als Asylrechtsgrund anerkannt.

Der Süd-Nord-Funk fragt, welche Akteure, Diskurse und Ideologien hinter den homophoben Einstellungen stehen – und wie sich AktivistInnen gegen international solidarisieren. Mit Beiträgen aus dem Senegal und aus Südafrika.

 

Schlaglichter - aus aller Welt

SINGAPUR: Statt Blumen lassen sie Farben sprechen
NIGERIA: Same Sex Marriage Prohibition Act
UGANDA: Anstieg der Fälle von Gewalttaten an LGBTs
WELTWEIT: Petition gegen Sam Kutesa
DEUTSCHLAND: Urteile nach § 175
USA: Transsexuelle sind häufig Opfer von Gewalttaten

 

Haftstrafen im Senegal - Asyl in Europa? LGBTI-Aktivisten aus Dakar berichten

Der Senegal ist eines von 34 Ländern auf dem afrikanischen Kontinent, in dem Homosexualität unter Strafe steht. Bis Mitte der 2000er Jahre wurde das Strafrecht, das bis zu fünf Jahren Gefängnis und hohe Geldstrafen vorsieht, kaum angewandt. Inzwischen rufen Imame zu Demonstrationen gegen Homosexuelle auf, Übergriffe und willkürliche Verhaftungen nehmen zu. Als Ausweg bleibt vielen nur die Flucht.

Grundsätzlich hatte der Europäische Gerichtshof im November letzten Jahres die Verfolgung einer Person aufgrund von Homosexualität als Asylrechtsgrund anerkannt. Der Weg bis zur Anerkennung ist allerdings steinig. Es sprechen: Diadji Diouf, Djamil Bandura, Klaus Jetz und Sam, Asher und John (Namen geändert).

 

Unsichtbare Liebe zwischen Frauen? Lesbische Organisationen und Frauenrechte im Senegal

Wenn die Situation Homosexueller in Afrika ausnahmsweise in die deutschen Schlagzeilen gerät, zum Beispiel weil in Uganda die Todesstrafe eingeführt werden soll, hört man in der Regel von Männern. Liebesbeziehungen zwischen Frauen? Hat es immer gegeben, sagt Awa Fall-Diop, die Sex zwischen Frauen im Senegal historisch untersucht hat.

Über die Situation lesbischer Frauen im Senegal, früher und heute, sprechen Awa Fall-Diop, Ndeye Kebé, Anna und Valérie.

 

Das dritte Geschlecht - Hijras in Indien

Seit dem 1. November 2013 muss man in Deutschland in offiziellen Dokumenten nicht mehr 'männlich' oder 'weiblich' angeben. In vielen anderen Ländern ist dies ebenfalls Praxis. Zum Beispiel in Indien. Die so genannten Hijras sind als Gruppe gesellschaftlich toleriert. 1994 wurde ihnen der Status eines dritten Geschlechts und das Wahlrecht zugestanden. Ihr Alltag ist jedoch keineswegs einfach.

 

"Wir werden gezwungen, unsere eigenen queeren Kunsträume zu erschaffen"

Südafrikas gesetzliche Lage ist eine der fortschrittlichsten in Bezug auf die Rechte von LGBTI. Seine Geschlechtsidentität offen zu leben ist jedoch äußerst gefährlich. Sexuelle Gewalt und Morde an lesbische Frauen sind häufig. „Ich hatte ein Verlangen und war verzweifelt auf der Suche nach Bildern, die zu mir sprechen“ beschreibt die visuelle Aktivistin Zanele Muholi ihr Gefühl nach dem Coming-Out.

Geboren 1972 in Durban entwickelte sie in den Jahren danach selbst eine Leidenschaft dafür, das Leben der LGBTI Community in Südafrika sichtbar zu machen. Das Werk der Fotografin und Aktivistin hat zahlreiche Preise erhalten.

Juni 2014

Aus Print mach mehr: Mit dem süd-nord-funk startet das iz3w am 3. Juni 2014 eine monatliche Magazinsendung bei Radio Dreyeckland.

NACHHÖREN: Kick-Off Sendung vom 3. Juni 2014 I 16 Uhr

Eigentor Brasilien. Vom Elend eines Global Players.

Mit Beiträgen von: Meike, Fabian, Patricia, Martina

WM für wen? Repression der diasporischen, indigenen und Schwarzen Bevölkerung

 

Cartoon BrasilienAm Sonntag, den 30. März 2014 um 5 Uhr morgens, begann die Militärpolizei in Rio de Janeiro mit der Besetzung von 15 Gemeinden, die den Complexo da Maré mit 130.000 Einwohner_innen im Norden der Stadt bilden. Während der Operation waren 1.180 militärische Polizisten und 130 Beamte der Kriminalpolizei mit 15 Panzerfahrzeugen im Einsatz. Sie bekamen Unterstützung von Bundes- und Verkehrspolizei nebst 250 Marineinfanteristen. Es gab 118 Festnahmen; ein 15-jähriger wurde getötet. Bewohner_innen berichteten, wie die Polizei in ihre Häuser eindrang. Sie zeigten sich besorgt wegen der Repression von Seiten der Sicherheitskräften und forderten die Garantie ihres Rechts auf die Unverletzlichkeit der Wohnung...

 

Sport oder Geschäft? Die WM als Vorwand für "Restrukturierungsmaßnahmen" der Städte

 

WM für wen?Bei der Demonstration am heutigen Donnerstag in Rio de Janeiro setzte die Militärpolizei neben Panzerfahrzeugen, Tränengasbomben und Gummigeschossen auch scharfe Munition gegen die Protestierenden ein. Es wird von mindestens 60 Verletzten berichtet. Viele vormals junge Leute, hatten Banken, Gebäude, Verkehrsschilder, Fastfoodketten, Sicherheitskameras und Mülleimer demoliert. Sprechchöre wie "und das ist erst der Anfang", waren zu hören. Vereinzelt wurde der Verdacht geäußert, es befänden sich Beamte in Zivil in den Reihen derer, die Verwüstungen anrichteten.

Bereits vergangenen Montag hatten etwa 270.000 Menschen die Straßen verschiedener Großstädte in Brasilien eingenommen. Die Bewegung für freie Fahrscheine (MPL) befürchtet nun, daß der Fokus auf die anfängliche Forderungen der Demonstrationen – nämlich die Senkung von Fahrpreisen für öffentliche Verkehrsmittel – sich verliert. Als die Proteste nationale Dimensionen erreichten, wurde viel weitergehende Kritik von den Demonstrierenden geäußert, nämlich der mangelnde Zugang zu anderen Grundrechten in der Stadt wie Gesundheitsversorgung und Bildung - insbesondere mit Blick auf die sportlichen Großereignisse wie die WM der Männer 2014 und die Olympiade 2016...

 

Brasilien: Die Konferenz NETmundial und die Gefahr weiterer Repression gegen Freie Radios

 

NetMundial Im April diesen Jahres blickte die Netzgemeinde hoffnungsvoll aber auch mit einer gewissen Vorsicht auf Brasilien. Dort fand in São Paulo die internationale Internetkonferenz NETmundial statt. Zu dem Treffen eingeladen hatte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Wie die Enthüllungen von Edward Snowden beweisen, war Brasiliens Regierung und ihre staatlichen Konzerne eines der Hauptziele von amerikanischer Internetspionage. Die Empörung über die Enthüllungen führte schlussendlich zur der globalen NETmundial-Konferenz. "Die Rechte, die die Menschen offline haben, müssen auch online geschützt werden", hieß es in einem Resolutionsentwurf zu Beginn der zweitägigen "Net Mundial". Auf der Konferenz trafen sich Vertreter_innen von Staaten, Privatwirtschaft, Universitäten und der Zivilgesellschaft und haben sich über die zukünftige Internet Governance ausgetauscht. Für die Freien Radios in Brasilien war das Ergebnis nicht nur positiv.

Außerdem:

 

# Schlaglichter - aus aller Welt

# Tipps zum Thema

 

# Internationalismus Ein politischer Begriff im Wandel

Anlass für die iz3w nochmals neu über den (mittlerweile vielleicht antiquiert wirkenden) Begriff Internationalismus nachzudenken, gab der Kongress der Bundeskoordination Internationalismus Ende Mai in Leipzig.

Die Bundeskoordination Internationalismus, kurz BUKO ist ein Dachverband mit über 120 Eine-Welt-Gruppen, entwicklungspolitischen Organisationen, internationalistischen Initiativen und Solidaritätsgruppen. 1977 gegründet, ist sie eines der ältesten Basis-Netzwerke in Deutschland. „ALLE ODER NIRGENDS! Räume und globale Bewegungsfreiheit erkämpfen!“, war der Slogan der diesjährigen Veranstaltung. „Über nationale Grenzen hinausgedacht. Internationalismus: ein politischer Begriff im Wandel“ – so der Titel des nächsten Beitrags.

Die Radiosendung entsteht mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg SEZ

SNZ Oct17 tanzania

SNF oct 2017 20171003-Tanzania.mp3 — MP3 audio, 23,377 kB (23,938,704 bytes)


Zeige Bild in voller Größe…
Größe: 801.9 kB


Zeige Bild in voller Größe…
Größe: 880.8 kB


Zeige Bild in voller Größe…
Größe: 880.8 kB
Navigation
Sendezeiten
iz3w zum Hören

Beiträge zur Klimakrise

Wir fassen Schlaglichter und Ergebnisse einer Auswahl neuer Studien über den Zustand des Klimas zusammen (Oktober 2020).

 

Senegal: Der Kampf gegen das Salz

 

 

Proteste & Energiekrise in Haiti

Wenn politische Unruhen und eine Energiekrise aufeinandertreffen ...